FAZEmag-Jahrespoll 2025: die Aufreger des Jahres

Das Jahr 2025 liegt hinter uns, und wenn wir ehrlich sind: Es war ein Jahr der großen Gefühle, der noch größeren Enttäuschungen und der absurden Momente. Wir haben eure Beiträge gesammelt, sortiert und das Ergebnis ist eindeutig – es gab viel zu meckern. Aber hey, wenigstens können wir jetzt gemeinsam darüber lachen. Oder weinen. Je nachdem, wie teuer euer Festival-Ticket war.

Die KI-Apokalypse: Wenn Algorithmen zum Producer werden

Die Maschinen übernehmen und machen auch vor dem Studio nicht Halt. Ghostproducer? Sowas von out. Überbezahlt und mittlerweile einfach sinnlos. KI-generierte Musik war der Aufreger schlechthin. Während sich echte Produzent*innen die Nächte um die Ohren schlagen, spuckt irgendein neuronales Netzwerk in drei Sekunden einen Banger aus, der klingt wie die Spotify-Playlist eurer Eltern auf Ecstasy. Wer will das schon erleben?

Festival-Finanzen: Organspende für ein Ticket

Sprechen wir über Geld. Genauer gesagt: über viel zu viel Geld. Die Ticketpreise bei Festivals haben mittlerweile ein Niveau erreicht, bei dem man sich fragt, ob man nicht gleich eine Privatinsel hätte mieten sollen.
Und ansonsten gab es Schimpfe für das ein oder andere Festival wegen Absage, Orga, schlechtem Sound etc.

Ibiza? Auch hier: höher, schneller, teuer.

Ach ja, und dann ist auch noch die Hauptbühne des Tomorrowland abgebrannt. Großer Aufreger. Allerdings gab es noch größere Bewunderung für die Improvisationskunst der Macher*innen.

Kommen wir zu einem Dauerbrenner: Handys im Club. Keine Erklärung, keine Pointe.

Politik – der Soundtrack zum Weltuntergang. Nur so viel: Trump, Stadtbild, AfD, Politiker allgemein.

Am/auf/unterm DJ-Pult:

KUKO, Felix Kröcher, Stella Bossi, Cloudy, Fantasm, Holy Priest, Haftbefehl – sie alle haben die Szene bewegt. Nicht nur in den oberen Gefilden des Jahrespolls, sondern auch am anderen Ende der Beliebtheitsskala.

Und dann war da noch Nicolas Julian mit seiner … äh, Einlage, die bewiesen hat, dass manchmal selbst Menschen schlimmer performen als Maschinen. DJ „Die Zunge“ Levi hat uns ebenfalls gezeigt, dass nicht jeder, der sich ans Pult stellt, auch wirklich sollte. Aber wenigstens ist er aus Fleisch und Blut – das zählt doch etwas, oder? Und ahhhh, da war ja noch Azyr mit der Champagner-Flasche.

Ach, dann gab es noch diesen schönen Kommentar zur „gottlosen Entwicklung von Trance in Richtung Technoschlager“, die selbst hartgesottene Trance-Fans die Stirn runzeln lässt.

Ein besonderes Highlight: Ein Leser hat viermal DavyBoi verpasst. Er ist durch ganz Deutschland gefahren und „wurde von der Polizei aufgehalten, deswegen hab ich ihn nochmal verpasst“. Wir hoffen, dass du es mittlerweile geschafft hast!

Die persönlichen Dramen

Und dann gibt’s noch die wirklich wichtigen Dinge: „Meine Katze“, „Meine Krebsdiagnose“ – an dieser Stelle: Wir drücken alle Daumen und wünschen alles Gute! Das Leben ist manchmal härter als jeder Bass-Drop. Ebenso haben die Fußball-WM-Auslosung und natürlich die eigene Lohnabrechnung das Jahr geprägt.

Einige Teilnehmer*innen hatten schlicht „keine Aufreger“, oder haben geschrieben: „Mir fällt nichts ein“. Diese Menschen sind entweder die entspanntesten Raver*innen Deutschlands oder haben einfach sehr selektive Erinnerungen. Respekt.

Fazit: 2025 war … wie immer!

Das Jahr 2025 war ein wilder Ritt durch Enttäuschungen, Absurditäten und gelegentliche Lichtblicke. Aber wir sind immer noch hier. Wir tanzen immer noch. Wir ärgern uns immer noch über überteuerte Tickets, schlechtes Wetter und Handys im Club. Und solange es etwas gibt, worüber man sich aufregen kann, gibt es auch etwas, worüber man lachen kann.

Auf ein hoffentlich etwas weniger aufreibendes 2026! Frommer Wunsch, das wissen wir …

Aus dem FAZEmag 168/02.2026