
Manchmal reicht ein einziger Satz, um Jahrzehnte später juristischen Ärger auszulösen. Genau das erlebt gerade der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis. Der 64-jährige Ökonom steht plötzlich im Visier der Justiz wegen einer Ecstasy-Pille, die er nach eigener Aussage vor fast 40 Jahren genommen hat.
Der Stein kam ins Rollen, nachdem Varoufakis in einem Podcast offen über seine Vergangenheit sprach. Auf die Frage, ob er jemals Drogen konsumiert habe, antwortete er überraschend ehrlich. Neben Cannabis habe er einmal MDMA ausprobiert – Ende der 1980er Jahre während eines Aufenthalts in Sydney. Die Erfahrung sei zunächst angenehm gewesen, erzählte er: stundenlang tanzen, Euphorie, der typische Rave-Flow. Doch danach folgte eine Woche mit heftiger Migräne. Und damit auch sein endgültiger Abschied von der Substanz.
Ecstasy-Pille mit extrem langer Nachwirkung
Was wie eine harmlose Anekdote aus der Jugend klingt, hat in Griechenland allerdings eine unerwartete juristische Wendung genommen. Die Behörden werfen dem Politiker nun vor, mit seinen Aussagen den illegalen Drogenkonsum zu fördern oder andere dazu anzustiften. Genau dieser Vorwurf kann nach griechischem Recht strafbar sein. Im schlimmsten Fall drohen ihm bis zu sechs Monate Gefängnis sowie eine Geldstrafe.
Varoufakis selbst reagierte empört auf das Verfahren und bezeichnete die Anklage als lächerlich. Für ihn sei der Fall ein Beispiel dafür, wie politische Gegner versuchen könnten, unbequeme Stimmen unter Druck zu setzen. Auch aus seinem Umfeld kommt Unterstützung. Kritiker der Ermittlungen betonen, dass das Erzählen einer persönlichen Erfahrung kaum als Werbung für Drogen verstanden werden könne.
Der Fall sorgt inzwischen international für Stirnrunzeln. Denn während viele Prominente offen über Jugendsünden sprechen, landet eine solche Beichte selten direkt vor Gericht. Genau deshalb wirkt die Geschichte wie ein politisches Kuriosum. Ein ehemaliger Minister, eine einzelne Ecstasy-Pille aus den Achtzigern und ein Verfahren, das plötzlich wieder hochkocht. Alles irgendwie nicht für voll zu nehmen.
Ob daraus tatsächlich eine Verurteilung wird, ist offen. Sicher ist nur: Selten hat eine Rave-Erinnerung aus den 80ern so lange nachgewirkt.
Quelle: mixmag.net
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