Endlich ein bisschen Bewegung: Hamburger Clubs bekommen Gelder

Fans retteten das Hafenklang mit einer Spendenaktion vor dem Aus, nun greift auch die Politik ein. SPD und Grüne haben einen Antrag auf den Weg gebracht, der 160.000 Euro aus dem Sanierungsfonds sichern soll.

Davon sollen 110.000 Euro in die Modernisierung der Veranstaltungstechnik des Hafenklang fließen, 50.000 Euro in einen Interimsstandort der Bar 227. Das Hafenklang an der Großen Elbstraße ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der alternativen Musikszene Hamburgs.

Doch gestiegene Kosten, offene Rechnungen und Rückzahlungen von Coronahilfen hatten den Club in eine existenzielle Krise gestürzt. Im letzten Jahr brachte eine Spendenaktion über 152.000 Euro zwar kurzfristige Entlastung, doch die strukturellen Probleme blieben bestehen.

Hansjörg Schmidt, Sprecher für Kreativwirtschaft der SPD-Fraktion, erklärt: „Das Hafenklang ist nicht nur ein Ort für Musik, sondern auch ein wichtiger kultureller Treffpunkt, der die Vielfalt der Hamburger Subkultur widerspiegelt.“

Für ihn steht fest: Nur mit einer Erneuerung der technischen Infrastruktur kann der Club seine Rolle als Plattform für Rock, Metal und Elektro dauerhaft erfüllen. Die Bar 227, die wegen des Neubaus der Sternbrücke schließen musste, soll dank der Förderung ein neues Zuhause bekommen.

Schallschutz, Barrierefreiheit und Brandschutzmaßnahmen stehen im Fokus, auch wenn die neue Adresse noch ungewiss ist. „Mit unserem Antrag stärken wir nicht nur die Clubs, sondern auch Hamburg als Kulturmetropole Nordeuropas“, betont Schmidt.

Die Betreiber des Hafenklang hatten schon 2023 die Öffentlichkeit alarmiert. In einem Statement hieß es: „Stand jetzt wird der Club Hafenklang seinen 30. Geburtstag – 30 Jahre Selbstverwirklichung, die oftmals vor allem Selbstausbeutung waren – nicht mehr feiern.“

Außenstände im fünfstelligen Bereich, Sanierungen und ein verändertes Ausgehverhalten verschärften die Lage zusätzlich. Nach dem Spendenaufruf zeigten sich die Betreiber in den sozialen Medien erleichtert:

„Unsere gramgebeugten Schultern sind aber um einige Zentner leichter. Feuchte Dankesküsschen gehen raus an jeden einzelnen von euch.“ Die Kampagne brachte neue Hoffnung, doch die Zukunft blieb unsicher.

Der Bürgerschaftsantrag am 10. September könnte nun entscheidende Weichen stellen. Auch die Grünen bekräftigen ihre Unterstützung. René Gögge, kulturpolitischer Sprecher, unterstreicht:

„Während andernorts bei der Kultur gespart wird, stehen wir in Hamburg mit voller Überzeugung an der Seite unserer Clubs und Kulturstätten.“ Für ihn ist das Hafenklang ein Club mit internationaler Strahlkraft, die Bar 227 ein wichtiger Ort für Nachwuchsbands. Trotz der Hilfen bleibt offen, wie sich die Lage langfristig entwickelt.

Quelle: MoPo.de

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