Poll2015
Die Durchstarter des Jahres – nicht zu verwechseln mit Newcomern. Die sind natürlich ein Teil dieser Kategorie, aber hier tummeln sich auch Acts, die man evt. schon auf dem Radar hatte, die aber im abgelaufenen Jahr einen besonders großen Sprung gemacht haben.


01. Sebastian Groth
02. Robin Schulz
03. Kobosil
04. Claptone
05. Felix Jaehn
06. Bjarki
07. Matt Mus
08. Jonas Saalbach
09. Marika Rossa
10. Nakadia

11. Sophie Nixdorf
12. Kygo
13. Pappenheimer
14. Raphael Dincsoy
15. Iris Menza
16. Luigi Madonna
17. Wigbert
18. Gestört aber GeiL
19. Miyagi
20. Ost & Kjex

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sebastian groth

Sebastian Groth im Interview

FAZEmag: „Awake” ist dein drittes Album und für viele Groth-Fans der ersten Stunde sicherlich überraschend „soft“ bzw. abwechslungsreich. Du selbst bezeichnest das Album im Interview als Neuanfang für dich und Ausbruch aus einem Tunnel. Hast du mit dieser positiven Resonanz gerechnet und was sagst du zu dem Poll-Ergebnis?

Sebastian Groth: Ganz ehrlich? Damit habe ich absolut nicht gerechnet! Eine Wahnsinns-Überraschung! Tatsächlich war ich vor dem Release ein wenig besorgt, wie die Leute darauf reagieren würden. In meinen Sets spiele ich ja immer schon recht breit gefächerten Sound, aber für meine Produktionen war das doch eher neu. Mir ist schon während der Produktion, wenn ich die „softeren“ Tracks im Club angetestet habe, aufgefallen, dass diese wirklich gut angenommen wurden. Aber es ist doch immer etwas anderes, ob man einen Track mal im Set „dazwischenstreut“ oder zu Hause in Ruhe hört. Das Ergebnis vom Poll haut mich gerade wirklich um – danke!

FAZEmag: Es kommt oft vor, dass Künstler auf einen Hit reduziert werden. Was überwiegt bei dir? Das Genervtsein in Bezug auf Anfragen, „Pepps” zu spielen oder so etwas Ähnliches zu produzieren, oder der Stolz?

Sebastian Groth: „Pepps” war ja nie als richtiges Release geplant: Ich habe 2013 nach einem 160-bpm-Hardtechno-DJ gespielt und den Track nur als Intro für mich gebaut, um irgendwie eine Brücke zu Techno schlagen zu können, ohne ein zu krasses Break auszulösen. Das Set ist im Netz gelandet und auf einmal wollte jeder dieses Lied von mir haben. Eigentlich hat der Track ja noch nie meinen wirklichen Sound widergespiegelt, deswegen spiele ich ihn auch nur als Outro in meinen Sets. Die Reaktionen darauf sind aber selbst nach mittlerweile drei Jahren immer noch jedes Mal überwältigend! Dadurch wird natürlich ganz besonders mein Ehrgeiz geweckt, zu beweisen, dass ich nicht nur einen Trash-Hit produzieren kann, sondern auch „seriösen“ Techno.

FAZEmag: Oft flüchten sich Produzenten, die auf einen Sound festgelegt wurden, in Projekte oder Pseudonyme, um unvoreingenommene Reaktionen zu erhalten. Wieso war das für dich keine Option?

Sebastian Groth: Ich habe wirklich lange überlegt und dann sogar ein neues Projekt gestartet, bei dem ich unvoreingenommen produzieren kann, was ich will. Allerdings lege ich da jetzt keinen Fokus drauf, das Ganze ist eher „just for fun“. Ich denke, als DJ darf man sich auch unter seinem Namen weiterentwickeln. Wenn dem nicht so wäre, würde z. B. ein Carl Cox heute noch UK Hardcore spielen.

FAZEmag: Welche Künstler und Tracks haben dich 2015 begeistert und inspiriert?

Sebastian Groth: Ich finde, 2015 war für Techno mal wieder ein richtig geiles Jahr! Nachdem in den letzten ein bis zwei Jahren soundmäßig alles ein bisschen festgefahren erschien, sind 2015 endlich wieder einige Dämme gebrochen. Drumcode haben z. B. eine super Linie gefahren – immer eine gute Mischung aus hartem, aber trotzdem groovigem Techno. Oder Gary Beck, der supersimple groovige, aber trotzdem harte Tracks produziert, die auch immer funktionieren. Aus Deutschland finde ich als Produzenten unter anderem Matt Mus und Markus Weigelt super. Beide gerade erst Anfang 20, hauen aber ein Brett nach dem anderen raus. Als DJ habe ich ganz großen Respekt vor Pappenheimer und Kerstin Eden, die sich beide, schon bevor sie ihre ersten Releases hatten, als reine DJs eine riesige Fanbase erspielt haben, was ja wirklich ganz selten in der Szene vorkommt. Ganz besonders Jörg (Pappenheimer), dem seine Fans treu bleiben, egal ob er House oder Hardcore auflegt.

FAZEmag: Was steht bei dir 2016 an?

Sebastian Groth: Das erste Halbjahr ist mit meiner Albumtour schon recht gut ausgebucht und für den Sommer steht auch schon das eine oder andere Festival fest. Aktuell ziehe ich mit meinem Studio aus meiner Wohnung in eine neue Location, in der ich endlich wieder ordentlich aufdrehen kann, ohne meine Nachbarn zu stören. Dann soll mein neues Label Audition richtig Fahrt aufnehmen. Das nächste Release kommt Ende Februar von D-Unity mit einem Remix von Drumcomplex. Ich habe ein wirklich gutes Gefühl – 2016 wird ein gutes Jahr!