FAZEmag-Jahrespoll 2025: Live-Act – Paul Kalkbrenner

Foto: Svenja Ava

Dieser Sieg kommt sicherlich nicht zufällig. Kaum ein anderer Künstler hat das vergangene Jahr so nachhaltig geprägt wie Paul Kalkbrenner — musikalisch, live und auch abseits der Bühne. 2025 war für den Berliner Ausnahmeproduzenten ein Jahr voller Höhepunkte, Kontraste und öffentlicher Aufmerksamkeit. Ein Jahr, das seinen besonderen Status in der elektronischen Musikszene einmal mehr unterstrichen hat. Zentraler Meilenstein war die Veröffentlichung seines neuen Albums „The Essence“, mit dem sich Paul Kalkbrenner nach sieben Jahren Albumpause eindrucksvoll zurückgemeldet hat.

Das Werk folgt auf „Parts of Life“ aus 2018 und vereint all jene Qualitäten, die ihn seit jeher auszeichnen: Wärme, Reduktion, emotionale Tiefe und eine zeitlose Handschrift, die sich bewusst jeder kurzfristigen Trendlogik entzieht. „The Essence“ wirkt wie eine Verdichtung seiner künstlerischen Haltung – persönlich, organisch und kompromisslos auf das Wesentliche fokussiert. In einer Szene, die sich oft über Geschwindigkeit und Lautstärke definiert, setzt Kalkbrenner damit ein starkes Gegenstatement.

Parallel dazu war 2025 auch live für Paul ein Jahr der Superlative. Auf einer groß angelegten Open-Air- und Festival-Tour spielte er europaweit vor zehntausenden Menschen – darunter mehrere Abende in Berlin sowie an internationalen Stationen. Seine Konzerte waren dabei weit mehr als die bloße Präsentation neuer Musik: Sie funktionierten als kollektive Momente, getragen von Erfahrung und Dramaturgie. Dass Paul Kalkbrenner von den FAZE-Leser*innen zum besten Live-Act des Jahres gewählt wurde, ist eine direkte Konsequenz dieser Präsenz. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte 2025 auch sein Schritt zu Cercle: Mit einer exklusiven Single und einer aufwendig inszenierten Performance unterstrich Paul Kalkbrenner erneut seine Sonderstellung zwischen Clubkultur, elektronischer Kunst und globaler Reichweite. Die Zusammenarbeit zeigte ihn einmal mehr als Künstler, der Plattformen nicht nutzt, um Trends zu bedienen, sondern um seine eigene Ästhetik konsequent weiterzutragen.

Neben den Erfolgen blieb das Jahr jedoch nicht frei von ein wenig Aufruhr. Beim elrow-Town-Festival in Madrid kam es während seines Auftritts zu einem Angriff durch einen Besucher, der auf die Bühne stürmte. Paul Kalkbrenner blieb körperlich unverletzt, der Vorfall löste jedoch eine breite Diskussion über Sicherheitskonzepte bei Großveranstaltungen aus – und zeigte, wie exponiert Künstlerinnen und Künstler seines Formats inzwischen agieren. Ein sehr anderes, symbolträchtiges Zeichen setzte dagegen eine besondere Ehrung in Berlin: Die Sportanlage des Oberligisten Sparta Lichtenberg, seines Heimatvereins, wurde nach ihm benannt – ein außergewöhnlicher Moment, der seine enge Verbindung zur Stadt, zu seinen Wurzeln und zur lokalen Kultur sichtbar machte. Es ist eine Anerkennung, die weit über Musik hinausgeht und verdeutlicht, welchen kulturellen Stellenwert Paul Kalkbrenner längst erreicht hat.

All diese Facetten machen 2025 zu einem Schlüsseljahr in Paul Kalkbrenners Karriere. Der Titel „Best Live Act 2025“ ist damit weniger Auszeichnung denn logische Zusammenfassung eines Künstlers, der es weiterhin schafft, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft elektronischer Musik auf einzigartige Weise miteinander zu verbinden.

Aus dem FAZEmag 168/02.2026
Foto: Svenja Ava
www.instagram.com/iampaulkalkbrenner/