Am gestrigen 21. Oktober wandte sich CSU-Chef Markus Söder vor dem Bayerischen Landtag abermals an die Öffentlichkeit. In der Regierungserklärung ging es zum einen um die üblichen Thematiken wie steigende Infektionszahlen, Hot-Spot-Gebiete, Lockdowns und die Ausweitung der Maskenpflicht, aber zum anderen auch um neue Hilfsmittel für Solo-Selbstständige und Kreativschaffende – man mag es kaum glauben.

Zunächst kam der Bayrische Ministerpräsident allerdings auf weitere Beschränkungen für Veranstaltungen zu sprechen. In Regionen mit einem Inzidenzwert über 100 sollen Events deshalb auf 50 Teilnehmer begrenzt werden. Auch eine neue Sperrstundenregelung soll innerhalb dieser Regionen in Kraft treten – ab 21:00 Uhr ist demnach ab sofort Schicht im Schacht.

Anschließend widmete sich Söder, der in jüngster Vergangenheit nicht gerade Sympathiepunkte wie Payback-Punkte sammeln konnte, sich den aus unserer Sicht erfreulicheren Dingen: Solo-Selbstständige und Kreativschaffende sollen demnach ab sofort neue Unterstützungsmaßnahmen erhalten. “Künstlerinnen und Künstler geben uns mit ihrer Kunst mehr als nur eine Dienstleistung, sie geben uns oft auch Hoffnung und Freude”, verkündete der 53-jährige. Sie müssten deshalb “besonders unterstützt” werden.

Und wie werden die Maßnahmen aussehen? Nachdem die bisherigen Programme zum Schutz der Kulturschaffenden wenig erfolgreich gewesen seien, müsse man eine Verbesserung anstreben, gestand Söder bei der außerplanmäßigen Rede. “Wir werden ein Künstler-Soloselbstständigen-Programm machen, ähnlich wie Baden-Württemberg, und – ich sage das deutlich – bis die Pandemie vorbei ist”, kündigte er selbstbewusst an. Darüber hinaus soll der Freistaat um ein Spielstättenprogramm ergänzt werden und junge Künstler sollen eine Einstiegshilfe in Form eines Stipendienprogramms erhalten.

Präzise Detailangaben machte Söder zwar nicht, zum Abschluss kristallisierte er jedoch noch einmal die enorme Bedeutung der Bayrischen Kunst- und Kulturszene heraus: “Uns ist Kunst wichtig und wir glauben, dass es hier in diesen Zeiten eine echte Perspektive braucht.” Man werde sich gegen die Zerstörung der Kunst- und Kulturszene durch die Pandemie wehren.

Hier könnt ihr euch die Rede in voller Länge anschauen:

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Quelle: Youtube-Kanal des Freistaats Bayern