
Nach mehr als zwei Jahrzehnten Clubgeschichte trennt sich das Hotel Shanghai von einem zentralen Teil seiner physischen Identität: dem Dancefloor. Wie die WAZ berichtet, verkauft Betreiber Kay Shanghai aktuell originale Bodenstücke der Tanzfläche als Erinnerungsobjekte. Der Club steht vor dem Aus, die letzten Partys laufen an.
In einem Social-Media-Video kündigte Shanghai an, dass der Holzboden nach dem regulären Betrieb ausgebaut und in Einzelstücke zerlegt wird. Die Tanzfläche habe über Jahre hinweg unzählige Nächte, Veranstaltungen und Publikumsmomente getragen. Noch sei der Boden jedoch in Nutzung, der Verkauf der Fragmente erfolge erst nach Ladenschluss und mit zeitlichem Abstand zur endgültigen Schließung.
Die Bodenstücke werden in einem einheitlichen Format von 14 × 14 Zentimetern angeboten, gerahmt und mit den Jahreszahlen 2003 bis 2025 versehen. Der Preis liegt bei 69 Euro, die erste Auflage ist auf 200 Exemplare begrenzt. Der Vertrieb erfolgt über das Kollektiv „Association of all bad artists“, wie die WAZ weiter berichtet.
In sozialen Netzwerken stößt die Aktion auf gemischte Reaktionen. Neben nostalgischen Kommentaren und Erinnerungen wird auch das bevorstehende Ende des Clubs thematisiert, der über viele Jahre hinweg als feste Größe der Essener Clublandschaft galt. Ob Teile des Bodens noch aus der Vorgängerinstitution „Sigi’s Kalei“ stammen, ist bislang nicht bestätigt.
Perspektivisch möchte Kay Shanghai seine Aktivitäten derweil nach Mülheim an der Ruhr verlagern. Dort plant er seit längerem ein neues Bar-Projekt in einer ehemaligen Toilettenanlage in der Altstadt. Konkrete Details oder ein Eröffnungstermin stehen bislang jedoch nicht fest.
Quelle: WAZ
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