daniel stefanik


Das EVE ADAM AND Festival lädt wieder nach Thüringen ein. Zum sechsten Mal findet das liebevoll geplante Event statt, Ort der elektronischen Sause ist die Wartburgstadt Eisenach. Los geht es am 6. August um 14 Uhr und es wird dann bis in die Mittagsstunden des Folgetages gefeiert. Musikalisch haben die Macher bisher auch schon ein paar richtige Leckerbissen an Land ziehen können, so zum Beispiel Stefan Bodzin oder Daniel Stefanik. Mit letzterem haben wir uns über den Stand der Dinge unterhalten. Tickets für das Eve Adam And gibt es auf der Website des Festivals. Die Preise liegen bei 18,22 EUR.

 

Du bist ja nicht nur international viel unterwegs, sondern bist auch stark mit der Techno- und House-Szene in Leipzig verbunden. Wie würdest du generell die Szene in deiner Heimat beschreiben?

Als sehr gesund, niemals stehen bleibend und vor allem stilistisch sehr vielfältig und nicht nur auf Techno und House reduzierbar. Ich habe da schon so meine eigenen Highlights, die ich immer verfolge. ZACHARIAS, NOISY ANSWER, KASSEM MOSSE, das Label O*RS, die Jungs von KANN, die Platten von HOLGER, RON DEACON von RDF MUSIC, RIOTVAN… ich könnte da noch eine ganze Palette mehr vorstellen, wenn man mal ganz von unserem Flaggschiff MOON HARBOUR RECORDINGS mit MATTHIAS TANZMANN absieht. Umso mehr verwundert es mich, wenn kein elektronisches Musikmagazin der Welt auf diese Stadt schaut bzw. wenn, dann meist nur oberflächlich. Hier bewegen sich starke Künstler, die alle ihr eigenes Süppchen kochen, oft auch abseits des Mainstream und das ist eigentlich, was mich interessiert und auch in meine Plattensammlung gehört. Klar, wir sind nicht Berlin, wo sich wahrscheinlich jeder Tag wie ein Samstag um Mitternacht anfühlen kann, aber vielleicht ist gerade das der Grund für die Vielfalt, weil es nicht zu einer wahrhaftigen Reizüberflutung kommt und der Künstler an sich auch mal Pause machen kann zum reflektieren und verarbeiten. Ich bin in dieser Stadt sehr stark verwurzelt und sie inspiriert mich immer wieder aufs Neue.

 

Bist du eigentlich noch Resident im Leipziger Club Distillery? Was für eine Bedeutung hat der Club für dich?

Auf jeden Fall. Ich habe ca. 6 mal im Jahr eine eigene Nacht in der Distillery, wo ich mir auch immer wieder einen passenden Gast dazu einlade. Es ist auch einfach mal schön das Warm-Up zu spielen. Oft wird diese Disziplin unterschätzt, aber letztendlich ist der Warm-Up DJ für den Flow des Abends zuständig. In letzter Zeit habe ich auch öfter mal das Ende gespielt von 6:00 – 10:00, was auch sehr herausfordernd sein kann und das nicht nur für mich. Denn, schwimmt man auf einer Welle oder wenn nicht, wie bekomme ich die Menge dazu? Mittlerweile bin ich seit 11 Jahren dort Resident-DJ und wir sind zusammen Höhen und Tiefen durchlaufen. Wir konnten immer sehr ehrlich miteinander umgehen. Es ist sehr hilfreich, wenn man einen Ort hat, an den man sich über die Jahre immer wieder präsentieren kann. Mit jedem Abend lernst du etwas Neues dazu. Ich denke, in der Distillery ist meine Basis entstanden, auf die ich meinen Erfolg aufbauen konnte.

 

Wenn du auflegst, hast du einen Favorit – Club- oder Festival-Atmosphäre?

Ich denke schon, dass ich durch die Distillery und auch der Muna sehr verwöhnt bin, was ausgelassene Parties anbelangt, von daher sind diese 2 Orte und deren jeweiligen Open Airs wie das „TH!NK?“ der Distillery zum Beispiel auf jeden Fall ganz weit vorn und mir sehr wichtig. Aber natürlich gibt es woanders auch sehr schöne Orte, um aufzulegen. In Nürnberg die Rakete zum Beispiel, oder die Rote Sonne in München, Waagenbau in Hamburg, Stilvoll in Neuss, Airport in Würzburg, um mal bewusst einige Clubs in Deutschland und abseits von Berlin zu nennen. In Berlin spiele ich öfters im Watergate und fühle mich dort sehr wohl, auch weil die Mädels und Jungs vom Laden selbst sehr nette Menschen sind. Nichts desto trotz fühle ich mich im Herzen auch dem Tresor/Globus sehr verbunden, denn schließlich habe ich damals im alten Tresor ganz oft am Mittwoch zum Headquarter Abend spielen dürfen, was mich seinerzeit sehr geprägt hat. Im Ausland gibt es auch so viele starke Locations, dies würde jetzt hier aber den Rahmen sprengen. Dennoch, müsste ich 2 nennen, dann wäre dies das Womb in Tokyo und das Amnesia auf Ibiza. Festivals und Open-Airs sind generell immer eine willkommene Abwechslung, um aus den Clubs mal raus zukommen. Man spielt auch irgendwie ganz anders. Teilweise emotionaler. Prinzipiell aber auch schneller, was überhaupt nicht auffällt.

 

Du hast letztens die Cocoon-Compilation „Dots & Pearls 3“ gemixt. Wie kam es eigentlich zu der Verbindung mit dem Label?

Marc Scholl hatte damals noch im Büro von Cocoon gesessen und ihm hatte ich auch ein paar Stücke gegeben. Pauli kontaktierte mich per Email, um mir mitzuteilen, dass diese Stücke genau was für Cocoon wären. Für mich hat sich dann eigentlich auch ein Kreis geschlossen, denn meine erste Platte war Sven Väth „Harlequin – The beauty and the beast“. Ich kann mir auch bislang ehrlich gesagt keinen besseren Ort vorstellen für meine Musik. Umso schöner ist es, dass gerade auch Sven immer und immer wieder meine Platten spielt. Das ist für mich letztendlich auch die Bestätigung, dass ich soundmäßig genau dahin gehöre.

 

Du hast dieses Jahr schon zwei EPs veröffentlicht. Es gab letztens einen FB-Post von dir, der dich im Studio zeigte. Kommt da noch was nach? Vielleicht irgendwann sogar ein neues Album?

Ich arbeite zur Zeit an einem Album für mein zweites Projekt DLSK auf Growin‘ Music, was aber für das nächste Jahr erst interessant wird. Dann habe ich auch mit Mathias Kaden im Studio gesessen, wo wir schon mal 2 Stücke fertig haben. Ich denke aber, dass ich mich selbst dieses Jahr eher etwas zurück halten werde mit Releases. Ich studiere ja auch nebenbei und ich habe eine kleine Tochter, die auch noch etwas von mir haben möchte. Nichts desto trotz mache ich sehr viel im Studio. Mit Clemens Poetzsch (Jazz Pianist) arbeite ich an einem Jazz Album. Ich wollte schon immer mal so etwas machen, da ich sehr gern und sehr viel Jazz höre. Des weiteren produziere ich gerade ein paar Stücke für eine Filmreihe von Eric Stehfest (GZSZ Schauspieler), was auch ein sehr spannendes, aber auch herausforderndes Projekt ist. Von daher wird es auf keinen Fall still bleiben.

 

Du spielst viel mit Mathias Kaden zusammen und als Stefanik & Kaden und habt auch schon Tracks und Remixe veröffentlicht. Wie kam es zu der engen Zusammenarbeit?

Da haben sich damals 2005 einfach 2 Typen getroffen, die das Glück hatten, ihre Leidenschaft ausleben zu dürfen. Er ist mehr mit House aufgewachsen, ich mehr mit Techno. Wir spielen uns während der Sets dauernd die Bälle gegenseitig zu und dabei können wir uns immer wieder aufs Neue überraschen. Es macht dann einfach unheimlich viel Spaß! Dazu kommt, dass wir über die Zeit auch eine sehr schöne und enge Freundschaft pflegen. Es tut gut, wenn man einen Menschen in diesem Business hat, dem man absolut vertrauen kann.

 

Wie geht es mit Stefanik & Kaden weiter? Vielleicht auch mal wieder etwas gemeinsam produzieren?

Wie gesagt, wir haben jetzt schon mal 2 Stücke produziert und bleiben da dran. Im Hinterkopf schmieden wir da schon die ein oder anderen Pläne, die aber noch nicht wirklich spruchreif sind. Der Fokus liegt erst mal auf unsere „10 Jahre Stefanik & Kaden Tour“.

 

EVE ADAM AND // 06. & 07.08.2016 // Eisenach
Bisheriges Line-up: Stephan Bodzin, Jan Blomqvist & Band, Daniel Stefanik, Ruede Hagelstein, Greenville Massive, Davidé, Interelektrika, Schaefer & Søn, Justin Cowley & Florian Seifert, Erik S & Steffen R

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