Am 6. März ist Lou Ottens, der Erfinder der Kassette, im Alter von 94 Jahren verstorben. Ottens war eine lange Zeit Techniker beim Konzern Philips und war an der Entwicklung der Kassette sowie der CD maßgeblich beteiligt.

Der Niederländer war ausgebildeter Techniker und war schon in jungen Jahren an Ton- und Übertragungstechnologien interessiert. Im Zweiten Weltkrieg baute er sich ein Radio, um die Sender der Alliierten zu empfangen. 1952 begann er seine Karriere bei dem niederländischen Elektronik-Player Philips, wo er nach acht Jahren für die Abteilung der Produktentwicklung verantwortlich war. So wurde dort der erste mobile Kassettenspieler entwickelt, der sich über eine Million Mal verkauft hat. Ottens hatte seinen Durchbruch im Jahr 1963, da er als leitende Figur bei Philips gemeinsam mithilfe einer Kooperation mit Sony die Kompaktkassette in ein Standardformat umgesetzt hat, die sich weltweit durchsetzte. Den Erfolg hat das Format besonders seiner handlichen Größe und Benutzerfreundlichkeit zu verdanken. Des Weiteren hat Lou Ottens auch an der Entwicklung der CD mitgewirkt. Ottens hat die Konzernleitung von Philips davon überzeugt, dass die CD ein geeigneter Datenträger für Musik sei, womit er letzten Endes erfolgreich war und dem Unternehmen zusammen mit Sony zum globalen Erfolg verhalf.

Foto: Jordi Huisman/CC-BY-SA 4.0


Auch wenn die Kompaktkassette kaum noch anzutreffen ist, gab es während der Corona-Krise ein kleines Comeback. Laut des aktuellen Jahresreports von Discogs wurden im Jahr 2020 insgesamt 282 798 Kassetten verkauft, wohingegen es 2019 nur 212 103 waren. Auf der Plattform stehen zurzeit über 1 Millionen Kassetten zum Verkauf. Vereinzelt erscheinen auch noch neue Veröffentlichungen auf diesem Format. So brachte Lady Gaga ihr neustes Album „Chromatica“ auf diesem Medium heraus.

 

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