
Auf der Schifffahrtsroute zwischen Hamburg und Seebrügge entstand vom 08. – 12. Juni ein eigenes Universum: Wenn sich die AIDAprima für mehrere Tage in eine schwimmende Festivalbühne verwandelt, verschwimmen die Grenzen zwischen Reise, Konzert und Auszeit. Wo tagsüber der Blick über das offene Meer schweift, pulsiert abends der Rhythmus durch Decks und Clubs – ein ungewöhnlicher Ort, an dem Erholung und Eskalation keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig tragen. Musikalisch kam man als Passagier auf der AIDA Festival Cruise neben zahlreichen Artists aus den elektronischen Gefilden auch in den Genuss von national bekannte Stars wie u. a. Clueso, SDP oder Bausa. Wir haben zum ersten Mal im Rahmen einer Pressereise die AIDA Festival Cruise begleiten dürfen und konnten eine Menge neuer Eindrücke sammeln, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

Nach einer etwas holprigen Anreise mit der Deutschen Bahn standen wir rechtzeitig am Terminal zum Check-in der AIDAprima. Noch bevor wir das Schiff überhaupt betreten hatten, begegnete uns bereits eine ausgelassene und erwartungsvolle Stimmung unter den Gästen. An Bord folgte zunächst die obligatorische Sicherheitsunterweisung, bevor wir unsere gemütlichen Kabinen bezogen. Schließlich fanden wir uns zum Ablegen an einem Tisch in der Sushi-Bar wieder und starteten die Reise in guter Gesellschaft bei bester kulinarischer Verwöhnung.
Fünf Tage, mehrere Floors und Bühnen, ein äußerst diverses Line-up mit namhaften Dance-Acts wie Lari Luke, David Puentez, Noel Holler und Neelix sowie ein Schiff voller gut gelaunter Menschen: Die AIDAprima verwandelte vom 08. bis 12. Juni die Nordsee in eine schwimmende Festivalwelt – geprägt von einem gelungenen Spagat zwischen Party und Erholung.

Denn nicht nur das Feiern stand im Mittelpunkt. Vor, zwischen und nach den energiegeladenen Konzerten und DJ-Sets hatten die Gäste die Möglichkeit, eines der 12 Restaurants zu besuchen, sich im gut ausgestatteten bordeigenen Gym mit Cardio- und Kraftbereich sportlich zu betätigen oder im Wellness-Bereich einfach die Seele baumeln zu lassen. Die Festival Cruise meisterte diesen Balanceakt zwischen Feierkultur und Entspannung mit Bravour.

Dies bestätigte auch Lari Luke, mit der wir ein Interview führen durften: „Ich habe das Gefühl, ich bin auf einem Festival, nur dass ich hier eine Kabine habe, in die ich mich auch mal zurückziehen kann.“ Für sie ist es bereits die zweite AIDA Festival Cruise. Besonders die entspannte Grundstimmung an Bord hebt sie hervor – trotz der durchgehend feierfreudigen Atmosphäre. Gleichzeitig ermöglicht genau dieses Umfeld ihr, ihren authentischen musikalischen Stil voll auszuleben, da sich das Publikum kaum von dem klassischer Festivals an Land unterscheide.

Für Caro van Ee war es die erste Kreuzfahrt überhaupt. Mit ihrem unverwechselbaren Sound, den sie selbst als eine Mischung aus Bouncy Techno und Hard Techno mit Acid-Einflüssen beschreibt – mal härter, mal etwas eingängiger, begeisterte sie an gleich zwei Festivaltagen die Passagiere der AIDAprima. Besonders angetan zeigte sie sich vom bunt gemischten Publikum an Bord: „Ja, ich find’s total lustig. Wir sind vorhin kurz zum Pool hochgegangen, im Bademantel, und dann kommen dir die ersten gut angeheiterten JGA-Gruppen entgegen. Andere Leute kamen gerade in Sportklamotten aus dem Gym, und man selbst läuft mit dem Bademantel durch die Gegend. So etwas hat man selten auf einem Fleck. Es fühlt sich – auch mit den anderen Artists – irgendwie wie eine Klassenfahrt an.“

Auch Neelix teilte seine Eindrücke mit uns. Für ihn war eines der Highlights der Blick hinter die Kulissen, etwa bei einer exklusiven Brückenführung, die auch wir als Presse begleiten durften. Für den Künstler, der selbst Teil des Line-ups war, stellte die Festival Cruise eine besondere Erfahrung dar. Da er ohne Mikrofon arbeitet, passte er sein Set teilweise an die Gegebenheiten an und legte den Fokus stärker auf Gesang und melodische Elemente. „Mein Set war etwas anders als sonst – es gibt bei mir sehr harte und schnelle Songs, diesmal lag der Fokus eher auf Gesang. Sich ein bisschen anzupassen ist in Ordnung“, so Neelix. „Es gab Schilder wie immer, ich hatte Leute auf der Bühne, es war rundum gut.“

Am Mittwoch machte die AIDAprima in Seebrügge fest und für uns ging es an Land nach Brügge. Schon der Transfer entwickelte sich dabei zu einem kleinen Highlight: Statt eines gewöhnlichen Shuttle-Services wartete ein Bus mit eigenem DJ auf die Passagiere. Während auf dem Weg nach Brügge Techno aus den Boxen dröhnte, wurde getanzt und ausgelassen gefeiert – sehr zur Verwunderung der Menschen am Straßenrand, die uns neugierige Blicke zuwarfen. In Brügge selbst nutzten wir die Zeit für einen entspannten Spaziergang durch die malerische Altstadt, stärkten uns kulinarisch und begaben uns anschließend auf Plattenjagd. Besonders überrascht hat uns dabei die Anzahl an Record Stores: Gleich drei Plattenläden konnten wir in der belgischen Stadt entdecken – etwas, womit wir im Vorfeld definitiv nicht gerechnet hätten.
Insgesamt hat die AIDA Festival Cruise gezeigt, dass Festival und Kreuzfahrt längst kein Widerspruch sein müssen. Zwischen Festival-Programm, Wellness-Bereich und einem endlosen Blick aufs Meer bot sich uns ein Konzept, das sich deutlich von klassischen Festivals abhebt – und genau deshalb für viele Gäste offenbar so gut funktioniert. Für uns war es jedenfalls eine Premiere mit vielen neuen Eindrücken, die Lust auf eine Wiederholung macht.
Auf AIDAsehen!