bigroombangers_02-2017


Lucas & Steve feat. Jake Reese
Calling On You (Spinnin Records)
Die beiden Jungs sind seit ihrer Single mit Sam Feldt in aller Munde und ihre Veröffentlichungen erreichen stets Top-20-Positionen. Die Stimme von Jake Reese, die wie aus den Siebzigern klingt, Vocoder drüber und ordentlich getuned, sollte „Calling On You“ bereichern, was aber leider so gar nicht funktioniert hat. Das Backing ist gewohnt fett und würde ohne Gesang wahrscheinlich noch einen Tick besser funktionieren. Gute Laune und Funktionalität stehen seit jeher auf der Fahne des Teams, hier wurde etwas über das Ziel hinaus geschossen. Schade! 3/10

Frontload feat. Nicci
Osiris (Bonerizing Records)
Die beiden Jungs aus Wien sind schon sehr lange im Geschäft und haben ihre Erfahrungen bei ULTRA gesammelt, wo sie vor einiger Zeit mit ihrem Release, das die Dr.-Who-Melodie innehatte, weltweit Aufsehen erregten. „Osiris“ ist anders, ganz anders, also wirklich anders. Die Beschreibung „willkommen in deinem Gesicht“ wäre treffend, denn das, was hier knapp fünf Minuten lang aus den Boxen kommt, ist eine Festival-Waffe und ich bin gespannt, wie die Crowd reagiert. Showtek und Co. wird es freuen, denn so müssen sie nicht mehr unbedingt ihre eigenen Tracks spielen und können zeigen, dass auch sie mal wirklich etwas Neues spielen. 9/10

Giorgio Gee
R U Ready (Run Free Records/RNFR)
Dass RUN DBN derzeit einen wirklichen Lauf hat, ist nicht von der Hand zu weisen, doch geht man dort ähnliche Wege, wie sie auch die Kollegen im internationalen Geschäft beschreiten, und bietet Talenten wie auch gestandenen Künstlern die Möglichkeit, die Tracks zu veröffentlichen, die, sagen wir es mal so, nicht unbedingt in eine Schublade passen. Giorgio Gee liefert hier so eine Perle, die in 3 Minuten und 48 Sekunden durch den Club donnert. Die kommerziellen Parts bleiben komplett auf der Strecke – Bassline, Backing und diese kleinen Vocal-Schnipsel hat man schon tausendfach gehört. Aber immer wieder geil, denn die machen das Ding zu einem Groove-Monster. 8/10

David Puentez feat. Shawnee Taylor & MTS
Believe (WePlay Records)
David Puentez ist immer für eine Überraschung gut, in welcher Form auch immer. Bei seinen Produktionen lag er eher selten daneben und mit der Stimme von Mrs. Taylor kann auch wenig schiefgehen. Die Breaks sind fantastisch arrangiert und der Weg zum Drop ist stimmig. Im Ganzen ist der Track sehr cool gehalten und der Einsatz ist gegeben. Steiles Teil und voller Support. 10/10

Sean Finn feat. Amanda Wilson
For Tonight (Pyro Records)
Sean Finn gehört mittlerweile zu den deutschen Acts, die alle Trends überstanden haben und eben immer noch da sind – was jetzt nicht heißen soll, dass seine Musik uns hier direkt in den Bann zieht, nein, es ist eher ein respektvolles Schulterklopfen, denn es war bestimmt nicht immer leicht. Seine neue Platte ist auf unserem Radar aufgetaucht und mit Amanda Wilson, die international ein echtes Standing hat, wird hier dick aufgefahren. Das Original versucht in Richtung Madison Mars zu wandern, schafft die aber leider nicht so ganz. Die Happiness geht auf dem Weg zum Drop leider komplett flöten und zieht sich wie ein Kaugummi. Ein glückliches Händchen bewies man allerdings bei der Auswahl der Remixer: Art Alive bringt den Track für meine Ohren direkt auf die Tanzfläche. Er hat sich hier auf das Wesentliche beschränkt, ohne lange Umwege und mit diesmal etwas düsteren Sounds. Vol2cat bleiben da cooler und erwischen die Zeit des Warm-ups hin zur Peaktime. Im Großen und Ganzen ein gelungenes Release. 8/10

Thomas Gold
Better Version Of Myself (Armada Records)
Thomas Gold beschreitet neue Wege, die Richtung ist klar erkennbar: Major Lazor, Sneak und Co. sollen es richten in einer Zeit, in der es schwierig ist vorauszusehen, wohin die Trend-Reise gehen könnte. Er ist ein wahnsinnig guter Produzent, was hier in jeder Sekunde hörbar ist, aber ich denke, das ist einfach zu weit zwischen den Stühlen. Bevor ich hier eine unfaire Wertung abgebe, die der Track nicht verdienen würde, weil er wirklich „nice“ ist, macht euch selbst ein Bild. Keine Wertung.

Taamy & Point Blvnk
Tantrum (Panda Funk Records)
Das ist mal ultraheißer Shit, den Deorro da auf seinem Imprint Panda Funk veröffentlicht. Taamy und Point Blvnk liefern hier eine Peaktime-Bombe der wirklich besonderen Art ab. Cool, druckvoll, laut und direkt für die Tanzfläche gemacht, kracht es aus den Boxen. Die Breaks wurden kurz und effektiv gehalten und Langeweile wird hier garantiert nicht aufkommen, denn die Synthies peitschen einen wirklich zu immer neuen Höhepunkten. Support bekommen die beiden von Deorro selbst, Joachim Garraud, DJ Bl3nd und vielen anderen. Was für ein Brett! 10/10

Ralph Felix & SDJM
The Heat (Ultra Music)
Mein Track des Monats. Warum, das müsst ihr selbst hören. Ich habe das Original schon verehrt und nun haben sich Ralph Felix und SDJM der Sache angenommen. Hinter SDJM stecken Simon De Jano und Madwill, welche auf Size & Co. ihr Unwesen treiben. Hier haben sie gezeigt: Sie können auch poppiger werden – auch wenn die Vorlage gigantischer kaum sein könnte. Ist aber auch nicht so leicht, es nicht kaputt zu machen. Ultra Music hat damit einen weiteren Hit verbuchen können, der Spaß macht, ein Lächeln auf unser Gesicht zaubert und auch schon in den Sets der ganz Großen wie Axwell, Don Diablo und vielen anderen angekommen ist. Monster! 10/10

Corey James x Will K
Riu (No Face Records)
Beide Acts waren solo sehr erfolgreich und die Liste ihrer Veröffentlichungen, Remixe und Coops liest sich ein wenig wie das Who is Who der House-Szene, wenn auch der wirklich große Wurf bis dato gefehlt hat. Zusammen versuchen sie es, wobei hier zu sagen ist, dass es dieser angestrebte Wurf auch nicht werden sollte, denn dafür ist es zu speziell, zu verspielt, zu geil. Was für ein Bigroom-Monster, welches mit Sicherheit schwer seinen Einsatz finden wird, weil man sich in den knapp vier Minuten kontinuierlich die Frage stellt: Verdammt noch mal, was spiele ich danach? Ein Monster-Tool, das richtig Spaß macht. 8/10

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