Drogenfund in Wohnung – Dealer springt aus dem Fenster

 Drogenfund in Wohnung – Dealer springt aus dem Fenster
Foto: Polizei

In München hat die Polizei mal wieder ordentlich zugelangt – und dabei einen massiven Drogenfund gemacht. In einer Wohnung im Stadtteil Perlach wurden satte 45,5 Kilo Haschisch, 14 Kilo Marihuana und über 1.500 verschreibungspflichtige Pillen sichergestellt. Klingt wie das Set-up für ein langes Festivalwochenende – war aber bitterer Ernst.

Als die Beamten am 9. Juli zur Wohnungsdurchsuchung anrückten, wurden sie von einer Szene empfangen, die fast schon filmreif war: Einer der mutmaßlichen Dealer, ein 32-Jähriger, versuchte aus dem ersten Stock zu flüchten – per Fenster. Die Landung war weniger elegant als gedacht: Beinbruch, ab ins Krankenhaus. Festgenommen wurde er trotzdem, ebenso wie sein 28-jähriger Komplize. Beide sind alte Bekannte der Polizei.

Hinweis kam von der Nachbarschaft

Der Stein kam ins Rollen, als Anfang Mai eine Anwohnerin meldete, dass aus der Wohnung starker Weed-Geruch dringe – kombiniert mit viel Laufkundschaft. Die Polizei schaltete den Drogendezernat-Klassiker, das Kommissariat 83, ein. Nach Wochen der Observation war klar: Hier geht ordentlich was über den Tisch. Durchsuchungsbefehl, Einsatz – Boom.

Bei der sechsstündigen Aktion stießen die Ermittler auf fein versteckte Ware: Ein präpariertes Sofa diente als High-End-Versteck für mehrere Kilos. An anderen Säcken hingen noch Reste von Bauschaum – klassischer Move, um die Ware zu fixieren. Dazu fanden die Cops noch mehr Gras und Hasch in der Tiefgarage – in einem Auto und einem Roller. Feinwaagen, Messer, Verpackungsmaterial: alles da, alles beschlagnahmt.

Straßenverkaufswert: bis zu 700.000 Euro

Laut Polizei dürfte der Einkaufspreis der Drogen bei rund 300.000 Euro gelegen haben. Im Weiterverkauf hätten die beiden mutmaßlichen Dealer auf einen Erlös von 600.000 bis 700.000 Euro kommen können. Für den Transport der Beweismittel brauchte die Polizei sogar einen kleinen Lkw. Klassischer Big Player Move – nur halt jetzt mit Handschellen.

Der dritte Mann, ein 63-jähriger Wohnungsinhaber, durfte nach kurzer Zeit wieder gehen. Er hatte offenbar zwei seiner vier Zimmer zur Verfügung gestellt – eines diente als Bunker, das andere als Logistikzentrale. Offiziell nicht aktiv beteiligt, aber trotzdem als Beschuldigter gelistet. Man kennt’s.

Die Münchner Polizei sucht jetzt nach Hintermännern, Lieferwegen und Quellen. Klar ist: Das hier war kein Kleinkram. Und wenn man mal ehrlich ist – bei der Menge hätte man locker einen mittelgroßen Club für Monate versorgen können.

Achja, und an alle Hobbydealer mit Fensterflucht-Fantasien: Erst überlegen, dann springen.

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