Am 31. August ist die neueste Ausgabe der von !K7 initiierten Compilationreihe „Bugged Out“ erschienen, und für diese zeichnet der türkischstämmige Brite Erol Alkan verantwortlich. Auf dieser zwei CDs umfassenden Sammlung spannt er einen weiten musikalischen Bogen von Ron Hardy über Scuba und Jimmy Edgar bis hin zu Robert Wyatt und Buffalo Springfield. Clubsound trifft hier u.a. auf 70er-Folk. Das lässt vermuten, dass Herr Alkan so einige nennenswerte Platten aus den vergangenen Jahrzehnten in seinem Plattenschrank
beherbergt. Für uns hat er seine größten Schätze mal wieder heraus gekramt und stellt sie euch nun vor.


Georgio Moroder – The Chase

Dieser Song stammt vom “Midnight Express”-Soundtrack. Moroders Musik war immer ein konstanter Einfluss für mich. Ich liebe die Balance zwischen der Energie und des Raums, die er kreiert, und das ist etwas, das ich so oft wie möglich versuche, selbst zu verwenden. Jedes Detail der Produktion ist auf Perfektion eingestimmt. Eine Platte, die ich schon immer liebe.

Liars – Grown Men Don’t Fall – In The River Just Like That

Ich liebe Gitarrenmusik, die vollständig losgelöst, rau und chaotisch ist. Die ersten Liars-Platten enthalten all diese Elemente und noch mehr. Auch mag ich, dass die sie klingen, als wären sie in einem Mülleimer aufgenommen worden.

Daniel Avery – Need Electric EP

Dies ist Daniels erste EP für Phantasy, doch ich denke, sie ist eine sehr wichtige Scheibe für das Jahr 2012. Sie verbindet DJs aus allen Ecken der Musik – von Tiga, Gesaffelstein und Pedro Winter bis zu EanPearson, Jennifer Cardini und Andrew Weatherall oder auch Jungs wie Damian Lazarus und Dixon. Sie enhält die Qualitäten, die wir alle an Dancemusik lieben. Sie befriedigt sämtliche Ansprüche. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir diese Platte veröffentlicht haben.

Eon – Inner Mind

Ich habe diese Numer auf einem Piratensender 1990 entdeckt. Sie wurde von sehr vielen Acid House-DJs gespielt, dabei ist es nicht mal unbedingt Acid. Vieles von Eons Musik war sehr verwirrend (wie „Basket Case“ – als extremes Beispiel), und ich habe mich immer als Fan davon gezählt.

2ManyDJs – As Heard On Radio Soulwax Vol. 2

Ich könnte jeden ihrer Mixe des letzten Jahrzehnts auswählen, da sie alle die selbe hohe Qualität aufweisen. Dieser ganze Zeitraum war so spannend. Was die beiden noch weit vor der Zeit der Bootlegs oder dem Bastard Pop erreicht haben und die Tatsache, dass sie immer noch so aufregend sind, ist ein Zeugnis für ihre Genialität.

Late Of The Pier – Bathroom Gurgle

Das habe ich 2008 produziert, und es ist und bleibt eine sehr wichtige Platte in meinem Leben. Sie aufzunehmen war total super, wir hatten so viel Spaß im Studio, dass ich das Gefühl habe, dass das auf der Aufnahme zu hören ist. Wir haben versucht, einen einzigartigen Hall zu kreieren, indem wir die Vocals durch die Klimaanlagenöffnung gefeuert und Mikrofone am anderen Ende aufgestellt haben, um das Ergebnis einzufangen. Es hat nicht wirklich geklappt, aber wir haben es versucht – was den ganzen Prozess der Produktion beschreibt: Experimente durch Unerfahrenheit. Ein sehr nützlicher Vorgang, um Musik zu machen.

Talk Talk – Spirit Of Eden

Eine atemberaubend schöne Platte, die wirklich übersehen wurde, als sie erschien. Es ist eine Nummer, bei der ich jeden Künstler, mit dem ich arbeite, ermutigte, sie anzuhören. Sie ist ein wundervolles und echtes Dokument des perfekten Ausdrucks.

Audion – The Pong

Genau so liebe ich meinen Techno. Es ist befremdlich wie liebenswert. Ich denke wirklich, Matthew Dear ist heutzutage einer der besten da draußen. Die Vielfalt und die Qualität von
dem, was er produziert, sind unglaublich.

The Sharades – Dumb Head

Perfekte Popmusik, aber in meinen Ohren ist das Ganze vollkommen verstimmt. Das macht es umso interessanter, beunruhigt mich aber auch. Vieles der Trommelei auf der Platte ist
großartig, dennoch sehr simpel. Tatsächlich denke ich sogar, dass die finalen Drums mir die liebsten sind, die jemals aufgenommen wurden.

Wire – Pink Flag

Ich habe Wire schon immer gemocht, noch mehr als andere Punk-Bands wie The Clash. „Pink Flag“ ist wohl mein liebstes Wire-Album. Es hat mich sehr beeinflusst in der Weise, wie ich meine Gitarren klingen, wenn ich sie aufnehme. Ich hatte einmal die Ehre, Colin Newman zu treffen, und er wusste, wer ich war, was ich niemals erwartet hätte.

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