
Gregor, Glückwunsch zum Sieg in der Kategorie „Producer“. In 2023 hast du Platz drei belegt, dieses Mal erhältst du die Krone.
Vielen Dank! Ich freue mich, dass eure Leser für mich abgestimmt haben und es ist ein schönes Lob, nach so vielen Jahren ein weiteres Mal Anerkennung für meine Arbeit zu bekommen. Ich glaube, es ist fast 20 Jahre her, dass ich in eurem Poll zum ersten Mal als Newcomer des Jahres ausgezeichnet wurde, und ich hatte die Ehre, immer mal wieder in verschiedenen Kategorien vorne mit dabei zu sein.
Wie war das Jahr 2024 generell für dich?
2024 stand für mich persönlich ganz im Zeichen der Veröffentlichung meines Albums „False Gods“. Ganze acht Jahre ist es her, seit ich mein letztes Album veröffentlicht hatte, und dementsprechend war es ein aufregendes, aber auch arbeitsintensives Jahr. Die Aufregung und Anspannung haben sich allerdings am Ende auch positiv auf mein musikalisches Schaffen ausgewirkt. Über die Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich spannendere Musik mache, wenn ich nicht komplett tiefenentspannt und sorglos bin, und das hat sich letztes Jahr mal wieder bestätigt. Ich hab sehr viel neue Musik fertig, die im Laufe dieses Jahres veröffentlicht werden wird.
Du hast gerade schon das Album angesprochen. Dafür hast du mit unglaublichen Künstler*innen kollaboriert, wie Laurent Garnier, Sven Väth, Josh Wink und anderen. Wie resümierst du die Arbeit daran und das Feedback bis dato?
Ich bin nach wie vor überglücklich, mit so einer illustren Runde an Künstlern arbeiten zu dürfen, die ich allesamt auch als Freunde schätze. Die Arbeit am Album war sehr intensiv. Wenn so viele Leute involviert sind, ist der administrative Aufwand schon enorm, aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und bin froh, dass die Musik endlich draußen ist. Dass das Album so gut ankommt, freut mich sehr.
Was macht für dich einen guten Produzenten bzw. Produzentin aus? Und wen würdest du als deinen Favoriten ansehen?
Wenn wir über „Produzenten“ nicht im klassischen Sinne des Wortes, sondern über Künstler sprechen, die elektronische Musik produzieren, gibt es für mich unterschiedliche Qualitäten, die gute Leute ausmachen: Manche können tolle Melodien schreiben, andere machen tolle Mixdowns oder können super arrangieren. Ich bin nach wie vor am meisten an Komposition interessiert, für mich zählt das finale musikalische Ergebnis immer am meisten, nicht so sehr die technischen Skills oder klangtechnische Detailversessenheit. Wenn ich ein paar meiner Favoriten aufzählen sollte, fallen mir spontan ein: Petar Dundov, Mathew Jonson, Ø Phase und Marcal.
Wenn man schon den besten Produzenten 2024 interviewt – deine Top fünf Tools im Studio, sowohl Soft- als auch Hardware?
1. Steinberg Cubase
2. iZotope Ozone
3. Roland System 100
4. Korg Mono/Poly
5. Cherry Audio PS-20
Was hast du für 2025 geplant?
Ein neues Album mit meinem Electro-Projekt „Sniper Mode“, eine neue EP auf Kompakt, eine neue EP auf Uncage, eine Remix-EP meines Albums „False Gods“ und diverse eigene neue Remixe.
Aus dem FAZEmag 156/02.2025
Web: www.gregortresher.com