
Bevor Mousse T. Ende der 1990er-Jahre zum international erfolgreichen Produzenten aufstieg, war er bereits ein gefragter Remixer. Zum Beispiel stehen große Namen wie Michael Jackson, Missy Elliott oder Quincy Jones in seinem Lebenslauf.
In einem Gespräch mit Musikexpress sprach der DJ und Produzent über seine Remix-Erfahrung. „Die Aufgabe war im Prinzip, die Hörerschaft zu erweitern. Ich sage mal ganz überspitzt: Wenn du einen Scorpions-Song hast, der eine Pop-Rock-Ballade ist, willst du mit einem Remix versuchen, die Hörerschaft zu erweitern – zum Beispiel durch eine Dance-Version, eine Reggae-Version oder eine Radioversion.“
Er habe sich relativ schnell einen Namen aufgebaut, „weil ich es irgendwie immer groovy hinbekommen habe. Es war mir auch relativ egal, ob es Reggae, Pop, Rock oder was anderes war“, so der Hitmacher hinter Songs wie „Horny“ oder „Sexbomb“.
Irgendetwas – und wahrscheinlich viel davon – wird Mousse T. in seiner Laufbahn richtig gemacht haben, denn Künstler standen und stehen bei ihm Schlange. Dabei kann es auch mal passieren, dass es zu Absagen kommt. Zum Beispiel Richtung Frankreich.
„Ich werde manchmal gefragt, welche Remixe ich abgesagt habe und später bereut habe. Da fällt mir ein: Daft Punk“, so der 58-Jährige. Damals hätte das französische Duo ihr nach einem Remix für „Around the World“ gefragt.
Aber: „Ich habe gesagt: ‚Freunde, das Ding ist so perfekt, ich wüsste nicht, was ich damit machen sollte.‘ Ich bereue es nicht, aber zumindest ist es etwas, wo ich sagen würde: Okay, so ein Daft-Punk-Remix auf der CV wäre auch nicht schlecht.“
Wer die Karriere von Mousse T. verfolgt hat, der weiß, dass die Absage an Daft Punk seiner Karriere nicht geschadet hat. Vielmehr könnte es bald zu einem neuen, spannenden Remix-Projekt kommen. So traf er zuletzt z. B. den 84-jährigen Musikproduzenten Giorgio Moroder.
„Ich hatte ihm gesagt, dass ich all seine Arbeit respektiere, aber besonders einen Titel aus dem ‚Cat People‘-Soundtrack liebe, den er mit David Bowie gemacht hat. Eine Woche später hat Giorgio mir die Original-Parts von der David-Bowie-Session geschickt.“
Kein Wunder also, dass der Musiker in Mousse T. da nicht untätig bleiben könnte. „Jetzt muss ich von David Bowies Estate noch die Freigabe bekommen.“ Herauskommen könnte dann ein Remix. „Oder vielleicht eine Kollaboration: David Bowie x Giorgio Moroder x Mousse T. – dann habe ich alles richtig gemacht.“
Er fände es toll, Hand an Legenden-Songs legen zu dürfen. Das lässt sich eine Absage an Daft Punk auch sicherlich einfacher verschmerzen. „Damals war ich vielleicht eingeschüchtert. Aber ich glaube, die Entscheidung war damals okay.“
Quelle: Musikexpress
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