
Ein Vierteljahrhundert im schnelllebigen Umfeld der elektronischen Musikszene zu bestehen, ist eine Seltenheit. Wer in dieser Zeit nicht nur als Künstler, sondern auch als Unternehmer konstant relevant bleibt, hat mehr getan, als nur auf Trends zu reagieren – er hat sie mitgestaltet. Maurizio Colella, international bekannt als EDX, gehört genau zu diesen Persönlichkeiten. Seit Ende der 1990er-Jahre prägt der Schweizer DJ und Produzent die House-Szene mit seinem melodischen, cluborientierten Sound und hat sich gleichzeitig als Labelmacher etabliert. Sein 2000 gegründetes Label Sirup Music, das 2025 sein 25-jähriges Bestehen feiert, ist heute weit mehr als eine klassische Plattenfirma: ein 360-Grad-Unternehmen, das Publishing, Booking, Artist Development und Labelarbeit vereint und damit Künstlerkarrieren von der ersten Veröffentlichung bis zur internationalen Bühne begleitet.
Mit „Moyo“, seiner aktuellen Single, liefert EDX ein weiteres Beispiel für die Balance aus künstlerischer Kontinuität und Weiterentwicklung, die seine Arbeit seit Jahrzehnten prägt. Der Track kombiniert Tribal-Einflüsse, tiefe Basslines und detailverliebte Melodien zu einer Club-Hymne, die auch in seinem eigenen Schaffen einen besonderen Platz einnimmt – nicht zuletzt, weil „Moyo“ in mehreren südafrikanischen Sprachen „Herz“ bedeutet und damit genau das ausdrückt, was EDX seit jeher antreibt: Musik, die berührt.
Im Gespräch spricht EDX über die Entstehung von „Moyo“, seine Sicht auf die Entwicklung der House-Szene, die Herausforderungen und Chancen der heutigen Musikindustrie sowie seine Pläne für Sirup Music im Jubiläumsjahr. Und er erklärt, wie man es schafft, als DJ, Produzent und Unternehmer über Jahrzehnte hinweg relevant zu bleiben.
Welche Bedeutung steckt hinter dem Titel „Mojo“?
Jeder Künstler, der nachhaltig seit 30 Jahren Musik veröffentlicht, stellt sich immer wieder die gleiche Frage zu Beginn des Jahres: Hey, was machen wir dieses Jahr? Fahren wir mal so weiter oder entwickeln wir unseren Sound weiter? Ich habe jahrelang nie versucht, irgendwelchen Trends nachzuahmen, sondern bin immer bei meinem Sound geblieben und habe den Sound einfach weiterentwickelt. Manchmal passiert es, dass nach zehn Jahren wieder der gleiche Sound aufgefrischt wird und für die neue Generation neu verpackt wird. Bei mir ergab es sich genau so: Wir haben in den letzten Monaten ganz viele Tracks produziert, und viele sind im typischen Sound verpackt. Trotzdem wollten wir auch für den Sommer wieder eine Nummer haben, die besser zu den Festivals passt und trotzdem die Melodien und den freshen Sound verkörpert.
Und da ist eben „Mojo“ entstanden. Ich versuche natürlich auch immer die direktesten Titel zu finden, und „Mojo“ kommt bestimmt direkt aus dem Herzen – darum der Name „Mojo“.
Die Single klingt kraftvoll und gleichzeitig sehr detailverliebt. Wie sah der Produktionsprozess aus?
Das ist natürlich die größte Herausforderung. Eigentlich ist der Prozess immer gleich: Ich versuche zunächst einen Beat zu finden, der irgendwie richtig drückt. Wenn man den hat, geht es sofort weiter zum wichtigsten Punkt – das ist die Melodie. Die Melodie soll dem Zuhörer sofort ins Ohr fallen und auch nicht mehr aus dem Kopf rausgehen.
Bis man diese Melodie findet, vergeht immer eine gewisse Zeit, da man ja nicht nur Musik komponiert – im Sinne einer Melodie komponiert -, sondern auch als Künstler und DJ den Anspruch hat, dass man den Sound auch irgendwie noch frisch halten will und trotz allem auch innovativ sein will. In meinem Fall bedeutet das, den Hauptsound und die Signatur nicht zu vergessen.
Bei „Mojo“ ging das relativ schnell, dadurch dass es ein Club-Track ist. Klar sind immer beide Aspekte dabei – auch die Detailarbeit. Und es steckt Zeit darin, weil wir trotz allem auch die Qualität immer weiterführen wollen und nicht zu kommerziell werden. Nicht zu kommerziell im Sinne der Musikausrichtung, sondern authentisch bleiben, wie man es verpackt.
Die größte Herausforderung ist, dass die Melodie den Leuten im Kopf bleibt und das gesamte Konzept aus dem Herzen kommt.
Was bedeutet diese emotionale Tiefe in deiner Musik?
Wer mich kennt und meine Veröffentlichungen verfolgt – ich mache für mich jetzt schon seit fast 30 Jahren Musik, ganz genau sind es 28 Jahre – für mich war immer die Melodie wichtig, aber auch das Gefühl. Wenn mich jemand fragt, wie so eine Nummer klingen soll, ist es bei mir immer so: Es gibt nicht wirklich einen festen Style, aber das Gefühl und die Stimmung, die man mit der Musik näherbringen will, sollen immer warm und positiv sein.
Ich mache ab und zu auch mal eine härtere Nummer – die sind manchmal auch geil, vor allem wenn es etwas Klobiges ist. Aber grundsätzlich sind meine Musik und auch die Kollaborationen immer sehr „Make People Smile“-mäßig unterwegs, „Make People Happy“. Wir haben das immer beibehalten über die Jahre, und ich glaube, das kann man auch nicht mehr wegmachen, außer man macht wirklich etwas komplett Neues. Und das will ich auch gar nicht – ich finde, was wir da machen, eigentlich sehr gut.
Es ist mittlerweile ein Teil von mir geworden, beziehungsweise das bin ich, und das soll es auch sein.
Tracks wie „Desire“ oder „Cobalt“ – war das eine besonders kreative Hochphase?
Was soll ich dazu sagen? Viele, die mich auf Social Media begleiten, haben gemerkt, dass im letzten Jahr trotz etwa 60 bis 70 Shows international sonst nicht allzu viel Neues lief. Das hatte diverse Gründe: Ich habe Nachwuchs bekommen im letzten Jahr und wollte jetzt einfach auch ein wenig Zeit für die Familie investieren. Das war mir sehr wichtig. Dadurch ist auch mein eigenes Projekt ein wenig in den Hintergrund geraten – aber nicht nur, weil ich jetzt mehr Fokus den Kindern geben wollte, sondern weil es manchmal auch einfach wichtig ist, dass man so eine Phase auch genießt und sich auch musikalisch neu orientiert.
2025 stehen definitiv viel mehr Releases an. Ich habe natürlich auch im letzten Jahr extrem viele Tracks produziert, die wir gar nicht veröffentlicht haben und die wir jetzt neu verpacken werden. Dann geht es sicherlich ab Herbst auch mit viel weiteren Veröffentlichungen weiter. „Desire“ war eine wichtige Nummer – es war eine Trilogie mit der kasachischen Sängerin Jess Ball. Wir hatten damals „Neptune“ mit 27 Millionen Streams nur bei Spotify. Dann hatten wir noch eine andere Single und „Desire“ sollte wie ein Abschluss dieser Partnerschaft mit der sehr, sehr talentierten Jess Ball sein.
„Cobalt“ war für mich ein wichtiger Release, weil ich damit wirklich nochmals Präsenz zeigen wollte in meinem typischen Sound – einem Sound, den ich seit 17 bis 18 Jahren immer wieder nachhaltig jedes Jahr zum Leben erwecke. Das war ein Statement, das einfach nochmals wirklich zeigen sollte: So klingt EDX in 2025. Und es ist extrem gut gelungen, weil die positive Stimmung des Sounds, aber auch die tiefere Seite einer komplexen Melodie, die auch wirklich tiefe Gefühle in jemandem auslösen kann, perfekt zusammenkommen. Ich war extrem glücklich, dass wir das im Studio so gut hingekriegt haben.
Du blickst auf 25 Jahre als Label-Chef zurück – eine verrückte Reise?
Crazy! Als wir begonnen haben, gab es noch Kassetten und Kassettenrekorder. Dann haben wir die CD-Ära miterlebt, die extrem lukrative Compilation-Ära mit Lizenzen von Künstlern wie Armin van Buuren, Fedde Le Grand und Steve Angello. Später haben wir uns wieder zum Ursprungsgedanken des Labels orientiert: eine Plattform für neue Künstler zu bieten, denen wir unsere Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben. Das haben wir 20 Jahre lang weitergeführt. Es gibt extrem viele Acts, die aus unserer Schmiede entstanden sind. Der Katalog ist inzwischen 10.000 bis 15.000 Songs groß. Das Jubiläumsjahr wird viele Momente dieser Reise zeigen – auch Songs, die durch Social Media eine Renaissance erleben.
Wie funktioniert euer Ökosystem heute?
Wir sind ein eingespieltes Team geworden und setzen auf Nachhaltigkeit und langfristiges Artist Development. Das Ökosystem ist mehr zusammengewachsen, weil sich der Markt von physischen Tonträgern zu einem digitalen Markt verändert hat.
Nach welchen Kriterien entscheidest du heute, in welche Künstler du investierst?
Heutzutage wird das immer schwieriger, weil alles auf so vielen Ebenen stattfindet. Nicht nur die Musik ist relevant, sondern auch der ganze Social-Media- und Marketingbereich. Es ist sehr umkämpft – wir sprechen von 400.000 bis 500.000 elektronischen Tracks, die wöchentlich auf die Streaming-Plattformen kommen. Ich persönlich versuche immer, mein Team in die richtige Balance zu bringen, indem ich sage: „Hey, fokussiert euch auf die Musik, auf die Songs und auf Acts, die eine gewisse Diversität haben, wenn es um Musikrichtung geht, und auch die Ideologie zum Ganzen mitbringen“ – mehr als diese ganzen Influencer-Acts, die im Moment super erfolgreich sind.
Ich glaube, im Long Run ist am Ende trotzdem die Musik der Hauptgrund für eine erfolgreiche, langfristige Karriere. Sie muss nicht immer Peaks haben, aber eine gute Substanz – Acts, die über die Jahre ihr Standing immer weiter aufbauen und sich trotz allem nie prostituiert haben, wenn es um Musik geht, sondern immer bei ihrem Sound und auch ihrer Vision geblieben sind, inhaltlich aber auch in der Kommunikation.
Du bist seit fast drei Jahrzehnten aktiv. Was hält dich frisch – musikalisch, aber auch persönlich?
Ich habe das Glück, dass alles langsam begonnen hat. Ich konnte alle Facetten der elektronischen Musik von Anfang an miterleben – von der Italo-Disco-Zeit über Kraftwerk bis zum Techno-Boom der Neunziger, der Deutschland stark mitgeprägt hat. Die Langlebigkeit kommt auch daher, dass ich verschiedene Rollen trage: Management, Verlag, Label und als Künstler. Ich habe nicht den großen Druck, den andere Künstler verspüren, die alles auf eine Karte setzen. Bei mir ist es so, dass ich wirklich sehr gut ausgeglichen bin. Wenn es musikalisch mal nicht läuft, dann arbeite ich halt beim Label oder motiviere die Kollegen im Office oder mache Mentoring für neue Künstler, die wirklich das Talent haben, aber einfach die Erfahrung noch nicht mitbringen, die aber trotzdem oft langfristig eine Karriere daraus entwickeln.
Dadurch ist mein wichtigstes Credo, wenn es um meinen Werdegang geht: Ich stelle sicher, dass ich mit dem, was ich mache, glücklich bin. Und dann setze ich auch sehr viel Fokus darauf, nicht überall stattzufinden. Ich bin selber natürlich wegen der vielen Rollen sehr eingespannt, aber trotz allem fokussiere ich mich persönlich wirklich auf ein, zwei, drei Projekte. Wenn ein Projekt abgeschlossen ist und fertig ist, dann nehme ich das nächste Projekt in Angriff, oder ich investiere wieder mehr Zeit in mein eigenes Artist-Projekt.
Deine Podcast-Show läuft seit vielen Jahren. Was bedeutet sie dir?
Die Sendung läuft mittlerweile fast 13 Jahre – ich habe gerade Episode 753 aufgenommen. Alles begann mit dem Techno-Boom in Amerika vor 14 bis 15 Jahren. Ich hatte dort sehr viel Liebe mitbekommen und wollte etwas zurückgeben, vor allem der jüngeren Audience, die nicht in die Clubs gehen konnte – in den USA hast du erst ab 21 Zutritt. Es ist eine Herzensangelegenheit. Der Hauptpunkt ist, Musik zu präsentieren, die man nicht nur in Clubs spielt, sondern auch im Radio – nicht immer nur die Hits, die jeder spielt. Mittlerweile ist die Sendung weltweit in 50 bis 60 Ländern verfügbar. Das Feedback ist nach wie vor sehr stark. Für viele Menschen ist das wirklich Teil ihres Alltags geworden – nicht nur beim Sport, sondern auch emotional.
Du spielst sowohl auf großen Bühnen als auch in kleinen Clubs. Macht das einen Unterschied?
Das kann natürlich ganz unterschiedlich sein, auch je nach Stadt. Will man einfach die großen Bühnen haben, wo man sein Set immer wieder spielt, das dann immer gelingt und zum ganzen Erlebnis mit Visuals wird? Oder will man einfach auch die Nähe zum Publikum im Club haben? Ich persönlich finde beides extrem spannend. Ich spiele extrem gerne Festivals, wo man eine jüngere Audience antrifft und auch eine viel größere Masse an Menschen. Trotzdem liebe ich extrem auch Clubs. Ich bin im Club erst gewachsen und habe das von Anfang an miterlebt – das ist einfach, was ich selber bin.
Ich war letzte Woche in Italien im Urlaub und bin dann wirklich zum Ursprung, zu einem der ersten Clubs, die ich damals als junger Musikliebhaber entdecken durfte, und wollte einfach mal wissen: Ist der Club noch da? Leider war er nicht mehr da, aber ich erinnere mich immer noch an die langen Nächte damals mit 14, 15, 16 Jahren, wo ich stundenlang dem DJ über die Schulter geschaut habe. Jeden Morgen musste ich meinem Bruder dankbar sein, dass er mich trotzdem mitgenommen hat in den Club, obwohl er das gar nicht wollte. Wie gesagt, ich spiele beides gerne, beides hat seinen Reiz. Wenn ich jetzt international spiele, in Asien oder Südamerika, spiele ich gerne Festivals, weil da die Massen hinkommen und am Ende ganz viel Emotion und Wertschätzung für Musik haben. Das ist teilweise in vielen Ländern noch ein Luxusgut oder etwas, was man sich gar nicht vorstellen kann bei uns in Europa, wo die Musik überall immer verfügbar und kostenfrei ist.
Wenn du auf deinen Sound heute blickst, welche Einflüsse beschäftigen dich aktuell besonders?
Ich habe nicht so eine extrem aktive Touring-Karriere, das heißt, ich bin nicht davon abhängig. Das bedeutet, wenn ich Lust habe, dann planen wir Shows und stellen sicher, dass die Nachfrage auch bedient wird. Aber das muss nicht sein, da ich zum Glück auch noch andere Standbeine habe – Tätigkeiten, die trotzdem alle mit Musik zu tun haben und mich glücklich machen. Wenn ich jetzt rückwirkend auf meinen Sound schaue, versuche ich trotzdem in der Zukunft immer diesen warmen „Make People Happy“-Sound weiterzupushen. Klar versuche ich auch immer wieder, extrem weit zurückzugehen – ich mache jetzt Musik seit über zwei Jahrzehnten, aber ich habe mich natürlich schon vorher mit Musik befasst, und das fließt auch immer wieder rein.
Ich überlege immer wieder: Was könnte man wieder aufleben lassen, was einen damals extrem geprägt hat und was heute auch wieder funktionieren würde? Es gibt so viele elektronische Tracks, die damals super erfolgreich waren und heute gar niemand mehr kennt. Man kann sich nicht mehr richtig erinnern: War das, weil es wirklich ein guter Song war, oder weil einfach die Zeit damals anders war und wir noch viel intensiver uns mit diesen neuen Trends auseinandergesetzt hatten? Ich denke, es ist wichtig, dass man am Ball bleibt und auch seinem Sound treu bleibt. Das ist bei mir definitiv der Fokus. Meine Musik wird immer wieder zu hören sein, weil ich in der Nische veröffentliche, und da wissen die Leute schon: „Hey, das kommt irgendwie aus dem Hause EDX]“, und das soll auch so bleiben.
In Zeiten von Social Media und Influencer-DJs – wie gehst du damit um?
Als Künstler, der noch old-school-mäßig mit Schallplatten aufgelegt hat, immer noch mit Kassetten angefangen hat und bei dem die Musik der Hauptgrund war, warum man gefeiert hat oder in einen Club ging oder einen DJ gut fand, gibt es natürlich schon auch Momente, wo man die aktuelle Situation mit dem Social Media und dem Influencer-Aspekt in Frage stellt. Ich habe nie versucht, auf diesen Social-Media-Zug aufzuspringen. Ich denke, wenn ich heute in einen Club reinlaufe – die machen das alle gut, das ist eine neue Generation von Acts, die wollen ja alle ihre Musik präsentieren oder ihre Kunst und auch damit erfolgreich sein und auch davon leben können. Das muss man auch respektieren, und das ist auch so, wie es sein soll. Trotz allem setze ich immer noch auf die Musik und fokussiere mich auf die Musik und darauf, was die Musik in jemandem auslöst. Darum ist es für mich sehr schwierig, im heutigen Umfeld damit umzugehen.
Natürlich haben wir Label-technisch darauf reagiert und auch bei mir als Artist versuchen wir, bei den verschiedenen Versionen teilweise auf diese Trends aufzuspringen, die dann auf Social Media stattfinden, aber ohne dass wir die eigene Identität damit verwässern. Das ist auch ein großes Thema für mich. Ich bin natürlich nicht verunsichert, viele sind extrem verunsichert. Ich verfolge den Trend als Unternehmer, da wir eine Strategie und auch ein Credo haben, womit wir das Gefühl haben, dass wir das recht gut einschätzen können und dann auch dementsprechend in Zukunft verfolgen. Aber eben nicht grundsätzlich – wir wissen, wie weit wir das machen.
Was erwartet uns in Zukunft? Gibt es besondere Pläne für das Jubiläumsjahr?
Hinsichtlich des Jubiläums gibt es eine extrem große Aktivität, die bald losgeht. Dann geht es los mit Remixes von älteren Titeln, Interpolationen, neuen Versionen. Wir werden sicherlich auch Remix-Contests für die neue Generation aufsetzen und die eine oder andere Kooperation machen. Vielleicht werden wir alte Songs mit neuen Songs interpolieren und dann etwas Neues damit kreieren. Natürlich gibt es auch sicherlich im Branding gewisse neue, frische Anpassungen. Vielleicht kommt das eine oder andere Label, das nicht mehr so aktiv ist, auch wieder ans Licht und wird dann wieder sehr aktiv. Wie schon gesagt, da wird sicherlich mehr Musik kommen, und ab Herbst werden wir auch wieder zunehmend aktiver.
Was motiviert dich immer noch, hier zu sein und das alles zu machen?
Das ist schwierig, jemandem zu erklären, der nicht selbst DJ ist und die Welt bereist und auch mit eigener Musik Menschen beglückt. Für mich ist es immer noch nach wie vor eine Herzenssache. Es ist die Passion. Ich sehe das bis zum heutigen Zeitpunkt auch nicht wirklich als eine Arbeit oder einen Job, sondern vielmehr als eine Leidenschaft, die ich zum Glück zu meinem Job machen konnte. So soll es auch weitergehen, und ich bin jeden Tag wieder motiviert. Ich bekomme extrem viele Nachrichten von Fans, die mir dann auch diverse Geschichten schildern über ihre Erfahrungen mit meinen Songs oder Momente in ihrem Leben, die vielleicht nicht immer so super waren, aber durch meine Musik weniger schlimm wahrgenommen worden sind.
Solche Sachen motivieren mich natürlich immer wieder, und ich sage das auch, wenn ich mit meinen Kollegen spreche: Was machen wir? Alles, was ihr arbeitstechnisch macht, macht es, solange ihr glücklich seid mit dem, was ihr macht. Das ist, glaube ich, für DJs, die das wirklich seit Langem machen, das Wichtigste: dass es einfach Spaß macht und einen glücklich macht. Es ist natürlich auch ein Lifestyle, der teilweise viele Opfer mit sich bringt und auch teilweise mit dem ganzen Hin und Her und dem Druck, den man via Social Media oder durch die Mitbewerber spürt, nicht immer ganz einfach ist. Darum ist es ganz wichtig – in meinem Fall ist es die Kick, die Menschen glücklich zu machen. Das macht mich extrem glücklich.

Die Single „Moyo” von EDX isst am 18. Juli 2025 via PinkStar Records erschienen.
Aus dem FAZEmag 162/08.2025
Text: Triple P
Credits: Suzy Paylan, Amanda Nikolic
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