Drogenhandel: „Harry Potter“ in Österreich aufgeflogen und verhaftet

Koks
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Hogwarts liegt bekanntlich irgendwo in Großbritannien. Einen ziemlich ungewöhnlichen Ableger scheint es allerdings in der Steiermark gegeben zu haben. Dort sollen zwei 29-jährige Köche unter den Decknamen „Harry Potter“, „Harry Potthead“ und „Leonardo da Vinci“ im großen Stil mit Drogen gehandelt haben. Mit Zauberei hatte das Ganze allerdings wenig zu tun. Dafür umso mehr mit Cannabis, Kokain, Heroin, Crystal Meth und Amphetamin.

Kennengelernt haben sich die beiden Männer während ihrer Ausbildung zum Koch. Später verband sie laut Anklage vor allem eines: ihre Drogensucht. Einer der beiden soll bei einem Dealer Schulden angehäuft haben. Statt diese einfach abzuarbeiten, bekam er offenbar ein Angebot, das sich als ziemlich folgenschwer herausstellen sollte: Er sollte in das Drogengeschäft einsteigen. Der 29-Jährige sagte zu. Wenig später soll auch sein Bekannter mitgemacht haben. Damit war das kulinarische Duo endgültig auf einen Berufsweg abgebogen, der mit Kochen ungefähr so viel zu tun hatte wie ein Zauberstab mit einem Küchenmesser.

Harry Potter hatte seinen eigenen Messenger

Für die Kommunikation nutzten die beiden laut Anklage hauptsächlich den Messenger-Dienst Zangi. Dabei waren die echten Namen offenbar nicht besonders gefragt. Stattdessen kommunizierten die Beschuldigten unter anderem als „Harry Potter“, „Harry Potthead“ oder „Leonardo da Vinci“. Warum ausgerechnet diese Namen gewählt wurden, ist nicht bekannt. Man darf aber wohl davon ausgehen, dass „Harry Potter“ spätestens bei einer Drogenlieferung weniger magisch als auffällig wirkt.

Zwei Lieferungen pro Woche

Die beiden Männer sollen zwischen September 2025 und Mitte Januar 2026 in das Drogengeschäft verwickelt gewesen sein. Einer der beiden soll als eine Art Zwischenhändler fungiert haben: Drogen entgegennehmen, umpacken und anschließend an Abnehmer weitergeben. Der andere stellte laut Anklage seine Wohnung in Graz zur Verfügung. Dort sollen die Drogen im Keller gelagert worden sein. Und Nachschub gab es offenbar regelmäßig. Im Schnitt sollen zwei Lieferungen pro Woche eingetroffen sein. Das klingt weniger nach einem kleinen Nebenverdienst und mehr nach einem ziemlich schlecht organisierten Großhandel.

Die Einkaufsliste war beeindruckend

Was die Ermittler schließlich in der Anklage aufführten, liest sich allerdings weniger wie die Einkaufsliste eines Kochs und mehr wie das Sortiment eines ziemlich fragwürdigen Großhandels. Die beiden sollen laut Anklage unter anderem folgende Mengen an Drogen in Verkehr gebracht haben:

  • 20 Kilogramm Cannabis
  • 2,7 Kilogramm Kokain
  • 2 Kilogramm Heroin
  • 270 Gramm Crystal Meth
  • 2 Kilogramm Amphetamin
  • 8 Kilogramm sogenanntes „Los Pollos“-Amphetamin

Insgesamt also eine ziemlich beachtliche Auswahl. Wer jetzt allerdings auf die Idee kommt, „Los Pollos“ müsse besonders hochwertig sein, wird enttäuscht.

Breaking Bad lässt grüßen

Der Name „Los Pollos“ dürfte Fans der Serie Breaking Bad bekannt vorkommen. Dort steht „Los Pollos“ beziehungsweise „Los Pollos Hermanos“ für ein Unternehmen, das als Tarnung für ein großes Drogengeschäft dient. Das dort produzierte Methamphetamin wird in der Serie für seine außergewöhnliche Reinheit bekannt. Die steirische Version konnte diesem Qualitätsanspruch laut Sachverständigem allerdings nicht ansatzweise gerecht werden. Das „Los Pollos“-Amphetamin der beiden Grazer soll von äußerst schlechter Qualität gewesen sein. Harry Potter hätte also vermutlich keinen Zaubertrank daraus gebraut.

Demnächst geht es vor Gericht

Die beiden 29-Jährigen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft und sollen sich demnächst vor dem Schöffengericht in Graz verantworten. Nach Angaben der „Kronen Zeitung“ sind beide hinsichtlich der Vorwürfe reumütig geständig. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Fest steht aber schon jetzt: Die beiden haben offenbar eine ziemlich ungewöhnliche Karriere hingelegt.

Quelle: krone.at

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