
Die Kölner StadtGesellschaft kritisiert die aktuellen Pläne zur Drogenpolitik und warnt vor einer Überforderung der Stadt.
Zwar gelte das Züricher Modell mit der Verbindung aus Ordnung, Prävention, Therapie und Schadensminderung als wirksam, doch seien die strukturellen Voraussetzungen in Köln grundlegend andere.
In Zürich werde das Modell gemeinschaftlich von Stadt, Kanton, Bund und Gesundheitssystem finanziert. In Köln solle die Umsetzung hingegen größtenteils aus dem städtischen Haushalt erfolgen.
„Das ist weder realistisch noch gerecht“, erklärt KSG-Kommunalpolitiker Torsten Ilg und spricht von falschen Erwartungen an ein Modell „light“. Nach Einschätzung der KSG würde ein echtes Züricher Modell jährliche Zusatzkosten im zweistelligen Millionenbereich verursachen.
Diese Mittel stünden im städtischen Haushalt nicht zur Verfügung. Wer diesen Ansatz fordere, müsse klar benennen, wie und von wem er finanziert werden solle. Kritik übt Ilg zudem an der Verlagerung der Drogenszene in Wohngebiete wie das Pantaleons-Viertel.
„Ohne umfassende Änderungen droht sogar eine Ausweitung des Problems“, warnt er und sieht darin keine nachhaltige Lösung für die betroffenen Viertel. Zusätzlich warnt die KSG vor einer möglichen Sogwirkung.
Köln dürfe nicht zur zentralen Anlaufstelle für Drogenprobleme aus dem gesamten Umland werden. Versorgungsangebote sollten prioritär für in Köln gemeldete Abhängige gelten, während Land NRW, Bund und umliegende Städte verbindlich Verantwortung übernehmen.
Quelle: Lokalkompass
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