Eine erstaunliche Konstante begleitet seit Jahren die Sieger der Remix-Kategorie, die Gewinner haben sich einen Track aus den 90ern vorgenommen: 2015 war es Adam Port mit Sven Väths „Ritual Of Life“, 2016 Enrico Sangiuliano mit Mobys „Why Does My Heart Feel So Bad“, 2017 Solomun mit seiner Version von „The Age Of Love“, 2018 Purple Disco Machine mit Fatboy Slims „Praise You“ und nun Thomas Schumacher mit dem 94er-Track „The House Of House“:

Remix 2019
1. Cherrymoon Trax „The House Of House / Thomas Schumacher Remix“ (Electric Ballroom)
2. Eats Everything „Space Invaders / Charlotte De Witte Remix“ (Kneaded Pains)
3. Marshal Jefferson „Move Your Body / Solardo Remix“ (Ultra)
4. Rosa Anschütz „Rigid / Kobosil 44 Rush Remix“ (R Label Group)
5. Monolink „Return To Oz / Artbat Remix“ (Embassy Of Music)
6. Winx „Don’t Laugh / Agent Orange Rework“ (Nervous)
7. Adam Beyer „Teach Me / Amelie Lens Remix“ (Drumcode)
8. Roberto Clementi „Bonton / Marcel Dettmann Remix“ (Echocord)
9. Gotshell „19 Caracteres / Flug Remix“ (Suara)
10. Adam Beyer, Layton Giordani & Green Velvet „Space Date / Pleasurekraft Remix“ (Drumcode)

11. Markus Weigelt „Transit System / Pappenheimer Remix“ (Wasted)
12. Roberto Surace „Joys / Purple Disco Machine Remix“ (Defected)
13. CYB „Now / Drumcomplex Remix“ (Studio 3000)
14. SLV „Dust / Setaoc Mass Remix“ (Soma)
15. Pan-Pot „Confronted / Anfisa Letyago Stranger Remix“ (Second State)
16. Matt Ess & Lucas Wirth „Kick it Bass / A.Paul & DKult Remix“ (Naked Lunch)
17. CJ Bolland & The Advent „Camargue 2019 / Enrico Sangiuliano Remix“ (Drumcode)
18. Bebe Rexha „Last Hurrah / David Guetta Remix“ (Warner)
19. Lil Nas X ft. Billy Ray Cyrus „Old Town Road / Diplo Remix“ (Columbia)

 

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FAZEmag-Jahrespoll 2018: Remix

 

Interview mit Thomas Schumacher

 

Herzlichen Glückwunsch Thomas. Du hast in der Kategorie Remix für deinen Mix des Klassikers „The House Of House“ die meisten Stimmen bekommen. Auch in unseren FAZE Forty ist dein Mix mehrere Monate in den Top Ten vertreten gewesen. Wie ist es zu diesem Mix gekommen und wieso hat er deiner Meinung nach so gut funktioniert?

Vielen Dank für die Glückwünsche. Ich freue mich sehr über die positive Resonanz bei den FazeMag-LeserInnen, daher ein großes Dankeschön an alle, die für meinen Remix gestimmt haben. Wie es dazu kam? Als das Original 1994 auf Bonzai erschien, hat es mich schon komplett begeistert – was für ein großartiger Track! Ich habe das Teil damals monatelang gespielt und Gott, was sind die Leute durchgedreht. Irgendwann war das Thema dann aber auch durch und die Scheibe hat ihren verdienten Ruhestand in meiner Vinyl-Sammlung angetreten. Ich glaube Ende 2018 bin ich dann beim Herumstöbern in meinen Platten darauf gestoßen und dachte, dass es eigentlich wieder ganz gut in die Zeit passt, jetzt wo Rave und Acid wieder relevante Themen im Techno sind. Ich habe dann das Original ein paar Mal gespielt und die Leute haben super drauf gefeiert, obwohl der Sound natürlich ein wenig ‚dünn‘ war. Daher kam auch die Idee, einen Remix zu machen. Mir war es wichtig, nah am Original zu bleiben und diesen ultimativen Rave-Spirit, dieses Hymnische aufleben zu lassen – aber eben mit den Schumacher-typischen Stilmitteln – sprich: viel Drive und einer ordentlichen Portion Acid. Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen.

Wir wissen alle, dass das Musikbiz zyklisch verläuft: Mal ist man ganz oben, dann gibt es ruhigere Phasen, bis es wieder abgeht. Ich habe das Gefühl, dass es 2019 wieder ein großes Thomas-Schumacher-Jahr gewesen ist. Wie schätzt du das vergangene Jahr ein?

Die Musik-Welt verläuft in der Tat zyklisch und wenn man das erstmal akzeptiert hat, dann stellt sich auch eine gewissen Souveränität ein, wenn man etwas ruhigere Phasen erlebt. Das ist vollkommen normal und bietet zudem die Möglichkeit, sich neu aufzustellen. Außerdem würde man großartige Jahre, so wie 2019 eins für mich war, überhaupt nicht so zu schätzen wissen. Ich denke es liegt daran, dass wir uns ständig vergleichen. Oftmals ist man der Meinung, anderen würden diese Schwankungen erspart bleiben – so ist es aber nicht. Ich habe gelernt, mich auf mein Handeln zu Konzentrieren und den Blick dabei nach vorne zu richten. Das ist eine gute Kombination. Grundsätzlich freue ich mich, dass Techno wieder seinen alten Stammplatz auf der Beliebtheitsskala der Leute eingenommen hat, nämlich ganz weit oben und dass ich meinen Teil dazu beitrage.

Nach deinem Drumcode-Release Anfang 2020 stehen dir wieder alle Techno-Türen offen. Was ist bei dir für 2020 geplant? Auf welche Festivals freust du dich schon jetzt?

Es war definitiv einer der besten Momente 2019, als Adam sich bei mir gemeldet hat, um über eine EP auf Drumcode zu sprechen. Ich habe viel Respekt vor dem, was er in all den Jahren geschaffen ha und wie er seinen Teil dazu beigetragen hat, Techno auf dieses Niveau zu bringen. Ich bin wirklich stolz, Teil der Drumcode-Familie zu sein und freue mich schon auf diverse Drumcode Events 2020. Abgesehen davon wird mein b2b-Set mit Victor Ruiz beim SonneMondSterne-Festival mit Sicherheit eines der Highlights des Sommers. Ich bin einfach glücklich und dankbar, vor so vielen Menschen meine Musik zum Besten geben zu können.

Wie geht es weiter mit deinem Label Electric Ballroom? Worauf können wir uns hier freuen?

Die letzte Veröffentlichung auf Electric Ballroom war von CAITLIN mit Remixen von Victor Ruiz und mir. Ich bin immer noch begeistert, wie sehr die Leute dieses Release abfeiern, es wird auf jeden Fall ein Follow-up der Künstlerin geben. Im Frühjahr gehe ich dann mit meiner neuen EP an den Start, die Tracks bekommen gerade den Feinschliff. Außerdem haben Herr Ruiz und ich uns für ein paar Techno-Sessions in meinem Studio verabredet. Ihr könnt euch also auf reichlich Techno aus dem Hause Schumacher freuen.

Foto: Sergio Loes