Der Track des Jahres kommt von einer guten Bekannten, die aber erstmals in dieser Kategorie an der Spitze steht und eine würde Nachfolgerin von Kittin & Anna („Forever Ravers“).

Track 2020

01. Klaudia Gawlas – Acid Kicks (KD Raw)
02. Solomun – Home (NINL)
03. Alan Fitzpatrick vs. Patrice Rushen – Haven’t You Heard (FFRR)
04. ARTBAT, Sailor & I – Best Of Me (Metaphysical)
05. Bicep – Apricots (Ninja Tune)
06. Charlotte de Witte – Sgadi Li Mi (KNTXT)
07. Drumcomplex – 24/7 (Complexed Records)
08. Eskapist – Manifesto (Figure)
09. Richie Hawtin – Time Warps (From Our Minds)
10. Frank Sonic – Taron (Iconyc)

11. Kai Tracid & Moguai – DT64 (Heldeep Records)
12. Deborah De Luca – Dori Me (Solamente)
13. Alignment – Nothingness (KNTXT)
14. Ben Böhmer – Breathing (Anjunadeep)
15. FJAAK – It’s Time Again (FJAAK)
16. Robert Hood – The Cure (Rekids)
17. Scooter – FCK 2020 (Sheffield Tunes)
18. S-File – Faithful (GND Records)
19. Tiësto – The Business (Atlantic)
20. DJ Sammy – Sunlight (My Clubroom)

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Interview mit Klaudia Gawlas

 

Nach „Best DJ“ im letzten Jahr ist nun dein Track „Acid Kicks“ von unseren Lesern zum besten Track 2020 gewählt worden. Im Jahr 2013 hattest du mit „Papillon“ bereits die Ehre.

Das freut mich sehr und wertet das Jahr 2020 rückblickend immens auf. Nachdem im Jahr 2020 das Feedback der Tanzfläche gänzlich fehlte bis auf wenige Ausnahmen, war es quasi schwer bis unmöglich, den Track einzuschätzen. Dass „Acid Kicks“ jetzt den ersten Platz macht, finde ich natürlich super und ist auch sicherlich ein großer Motivator für das neue Jahr, in dem das ein oder andere Release bereits geplant ist. Vielen Dank an alle, ich denke, die großartige Platzierung basiert auch auf der guten Label-Arbeit von KD Raw. Sie machen einen fantastischen Job, und ich hätte es mir nicht besser wünschen können.

Du hast die fehlenden Shows gerade schon angesprochen, wie hast du 2020 wahrgenommen? 

Ich glaube, jeder von uns ist im letzten Jahr mehr als einmal an seine persönlichen Grenzen gestoßen. Die einen dürfen oder können nicht arbeiten und andere wiederum haben eine wahnsinnige Be- und Überlastung durch das Virus, z.B. mit Kindern daheim oder in gewissen Berufszweigen. Eine wahre Herausforderung so in der Balance zu bleiben. Ich selbst mache viel Sport und lese sehr viel. Das hilft, mir einen klaren Kopf zu bewahren. Ich bin froh, dass ich mich in meinem Studio verbarrikadieren kann und dort alles rauslasse, was mich beschäftigt. Dennoch würde mich sehr freuen, wenn wir sehr bald diese Energien auf dem Dancefloor freisetzen könnten.

„Acid Kicks“ ist erst am 5. Oktober 2020 erschienen, hat danach aber einen riesigen Impact erzeugt. Erzähle uns die Geschichte hinter dem Track.

Um ehrlich zu sein, war ich eigentlich nie ein großer Fan von Acid, dennoch gibt es bestimmte Tracks, die mich total mitreißen und die ich immer auch bei Gigs dabei habe. Im Studio macht es tatsächlich viel Spaß, mit solchen Sounds herumzuspielen, aber ich habe bisher nie etwas daraus gemacht. Irgendwann hat mich der Beat im Studio aber so gepackt, dass ich gar nicht anders konnte, als die Idee weiterzuverfolgen und zu finalisieren. Als ich den Track bis März 2020 noch ein paar Mal im Club gespielt hatte, war das einer der stärksten Tracks der jeweiligen Nächte. Spätestens dann war für mich klar, dass dieser Track veröffentlicht werden muss.

Erschienen ist der Track auf KD Recordings, dem Label von Kaiserdisco.

Frederic und Patrick kenne ich aufgrund ihrer eigenen Produktionen schon lange, ich spiele die Tracks rauf und runter. Persönlich kennengelernt haben wir uns jedoch erst vor einigen Jahren in Ungarn bei einem Abendessen. Der Output auf dem Label war bisher immer fantastisch und es stand schon länger auf meiner Wunschliste, einmal dort zu veröffentlichen. Release Nummer zwei dort steht auch schon in den Startlöchern, worauf ich mich jetzt schon freue und ich hoffe natürlich stark, dass wir uns nächstes Jahr vielleicht zum gleichen Anlass wieder sprechen (lacht).

Wie sehr schmerzt es dich, dass du diesen Track aktuell nicht auf den Dancefloors dieser Welt spielen kannst?

Natürlich wären das jetzt genau die Gänsehaut-Momente, die ich mir sehr oft herbeisehne, aber das ist jetzt erst einmal zweitrangig. Wenn ich endlich wieder irgendwo eine Party spiele, werden wir mit „Acid Kicks“ durch die Decke gehen, versprochen.

2021 – das Jahr der Hoffnung, was steht auf deiner Agenda?

Persönlich wird eines meiner Ziele sein, mich fit zu halten und besser auf meine Ernährung zu achten. Durch die ruhige Zeit, keine schlaflosen Wochenenden und das fehlende Gewummer großer Anlagen bin ich halt so gar nicht ausgelastet, doch dadurch wohl auch anscheinend sehr kreativ, weil die Arbeit unter der Woche einfach nicht weniger wird. Doch dafür bin ich sehr dankbar. Wichtig ist mir, dass die Menschen nicht verzweifeln und wir Stück für Stück wieder unsere Freiheiten zurückbekommen. Wir sehen uns bestimmt schon bald wieder!

 

Text: Triple P
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Foto: Thommy Mardo & Daniel Woeller