Phil Fuldner X Louie Austen – Hoping (Ultra Records)

Also, Phil Fuldner ist ja nun einer der alten Recken und gefühlt von Anfang an dabei, und er wird einfach nicht müde, sich stetig neu zu erfinden. Hier nun das neueste Werk zusammen mit Louie Austen auf Ultra: Die Platte hat so viele Gesichter, dass sie erstens einfach universell einsetzbar ist, aber sie ist auch im derzeitigen Trend-Chaos eine wahrlich wunderschöne Platte, die unglaublich viel Spaß macht, auf dem Floor bestimmt noch mehr als auf den heimischen Boxen. Louies Stimme und die hoch gespielte Funk-Gitarre stehen sehr im Mittelpunkt und treiben das Ganze an. Die Streicherparts haben es mir besonders angetan. Ich feiere diese Platte! 10/10

Hugel feat. Bloodline – VIP (Warner)

Hugel ist so ein Act, den ich wirklich gut finde. Seine Musik bewegt sich zwischen aktuellen Trends, urbanen Einflüssen und ein wenig ihm selbst. Mit VIP hat er wieder so eine Rakete gestartet: Die Bassline ist wirklich das Beste, was ich in den letzten Wochen gehört habe, die Vocals von Bloodline sind der Deckel für den Topf. Für den Club maximal im Vorprogramm geeignet, fürs Radio und Co. wirklich schwer zum Einsetzen. Hugel ist ein Act mit fantastischem Output, aber eben zwischen den Stühlen.  8/10

Dubvision & Deep Vice – Bad Blood (STMPD Records)

Future House Music, der nächste Monat, der nächste Kracher. Dubvision, hier zusammen mit Deep Vice, liefert eine Hymne auf STMPD ab: die Vocals catchy, fast schon zu rund, die Melodie garantiert ein Lächeln im Gesicht. Mit Blick auf die aktuelle Situation und das, was kommt, bleibt uns nur, Kopfhörer aufsetzen, Augen schließen und genießen. Der Track ist eine Mischung aus Bigroom und Future House, die Grenzen verschwimmen. Erst im Break werden die Vocals zusammen mit der Melodie ganz groß und entfalten ihre Schönheit. Interessant und mehr als einen Klick wert.  8/10

Maku – Lose Your Mind (Up All Night Rec.)

Also, da kommt dicker Sound aus der deutschen Landeshauptstadt. „Lose Your Mind“ mag beim ersten Hören nicht so wild klingen, versucht es öfter! Der gelayerte Bass-Synth wird euch fortwährend in seinen Bann ziehen; die Vocals sind sehr vorsichtig platziert, hier wäre etwas mehr Action nicht schlecht gewesen, verliert er doch gegen das Instrumental an Metern. Sonst aber ein sehr geiles Teil, das in vielen Sets seinen Platz finden wird! 9/10

Dario Rodriguez & Loris Cimino feat. Mika Setzer – All I Need (Damien N-Drix Mix) (Mentalo Rec.)

Darios zweite Single auf Robin Schulz‘ Imprint spaltet nach wie vor die Community, klingt es doch anders als alles. Das ist auch gut so, es wäre doch sonst langweilig, ein Leben lang nur reine Basshouse-Tracks zu machen, oder ? Also, das Original ist absolut okay und die Vocals von Mika sind on point. Jetzt hat sich Damien der Sache angenommen – und das Ding hat sowas von Feuer, das nenne ich mal eine Steigerung, was für ein Monster. Schöne Retro-Synths, episch gehalten, auch wenn es insgesamt ruhiger ist als das, was Mr. N-Drix sonst so macht, spielbar, endlich! 9/10

Croatia Squad – Never Quiet (Sons Of Maria Mix) (Enormous Tunes)

Das Original war eine Bombe. Auf Enormous wird mit dem hauseigenen Act Sons Of Maria ordentlich nachgelegt. Der Act ist ja im Allgemeinen eher auf der deeperen Seite unterwegs, und auch bei diesem Remix wurde keine Ausnahme gemacht. Er ist absolut amtlich, aber wirklich traurig, fast schon depressiv. Ich finde ihn sehr passend, aber etwas mehr Pepp hätte das Teil schon noch vertragen, die Vorlage war ja da. 4/10

Dave202 – Collide (S2 Records)

Also, Dave202 macht auch im Lockdown ordentlich Feuer, mit „Collide“ kommt der nächste Slammer auf S2 raus. Feinster Bigroom aus der Schweiz, große Melodien, er würde direkt auf dem Floor landen. Natürlich liegen wir hier noch nah an einem Tool, aber es reicht völlig aus, und als Mittel zum Zweck reicht das aus (würde der ein oder andere sagen). 9/10

Mark Bale – Need Nobody (Kontor Records/Playbox)

Mit „Need Nobody“ geht der Artist Mark Bale hier sehr überlegt und vor allem #safetyfirst an einen Future-Bigroom-Track heran. Und auch wenn es hier da mal befremdlich klingt, ist das Ergebnis sehr erfrischend, selbst wenn die Floortauglichkeit nicht getestet werden kann und somit auf der Strecke bleibt, aber eben auch das Radio ganz weit weg ist. Das Break macht Lust auf mehr, leichte epische Sounds, immer den Floor im Auge bei der Produktion, die Vocals 100 Mal gehört und eben auch verwendet, warum auch nicht, die Chancen, damit erhört zu werden, sind einfach auch besser. Schade, dass auch diese Saison so ein Kracher maximal bei Spotify zünden kann. 9/10

Jack Wins X Joe Stone – Light Up My Life (Spinnin’ Records)

Wow, was für ein Brett kommt denn da auf Spinnin‘?! Funky, Disco und unkomplizierter Future House brettern da von Jack Wins und Joe Stone durch die Boxen und es hat überhaupt nur positive Vibes und versprüht die Lust auf Bewegung ungemein. Die Vocals sind bekannt, wahrscheinlich sogar gesamplet, klingen aber deutlich und passen gut, auch wenn der Track hier klar im Vordergrund steht. Das Break ist klassisch und knapp gehalten, was dem Track absolut zugutekommt, Drop – und ab geht der Hase. Absoluter Killer! 10/10

Dada Life – Love Is Coming Down (Crash & Smile Records)

So, Dada is back! Mit einem fetten Bigroom-Brett, das nur so ballert und eine Energie mitbringt, die unfassbar wirkt. Die Synths knallen raus, was geht, permanent und ohne Ruhe, was hier da mal etwas nervt – sind sie doch was zu standardmäßig, aber der Rest: Hut ab – geht gut ab – den Track kannste überall spielen, gut gemacht, Jungs! 9/10