Ehemaliger Neonazi wurde durch Raves deradikalisiert

Credit: Parents for Peace
Credit: Parents for Peace

Der ehemalige Neonazi Arno Michaelis verbreitete früher Hass durch gewalttätige Musik und fand unerwartet einen Weg zur Erlösung: Elektronische Tanzmusik und Rave-Kultur. Er schreibt seine Wandlung zu einem Verfechter des Anti-Extremismus vor allem der integrativen Kultur der Chicagoer Raves der 1990er zu.

In seiner düsteren Vergangenheit war er einst der Leadsänger einer Neonazi-Metal-Band und auch ein prominentes Mitglied der Hammerskin Nation, eine brandgefährliche Skinhead-Gang in den USA. Von 1987 bis 1994 war er tief in den Aktivitäten der Gruppe verstrickt. Heutzutage arbeitet er als Aktivist gegen Hass und Extremismus mit Organisationen wie Parents for Peace zusammen, um dabei zu helfen andere zu deradikalisieren, die eine ähnliche Vergangenheit wie er hatten.

Kürzlich trat Michaelis bei Business Insider in der Reihe „Authorized Account“ auf, in der er darüber sprach, wie Raves ihm auf seinem Weg aus dem Extremismus halfen.

„Mein Deradikalisierungsprozess war die Rave-Szene im Mittleren Westen“, sagte Michaelis bei Business Insider. „Innerhalb von anderthalb Jahren, nachdem ich die Hassgruppe verlassen hatte, fand ich mich sonntags um 4 Uhr morgens auf der South Side von Chicago wieder, wo ich mit 3.000 Menschen jeder möglichen ethnischen Zugehörigkeit, jedes sozioökonomischen Hintergrunds, jeder geschlechtlichen Identität und jeder sexuellen Orientierung zu House-Musik mit dem Arsch wackelte – und ich liebte jede Minute davon.“

Michaelis stellte fest, dass die Szene „die Bedürfnisse nach Identität, Sinn und Zugehörigkeit erfüllte“, die ihn ursprünglich zum Extremismus hingezogen hatten.

Hier könnt ihr euch das ganze Video zu seinem Interview ansehen:

Quelle: EDM.com