emmanuel top
Nach so unendlich langer Zeit meldet sich Emmanuel Top endlich zurück und das stärker denn je. Fokalm ist die passende Antwort auf seinen Individualismus in den 90ern, welcher uns sowohl auf seinem Label Attack stark prägte und uns einige Clubhits und Evergreens wie „Turkish Bazar“ sowie „Acid Phase“ schenkte. Er spielte Ostern diesen Jahres im Berghain und hat dort im Rahmen eines 8-stündigen Sets den dortigen Vibe nicht nur eingefangen sondern assimiliert, um mittels dieser drei sehr unterschiedlichen Tracks direkt über Deine Ohren Dein Nervenzentrum anzusprechen, ohne dabei den Solarplexus außer acht zu lassen. „Lost in Berlin“ spiegelt oder beschreibt ganz genau die Szene, als ich Ostern die große Treppe erklomm und zum ersten Mal die Energie, welche Crowd und DJ erzeugten eindrucksvoll wahrnehmen durfte. Du erreichst langsam die Plattform und nimmst erst einmal die unglaubliche Weite dieses Raumes wahr, begibst Dich mitten in die Crowd und wirst unmittelbar Teil dieser einzigartigen Kommunikation des DJs und seiner Musik mit dem Publikum, unterstützt durch die industrielle Optik des Innendesigns. Pure Energie und zutiefst magisch. Ich würde den Track durchaus doppelt laufen lassen, obwohl er bereits allein vollkommen ausreichend ist, allerdings erzeugst Du durch meinen Vorschlag zwei vorteilhafte Aspekte. Du erreichst erstens damit das Gefühl von Endlosigkeit und zweitens kannst Du aus einer Hauptthemen-Frequenz, die sich neben dem eingängigen Groove auf und ab zu bewegen scheint, sogleich eine zweite parallel laufende erzeugen. Du kannst hier in aller Seelenruhe die Effekte des Mischpultes modulieren, um dem Track dadurch noch mehr Leben einzuhauchen, als er ohnehin bereits besitzt. „Bipolaire“ zieht Bilanz aus Emmanuels Aktivitäten in den 90ern, in denen kaum eines seiner Stücke ohne die TB-303 von Roland ausgekommen ist. Letztere ist hier leichtgängig und unaufdringlich, man könnte fast meinen harmlos, im Vergleich zu früher. Er ist quasi das kontradiktorische Gegenteil zu seiner Gehirnschraube „Lobotomie“, die damals auf Nova Mute erschien. „Capture“ beschreibt den Sonnenaufgang in der Panoramabar. Er erinnert Dich daran, daß ein neuer Tag beginnt und Du voll und ganz mitsamt Deiner Mittänzer darin eintauchen kannst. Du musst dabei aber nicht unbedingt tanzen sondern kannst in Ruhe diesen Moment genießen und den Sonnenaufgang untermalt von diesem Stück auf Dich wirken lassen. Ich danke Dir dafür, Emmanuel, Du hast mich daran erinnert, warum ich das eigentlich Alles mache und liebe. 10/10 Manuel Lauro (Technoanwalt)