Canis_lupus
Um den Wolf spannen sich viele Mythen und Sagen. So sollen etwa die Gründer der Stadt Rom, Romulus und Remus, von einer Wölfin aufgezogen worden sein. Doch der Wolf wird nicht nur als starkes Tier verehrt, sondern wurde auch, beispielsweise in der Bibel oder in Märchen, als Sinnbild eines aggressiven Räubers verwendet. Der Wolf gehörte mal unter den Großsäugern zu dem Tier mit der größten weltweiten Verbreitung. Er war auf der gesamten nördlichen Halbkugel und damit auch in Mexiko, Nordafrika, Indien und Arabien zu finden. Durch seine Verfolgung und die Zerstörung seines Lebensraums galt der Wolf allerdings in Westeuropa lange als fast ausgestorben, auch in Deutschland. Doch seit rund zwei Jahrzehnten kehren Wölfe aus dem Osten nach Deutschland zurück.
Wölfe sind anpassungsfähig, sie brauchen nicht unbedingt Wald und Wildnis, auch wenn die meisten Wölfe in Wäldern und im Grasland leben. Daher ist die weitere Verbreitung von Wölfen in Deutschland nicht unwahrscheinlich – sofern man sie lässt. Die Bevölkerung reagiert zwiegespalten auf die Rückkehr des grauen Tieres. Während sich ein Teil der Bevölkerung über die Rückkehr freut, halten andere an dem Bild des gefährlichen Raubtiers fest. Bauern und Schafzüchter befürchten, ihr Vieh könnte bald gerissen werden. Im sächsischen Teil der Lausitz, wo besonders viele Wölfe leben, sind tatsächlich seit 2002 über dreihundert Nutztiere gerissen, verletzt oder vermisst worden. Der Staat subventioniert seitdem die Anschaffung von Schutzhunden und Zäunen, so dass die Zahl der gerissenen Tiere deutlich zurückgegangen ist. Für den Menschen werden Wölfe in der Regel nur gefährlich, wenn sie Tollwut haben. Denn die Beißwut während einer Tollwutinfektion scheint bei Wölfen stärker ausgeprägt zu sein.
Wölfe sind Rudeltiere und leben im Familienverband. Die Generation aus dem Vorjahr hilft bei der Aufzucht der jüngeren Welpen. Erst nach zwei bis drei Jahren verlassen die Jungen das Rudel und suchen sich einen Partner, um eine eigene Familie zu gründen. Dabei bleiben manche ganz in der Nähe der Eltern, andere legen weite Strecken, bis zu 1000 km zurück. Doch auch außerhalb der Paarungszeit sind Wölfe umtriebig. 25 bis 30 km legen sie für gewöhnlich am Tag zurück.
Ein Wolfsrudel ist streng organisiert und es herrscht eine ausgeprägte Rangordnung, jeder Wolf weiß genau, wo er steht. Dieses Konzept verhindert, dass es zu größeren Konflikten kommt sowie dient es der Arterhaltung mit der Geburtenregulation, da sich im Normalfall nur die Alphatiere fortpflanzen. Innerhalb der verschiedenen Abstufungen, haben die Wölfe auch bestimmte Aufgaben, die sie wahrnehmen. Am Anfang des Winters, vor der Paarungszeit, finden meist Rangordnungskämpfe statt. Da kämpfen die Rüden und die Fähen untereinander um die Führungspositionen. Während den Sommermonaten verändert sich diese Rangordnung kaum noch. Es gibt eine Rangordnung für die Männchen und eine für die Weibchen, das heißt der Leitwolf kümmert sich um die Männchen, die Leitwölfin um die Weibchen.
Das Leittier des Rudels ist der Alpha-Wolf und dessen Gefährtin das Alpha-Weibchen, die man immer am hochgestellten Schwanz erkennen kann. Niedrigere Wölfe halten ihren Schwanz entweder waagrecht (Betas) oder gesenkt (Gammas). Zudem gibt es noch den Omega-Wolf, der das niedrigste Tier im Rudel ist. Diese Wölfe verlassen das Rudel meist und versuchen ihr eigenes Rudel zu gründen.
Die Rudel suchen sich feste Reviere, die sie gegen andere Rudel verteidigen. Auch das nächtliche gemeinsame Heulen dient zur Markierung des Reviers. Aber nicht nur: So fanden Forscher heraus, dass die Wölfe mehr heulten, wenn ein Mitglied des Rudels die Gruppe verließ, dass ihnen besonders nahe stand. Ob Wölfe zu menschlichen Gefühlen wie Trauer fähig sind, bleibt jedoch verborgen. Dass Wölfe besonders bei Vollmond heulen würden, ist jedoch ein Mythos.
Woran erkennt man einen Wolf? Der europäische Wolf ist bis zur Schulter gemessen 70 bis 90 cm groß und bis zu 140 cm lang. Im Gegensatz zu einem großen Haushund ist der Rücken bei einem Wolf gerade. Wölfe haben außerdem kleinere Ohren als Hunde und einen buschigeren Schwanz. Haushunde und Wölfe gehören der gleichen Art – Canis lupus – an, denn alle Haushunde, egal ob Dackel, Bulldogge oder Mops stammen von Wölfen ab, die einst domestiziert wurden.


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