Gary Beck im exklusiven Interview der Woche.


Der Schotte Gary Beck ist schon seit vielen Jahren dem Techno verfallen und hat nun auf Soma sein Album „Bring A Friend“ veröffentlicht. Wir haben den Labelgründer von BEK Audio zu seiner Musik und noch einigem mehr befragt.

Das Artwork deines neuen Albums ist ja äußerst kreativ …

Danke, dieses Bild wurde von meinem Vater gemalt. Er hatte eine sehr kreative Eingebung, die zu diesem Cover führte. Ich mochte seine Arbeit schon immer, also war er die erste Person, die ich fragte, als es darum ging, das Cover zu entwerfen. Es ist ein bisschen anders, aber ich liebe es sehr.

 

Was war dein Anspruch bei der Produktion von „Bring A Friend“?

Ich habe vor langer Zeit bereits angefangen, an dem Album zu arbeiten. Ich wollte etwas ganz anderes machen, mit einem limitierten Technobeat. Das Album hat sich mehrfach verändert im Laufe der Zeit, bis ich einen glücklichen Mix aus Experimentellem und Techno zusammen hatte. Es sind einige interessante Musikstücke darauf, und ich denke, die Leute werden teilweise überrascht sein, wenn sie sie hören. Ich wollte aufzeigen, dass es zwar ’nur‘ Techno ist, den ich produziere, aber der sehr unterschiedlich klingen kann. Der Hauptfokus lag darauf, den Gary Beck-Sound in jeden einzelnen Track mit einfließen zu lassen, egal, wie unterschiedlich sie auch alle sind.

 

Das ganze Album klingt sehr düster. Es beinhaltet Downtempo-Nummern ebenso wie die üblichen Peaktimie-Tracks. War diese Mischung so vorab geplant?

Ja, ich hatte dieses Gefühl bei vielen der Tracks. Es ging mir nicht nur um pumpenden Techno. Es ist schön, auch Gefühle und Emotionen transportieren zu können, insbesondere auf einem Album. Einige meiner liebsten Alben aus der Vergangenheit waren auf eine gewisse Art düster, ich mag diesen Sound einfach.

 

Dein Album erscheint auf Soma. Was magst du persönlich an diesem Label?

Ich mochte dieses Label und seine Releases schon immer, also war es für direkt erste Wahl. Ich kaufe Musik von Soma seit ich 15 bin. Leute wie Slam, Funk D’Void, Tony Thomas, Percy X und Silicone Soul veröffentlichen so großartige Musik. Die Tatsache, dass sie mein Heimatlabel sind, macht es also noch ein bisschen spezieller.

 

Wie sieht für dich ein perfekter Tag im Studio aus?

Mieses und verregnetes Wetter draußen ist schon mal ein guter Start. Und wir haben davon eine Menge in Glasgow. Ich mag es, früh zu beginnen, so gegen 7 Uhr, und arbeite dann bis 5 oder 6 Uhr am Abend, probiere verschiedene Ideen aus oder stellte einige Tracks abschließend fertig in dieser Zeitspanne. Ich trinke während dessen sehr viel Tee. Wenn ich bis in die Nacht arbeite, kann es auch schon mal eine Flasche Wein sein.

 

Welches Equipment benutzt du für deine Produktionen?

Hauptsächlich Hardware … darunter eine Roland RS-30, ein Microkorg (1&2), Old Korg Electribe ER-1 und diverse andere Synths. Ich denke, dass ist die beste Möglichkeit, den organischen Sound herzustellen, den ich suche.

 

Gibt es Produktionsschritte, die du nicht so magst oder etwas, dass du besonders gern tust?

Ich mag es, eine Idee wie einen Mini-Track zu kreieren. Es ist toll, wenn alles zusammenfließt, dies später in einen siebenminütigen Track auszubauen, kann ein schmerzvoller Prozess sein. Der Schlüssel für mich ist, nie die Energie und die Aufregung der ersten Idee zu verlieren. Nichts schlägt den Moment, in dem du einen spezielle Hook für den Track entdeckst. Wenn du die erst mal hast, ist es releativ leicht, den Rest drumherum zu bauen.

 

Welche Rolle spielen Freunde in deinem Leben?

Meine Freunde sind extrem wichtig für mich. Ich habe viele tolle Menschen über die Jahre getroffen.

 

Welches Ziel verfolgst du sonst noch aktuell?

Ich möchte unbedingt mein eigenes Label BEK Audio in den kommenden Jahren weiter nach vorne bringen. Wir haben tolle Produzenten wie Mark Broom, Mr G., Ben Sims und viele andere in der Pipeline für Releases in den kommenden Monaten. Ich bin auch sehr glücklich darüber, Slam an Bord begrüßen zu dürfen. Ihr Track „Harem“ wird mit einem Mix von mir kommen. Es sind aufregende Zeiten, und das Label entwickelt sich prächtig.

 

Ein Leben nach der Musik? Vorstellbar für dich als Vollblutproduzent?

Musik wird immer in meinem Leben stattfinden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie irgendwann mal nicht mehr einen so wichtigen Part einnehmen wird.

 

Nehmen wir an, es gäbe keine Musik, welchen Beruf würdest du dann ausüben?

Fußballer. Wenn das nicht klappt, würde ich Tieren helfen.
Und hier könnt ihr in das großartige Album hinein hören.