
Mit seinem Remix von „Sunglasses At Night“ hat Raxon einen Nerv getroffen – und im FAZEmag-Jahrespoll verdient den Titel „Best Remix 2025“ gewonnen. Die Neuinterpretation eines der prägendsten Club-Tracks der frühen 2000er-Jahre verbindet Ehrfurcht für die Vorlage mit einer dunklen, hypnotischen Handschrift, die 2025 auf internationalen Floors allgegenwärtig war und sowohl DJs als auch Publikum gleichermaßen erreichte.
„Das sind großartige Nachrichten, ein perfekter Start ins Jahr“, sagt Raxon über die Auszeichnung. „Ich war vielleicht 16 oder 17 Jahre alt, als ich das Original von Tiga zum ersten Mal gehört habe, und es war ein Teil dessen, was damals mein musikalisches Umfeld geprägt hat.“ Der Track sei eng mit seiner eigenen musikalischen Entwicklung verbunden gewesen: „Es ist schön zu sehen, dass Musik in der Zeit, in der wir heute leben, immer noch eine Bedeutung hat.“
Insbesondere wegen des historischen Gewichts der Nummer ging Raxon besonders bedacht an den Remix heran. „Ich versuche bei Remixen eigentlich immer, mir die Freiheit zu nehmen, mit Ideen zu spielen oder auch eine komplett andere Richtung einzuschlagen. In diesem Fall wollte ich aber nicht zu viel verändern.“ Der Respekt vor dem Original habe klar im Vordergrund gestanden: „Das Stück ist historisch extrem wichtig, und ich wollte nicht derjenige sein, der es ruiniert.“ Für ihn war daher schnell klar, an welche Elemente er nicht drangehen würde: „Natürlich sind die Vocals essenziell, aber vor allem diese Hauptmelodie, die im Original direkt in der ersten Sekunde einsetzt – die musste unangetastet bleiben.“ Seine eigene Version sollte dennoch klar im Hier und Jetzt funktionieren. „Ich wollte den Track stärker auf den Dancefloor fokussieren und ihn selbst eher gegen Ende meiner Sets spielen können, so wie ich es früher mit dem Original gemacht habe.“ Dabei versteht Raxon seine Handschrift nicht als starres Stilkonzept, sondern als etwas, das sich durch all seine Arbeiten zieht: „Ich würde gerne glauben, dass mein Sound in all meiner Arbeit präsent ist – unabhängig von Genre, Stimmung oder Zeit. Ich mache einfach Musik, die bei mir etwas auslöst.“
Einen besonderen Stellenwert hatte für ihn Sven Väth, der den Remix regelmäßig spielte. „Ich bin immer dankbar für Support, aber es ist etwas ganz Besonderes, wenn Papa Sven hinter einem Track steht – eine echte lebende Legende.“ Die Verbindung sei über Jahre ausschließlich über Musik gewachsen: „Wir haben uns rein musikalisch verbunden, und ich schätze diesen Support sehr.“ Gerade in einer oft unberechenbaren Branche sei das entscheidend: „In gewisser Weise gibt mir das Selbstvertrauen und Motivation weiterzumachen. Viele Kreative wissen, wie wichtig das ist in einer Musikwelt ohne Garantien, mit vielen Höhen und Tiefen.“ Warum der Remix vor allem 2025 so stark eingeschlagen ist, erklärt Raxon mit dem Zusammenspiel aus Vergangenheit und Gegenwart: „Er bringt Erinnerungen und Nostalgie für die Menschen zurück, die das Original damals erlebt haben, und schafft gleichzeitig neue Erinnerungen für diejenigen, die ihn jetzt entdecken.“ Genau diese Verbindung habe den Track erneut so wirkungsvoll gemacht.
Der Blick geht dabei nach vorne; nach Erscheinen einer Vier-Track-EP auf Turbo Recordings Ende Januar folgt bald die nächste Veröffentlichung mit seiner langjährigen Label-Heimat: „Ende Februar kommt mein fünfter Speicher, Speicher 138, auf Kompakt.“ Beide Releases würden bereits stark auf den Floors funktionieren. Darüber hinaus kündigt Raxon „eine kleine Geheimwaffe“ auf Mauromusica an – sowie ein Edit, nach dem viele seit Jahren fragen und das „endlich das Licht der Welt erblicken wird, allerdings ausschließlich auf Vinyl“.