„Familientreffen“: illegaler Rave im Naturschutzgebiet sorgt für Ärger

Ein illegaler Rave in einem Naturschutzgebiet auf der polnischen Insel Karsibór hat am vergangenen Wochenende für Ärger gesorgt. Anwohner der Hafenstadt Swinemünde, das bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs das größte deutsche Ostseebad war, sahen sich einer erheblichen Lärmbelästigung ausgesetzt. Hinter dem Rave stecken die deutschen Organisatoren des Achterland Festivals.

Wie unter anderem die Ostsee Zeitung berichtet, wurde die Techno-Party ohne Genehmigung der Behörden mitten im Natura-2000-Schutzgebiet ausgetragen. Der Rave sei unter dem Vorwand eines „Familientreffens“ auf einem Privatgelände gelaufen, erwies sich jedoch als Festival mit hunderten Besuchern. Das wiederum brachte die lokale Bevölkerung und die Behörden auf die Palme.

Die Insel Karsibór steht unter strengem Schutz und gilt normalerweise als friedlicher Ort für Mensch und Natur. „Wir haben hier Natura-2000-Vorgaben, und dann machen sie einen solchen Lärm, dass man ihn sogar auf der anderen Seite des Haffs hören kann“, beklagte sich ein Anwohner. Die Organisatoren planten angeblich mit bis zu 500 Gästen, die per Kleinbussen, Reisebussen und Taxis auf die Insel transportiert wurden.

Während des Wochenendes wurde mehrfach die Polizei gerufen, die unter anderem zwei Strafanträge wegen Ruhestörung gestellt hat. Laut eines Sprechers sei die Musik nach den ersten Warnungen leiser gestellt worden.

Empört zeigte sich derweil auch die Stadtverwaltung von Swinemünde im Namen von Stadtpräsidentin Johanna Agatowska. In einem Statement auf Social Media spricht sie von  „verwerflichen Verhaltensweisen, die das gegenseitige Vertrauen und die gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland gefährden“. Sie fühle sich betrogen. In Zukunft wolle man strengere Kontrollen durchführen.

Quelle: Ostsee Zeitung

Foto: KatarzynaNP via Wikimedia Commons

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