niestolik_bigroombangers_08-2017


Bigroom Bangers by Falko Niestolik

Generation Hex E.P. (Hexagon Records)
Der Don und seine Nachwuchsarbeit sind ja bislang vorbildlich und die Selektion ist bewundernswert. Die neue E.P. der „Generation Hex“-Serie enthält wie gewohnt vier Tracks von verschiedenen Artists, wobei hier schon ordentlich Name-Dropping betrieben wird. Bougenvilla liefert seinen Beitrag mit dem Track „ONIK“, der im Club wohl ordentlich durch die Decke gehen wird, auch wenn er am Ende des Tages einfach nicht hängen bleibt. Anders dagegen Tom Budin & J-Trick, die da mit „Heard Right“ schon ein Monster-Brett abliefern – alles dabei: Dickes Piano, leichter Hip-Hop-Einfluss und ein Drop, der im Club für wahre Freudensprünge sorgen wird. Der Act Louder war mir bis dato unbekannt, doch das hat sich nun geändert: Mit „The Move“ findet sich ein wirklich spannender Track auf der E.P., der ordentlich anschiebt und sich in keiner Weise vor den anderen verstecken muss. Den letzten Track liefert Redondo ab: Sehr, sehr verspielt und er erinnert mich an irgendeinen Klassiker, aber ich komme wirklich nicht drauf! Nicht meins, aber anhören lohnt sich definitiv. 9/10

Planet Funk
Chase The Sun (SDJM Remix) (EGO Records)

Also, von Reworks wimmelt es ja derzeit – und manche Neuauflagen sind dann doch eher zum Fürchten, gar Weglaufen, was hier aber nicht der Fall ist. Die beiden Italiener liefern einen Monster-Club-Mix zu Planet Funks „Chase The Sun“ ab. Auf den 4 Minuten und knapp 19 Sekunden bringen sie das Thema auf den Punkt, der Drop ist fett und die Vocals – viele hatte der Original-Track ja nicht – sind auf den Punkt. Mega Brett der zwei Jungs. Wir hoffen auf mehr! 10/10

Kygo
First Time (Ultra Records)

Kygo ist ein echtes Ausnahmetalent und so habe ich mich ganz besonders über die neuen Remixe gefreut, da die Originale meistens einfach nur schön sind. R3hab liefern hier ein absolutes Festival-Meisterwerk ab, unfassbar, was für eine Bombe hier aus den Boxen dröhnt! Große Synthie-Welle mit Trap-Einflüssen, ohne aber den Stil des Acts zu verwischen, wunderbarer Drive und ein Drop, der die Crowd zum Mitmachen bewegt. Gryffin geht die ganze Sache noch etwas housiger an, auch wenn das den Vocals zumindest bei der Geschwindigkeit nicht unbedingt zugute kommt – das Ergebnis ist aber auf jeden Fall einen Klick wert. 8/10

Tom Swoon
Shingaling (Spinnin Records)

Man könnte jetzt vermuten, dass Tom da mit der Brechstange rangegangen ist – aus verlässlicher Quelle weiß ich aber, dass es eigentlich ein Spaß war. Den Original-Urhebern hat es jedoch so gut gefallen, dass sie ihr Okay gegeben haben, und man hat es einfach veröffentlicht. Das war auch gut, denn das Teil gehört auf die Tanzfläche und funktioniert und läuft und macht Laune und ist und war und bleibt ein Hit! Kleiner Sommer-Hit, definitiv, auch wenn der Track hier und da ein wenig mehr Swoon vertragen hätte. 10/10

 

Chocolate Puma & Moksi
Hippo (Heldeep Records)

Was für ein schräges Teil. Dass Chocolate Puma eh immer das machen, was sie wollen, und nie in eine Schublade passen, ist hinlänglich bekannt, und Moksi steht auch nicht weit entfernt von diesem Status. Nun mag man sagen, das passe zusammen – und ja, das tut es auch, aber es ist schon besonders ausgeflippt. Jeder Moment im Track ist anders, direkt und frisch, schräg und fett, geil und laut, einfach mal mitten ins Gesicht. Das Blackbox-Vocal im Hintergrund bleibt auch da, und das ist nur eines der Goodies, welche beim Hören zum Vorschein kommen. Was für ein Brett! 9/10

Rita Ora
Your Song (The Remixes) (Atlantic Records)

Rita Ora ist eine ganz großartige Künstlerin und mit dem neuen Album und der Auskopplung folgen standesgemäß auch die Remixe, die diesmal von Cheat Codes, Disciples und TeamSalut kommen. Doch fangen wir vorne an: Ich habe definitiv schon bessere Mixe von Disciples gehört, was nicht heißen soll, dass dieser nicht gut ist, aber ihm fehlt doch ordentlich Drive und eben das, was die Tracks im Regelfall ausmacht. Cheat Codes bleiben ihrer Linie treu: Tropical- und Future-House bringen die Vocals in Fahrt und verbreiten ein wenig Clubfeeling. Sie liefern hier einen wirklich soliden Mix ab. Der TeamSalut-Mix, ja, was soll ich sagen, ist eher urban und zumindest für mich der schönste Mix auf dem Release. Also, irgendwie fehlt der Knaller in dem Package – sehr schade. 5/10

Falko Niestolik
Alive (Run DBN Records)

Ja, bei mir laufe es, wurde mir neulich gesagt, und der Style habe die Chance zu Großem. Mir egal, ich mache Musik, weil ich wirklich nichts anderes höre als House – und mit der Geburt meiner Tochter haben sich große Energien freigesetzt, die ich einfach zu verpacken versucht habe. Mit „Alive“ kommt die nächste Single auf Run DBN Records: gefühlvoll, sanft, aber kein bisschen leise. Wenn einem die Melodien zufliegen und der Sänger das Gefühl trifft, genau dann entsteht so etwas. „Alive“ eben, hier ist der Name Programm. Hört rein, es würde mich freuen. ohne Wertung

Alessandro Cenatiempo
Take My Hand (inkl. Christian Laute Remix) (ZYX Records)
Also, jetzt zu behaupten, ZYX Music wäre wieder am Club-Markt aktiv, wäre zu viel des Guten, aber sie haben sich doch die eine oder andere Perle gesichert, zum Beispiel den italienischen DJ & Produzenten Alessandro Cenatiempo. Sein erstes Machwerk „Take My Hand“ ist eine extrem gefühlvolle und aufwendige House-Nummer. Indie-Vocals sorgen für eine einzigartige Note und der Track macht im Gesamten eine perfekte Figur. Mit an Bord ein Christian-Laute-Remix, der nach seiner „Be Happy“-Single ordentlich Fahrwasser haben dürfte. Der Remix ist extrem „Four to the Floor“ und pumpt mit einer am Anfang düster wirkenden Bassline ordentlich im Club, durch die kurzen Breaks mit dem im Defected Style gehaltenen Piano überzeugt er aber. 10/10

Ost & Meyer vs. Stage Rockers
Make Me High (Enhanced Recordings)
Gute Laune ist hier ganz vorne in der ersten Reihe zu finden. Perfekter Future-Bigroom-Sound aus dem Hause Enhanced. Die Bassline ist jetzt nicht unbedingt was Besonderes, mag man denken, aber gepaart mit den Vocals und dem Weg über den Break dorthin, ist sie schon sehr großes Billard und der Drop versetzt uns in Verzückung. Kurz und gut: Bomben-Clubnummer. 10/10

Billion
One That I Want (BMKLTSCH RCRDS)
Billion liefert hier ein mega Brett, allein die Vocals sind den Kauf wert. Future-House im Gewand und in der Art einer ganz klassischen House-Nummer. Breaks, Bridge, Strophen und eben der Refrain, das Ganze perfekt instrumentiert. Einfach Champions League. Mehr geht nicht. 10/10

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