DJ-Contests sprießen dieser Tage wie Pilze aus dem Boden. Ein Festival-Gig als Gewinn verführt so manchen dazu, an einem Wettbewerb teilzunehmen. Doch während es bei den allermeisten bei einmaligen Warm-up-Sets bleibt, konnte Fabian Farell seinen Sieg beim „Bootshaus DJ-Contest“ 2015 nutzen und geht seitdem, angetrieben von Ehrgeiz und einer klaren Vision, seinen eigenen Weg.

FabianFarell_Live_075


So startete 2016 sein erster Festival-Sommer auf der anderen Seite der Turntables bereits mit Events wie dem WCD in Frankfurt oder dem Open-Beatz-Festival. „Das war mit das aufregendste Jahr: Alles war komplett neu und ich konnte so unglaublich viele Eindrücke sammeln. Genauso ging es 2017 aber weiter und ich durfte meine erste einwöchige Kroatien-Tour ankündigen. Innerhalb einer Woche spielte ich am Zrce Beach in allen vier Clubs der Region, die allesamt in der Liste der Top-40-Clubs weltweit zu finden sind. Meine absolute Lieblingslocation ist der Papaya-Club. Dieses Jahr wurde dann alles noch größer, denn neben meiner Bootshaus-Residency bin ich nun ebenso Resident-DJ am geliebten Zrce Beach. Unter anderem spiele ich dort auf dem großen Spring Break. Ebenfalls ging es diesen Sommer auf Festival-Gigs nach Spanien, Bulgarien, Luxemburg, Österreich und Tschechien.“

Einer der größten Schritte für den DJ und Produzenten war es, den Fokus zu 100 Prozent auf die Musik zu legen. „Ich war unglaublich motiviert, habe Tag und Nacht gearbeitet und mir in jeder freien Sekunde – neben meinem normalen Job als IT-Kaufmann – Gedanken darüber gemacht, wie ich meine Musik weiter pushen kann. Es ist gedanklich ein großer Schritt, einen guten und sicheren Job aufzugeben, um in einem unbeständigen Musikbusiness Fuß zu fassen. Und es ist ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht, nicht nur wegen der Arbeitszeiten! Doch für mich war es an der Zeit und wenn ich es nicht gemacht hätte, hätte ich es vielleicht nie gewagt. Manchmal muss man einfach mutig sein und gewisse Schritte gehen.“

Fabian Farells Sound, eine Kombination aus modernem, urbanem EDM, Trap und Bass-House, fand Support von den A&Rs bei WEPLAY, Run DBN und Pyro Records. Dass er dabei sehr vielseitig vorgeht, sieht er in enger Verbindung mit der aktuellen Clubszene, die er als sehr wandelbar beschreibt. „In den letzten zwei Jahren ging der Trend von Future-House über Trap bis hin zu immer mehr Goa und vor allem Hardstyle. Auch merkt man aber bei sehr vielen Artists, unter anderem Jay Hardway mit seiner neuen Nummer ,Paradigm’, wie der Trend zurück zu Trance geht. Wohin die Reise dieses Jahr gehen wird, ist schwer zu sagen. Meiner Meinung nach ist es nicht ausgeschlossen, dass der Hardstyle-Trend komplett in die andere Richtung auf Techno umschwenkt.“

Musikalisch sind einige größere, aufwendigere Projekte mit Vocals in der Pipeline, sodass er seinem Workflow im Studio ein Update verpasst hat. Was sich aber nicht geändert hat, ist seine Herangehensweise an einen Track: „Grundsätzlich sieht ein Studiotag so aus, dass ich mir vorher bereits Gedanken mache, in welche Richtung der Track gehen soll. Dann fange ich immer mit der Melodie an. Eine passende und gute Melodie ist die perfekte Grundlage. Als Nächstes kommt dann ein Grundgroove, der einem dann auch hilft, die passenden Synthesizer und Samples zu finden. Selbstverständlich wird das Handy dabei in den Flugmodus geschaltet, alles dunkel gemacht und die Welt ausgeblendet.“

2019 wird also erneut ein spannendes Jahr für Fabian, dessen Vorsatz für das neue Jahr mit Sicherheit das Veröffentlichen eigener Musik ist. Unzählige Gigs in ganz Europa, seine Residency im Bootshaus sowie seine Gigs am Zrce Beach lassen die Reise auf jeden Fall immer weitergehen.

Aus dem FAZEmag 083/01.2019
Text: Bastian Gies