Dänemark hat neben einem Königshaus, der berühmten Meerjungfrau und dem Kindheitstraum(a) Legoland vor allem eins zu bieten: eine abwechslungsreiche Musikszenen mit immer wieder neuen, aber auch zahlreichen etablierten Künstlern unterschiedlichster Ausrichtung. Gemeinsam mit Trentemøller, Kasper Bjørke und WhoMadeWho gehören auch Casper Clausen, Rasmus Stolberg und Mads Christian Brauer von Efterklang zu eben jenen beachtenswerten Künstlern, die allerdings – wie ebenfalls viele ihrer Kollegen – inzwischen teilweise in Berlin weilen. Mit ihrer Melange aus Electronica und Indie, glanzvollen Popsongs, epischen Melodien, opulenten Arrangements und dem feinen Gespür für den schmalen Grat zwischen Melancholie und Kitsch haben sie sich seit dem Release ihres Debüts in 2004 in die Herzen vieler geschlichen. Gerade ist mit “Piramida” Album Nr. 4 auf 4AD erschienen, und diesem liegt eine ganz besondere Geschichte zugrunde. Inspiriert wurde der melancholische, doch nie hoffnungslose Sound der Dänen von einer Reihe von Fotos, die eine verlassene Siedlung auf Spitzbergen zeigen. “Diese Fotos haben uns so sehr beeindruckt, dass wir dort unbedingt hin reisen mussten. Es hat allerdings rund eineinhalb Jahre gedauert, bis wir hierfür die Genehmigung bekamen”, erklärt mir Multiinstrumentalist Rasmus Stolberg. Im August 2011 war es schließlich so weit. “Wir haben unsere mobilen Recorder und Drumsticks, Hämmer und anderen Gerätschaften mitgenommen, um den Sound direkt vor Ort zu generieren.” Das Ganze sollte als echte Gemeinschaftsarbeit aller drei Mitglieder Efterklangs funktionieren, mit den selben Eindrücken von Tag 1 an. “Unser Ziel war es, Musik zu kreieren, die uns und hoffentlich auch viele Hörer bewegt. Wir machen Musik mit dem Anspruch, unseren Verstand an neue, unbekannte Orte zu transportieren.” Für die dazugehörigen Lyrics zeichnet Sänger Casper Clausen verantwortlich, und trotz der düsteren Magie des verlassenen Produktionsortes handeln diese nicht zwangsläufig von Einsamkeit und Trostlosigkeit, sondern von allerlei Zwischenmenschlichem. Beides zusammen ergibt das wohl homogenste und energetischste Album Efterklangs bisher. Wie die Umsetzung des teils sphärischen Sounds auf der Bühne aussehen wird, können wir im Dezember erfahren, wenn die drei Dänen im Rahmen ihrer Tour auch einige Termine bei uns spielen. “Wir freuen uns schon sehr darauf. Wir haben in Deutschland immer sehr gute Erfahrungen gemacht, und jetzt, wo zumindest zwei von uns [Casper und Mads] hier auch leben, ist es noch mal etwas ganz Besonderes. Wir hoffen, dass es uns gelingt, das Publikum für eineinhalb Stunden Raum und Zeit vergessen zu lassen.”

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