Filme im Juli 2025

Filme im Juli 2025

Es ist Hochsommer! An jedem Wochenende gibt’s viele Festivals im ganzen Bundesgebiet und im angrenzenden Ausland – da kommt man kaum noch zur Ruhe. Wie gut, wenn man unter der Woche etwas entspannen kann mit ein wenig Hollywood auf dem heimischen Bildschirm. Wir haben da mal wieder einiges für euch zusammengestellt – und jetzt geht es los.

Blood & Sinners (Warner) ist der neueste Thriller-Erfolg von Regisseur Ryan „Black Panther“ Coogler, der hier wieder mit seinem Lieblingsschauspieler Michael B. Jordan zusammenarbeitet. Beim Versuch, ihr von Problemen geplagtes Leben hinter sich zu lassen, kehren zwei Zwillingsbrüder in ihre Heimatstadt zurück, um dort einen Neuanfang zu wagen. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass bei ihrer Rückkehr ein noch größeres Übel auf sie wartet. Sehr spannend und überraschend.

Beide Attribute treffen auch aufEden (Leonine) mit Jude Law zu. In einer Zeit des Umbruchs zwischen zwei Weltkriegen begeben sich sehr unterschiedliche Menschen auf eine abgelegene und bis dahin unbesiedelte Insel auf der Suche nach einem neuen Leben jenseits zivilisatorischer Konventionen. Die Ersten sind der deutsche Arzt und Philosoph Dr. Friedrich Ritter und seine Geliebte Dore. Nach einiger Zeit erfährt die Presse von dem eigenwilligen Paar und inspiriert den Weltkriegsveteranen Wittmer (Daniel Brühl), gemeinsam mit seinem Sohn Harry und seiner jungen Frau Margret (Sydney Sweeney) nachzuziehen. Als eines Tages die kapriziöse Eloise (Ana de Armas) auf der Insel erscheint, überschlagen sich die Intrigen und Ereignisse.

Zum Ende hin etwas abgedreht, was mich zum bislang erfolgreichsten Film des Jahres bringt: Ein Minecraft Film (Warner). Vier Außenseiter werden durch ein geheimnisvolles Portal in die Oberwelt hineingesogen: ein bizarres, würfelförmiges Wunderland, das durch ihre Fantasie gedeiht. Um wieder zurück nach Hause zu gelangen, begeben sie sich mit dem erfahrenen „Crafter“ Steve auf eine magische Reise. Ihr gemeinsames Abenteuer stellt die fünf Gefährten vor die Herausforderung, ihren Mut unter Beweis stellen zu müssen und sich auf die einzigartigen kreativen Fähigkeiten zu besinnen, die sie als Individuen ausmachen. Nicht nur für Fans des erfolgreichen Spiels eine gelungene Unterhaltung.

Wer es etwas zünftig-blutiger mag, kommt bei In The Lost Lands (Constantin) auf seine Kosten. Die Hollywood-Stars Dave Bautista und Milla Jovovich nehmen uns mit auf eine Reise zu Gestaltwandlern, dystopischen Landschaften und machthungrigen Overlords. Eine Königin, verzweifelt auf der Suche nach der Erfüllung ihres Liebesglücks, macht einen gewagten Schritt: Sie schickt die mächtige und gefürchtete Hexe Gray Alys (Milla Jovovich) in die „Lost Lands“, um ihr die magische Gabe zu verschaffen, sich in einen Werwolf zu verwandeln. Mit dem geheimnisvollen Jäger Boyce (Dave Bautista), der ihr im Kampf gegen düstere Kreaturen und gnadenlose Gegner zur Seite steht, durchstreift Gray Alys eine unheimliche und gefährliche Welt. Und nur sie weiß, dass jeder Wunsch, den sie erfüllt, ungeahnte Konsequenzen hat. Wer jetzt an Regisseur Paul Anderson denkt, bekommt 100 Punkte.

Diametral anders gelagert ist der feinsinnige Film Oslo Stories (Alamode) von Dag Johan Haugerud, der mit der vorliegenden Trilogie feinstes Erzählkino bietet. Marianne und Tor treffen sich zufällig auf einer Fähre Richtung Oslo. Sie arbeiten im selben Krankenhaus, sie als kompetente Ärztin, er als mitfühlender Krankenpfleger. Als Tor erzählt, dass er seine Nächte oft auf der Fähre verbringt, um schnellen Sex zu haben, überlegt Marianne, ob diese Art der spontanen Intimität nicht auch eine Option für sie sein könnte. Drama, Baby, Drama.

Und hopp, sind wir bei dem dramatischen GeschichtsthrillerSeptember 5(Constantin), der die Geschehnisse der Olympischen Sommerspiele 1972 in München zum Thema hat. Erstmals seit 1936 wieder in Deutschland, sollten es die „heiteren Spiele“ werden und der Welt das Bild eines neuen, liberalen Deutschlands vermitteln. Doch um 4.40 Uhr hört die Frühschicht des amerikanischen Senders ABC Schüsse aus dem nahe gelegenen Olympischen Dorf. Eine Gruppe palästinensischer Terroristen hat elf Mitglieder der israelischen Mannschaft als Geiseln genommen. Gegen den Widerstand der eigenen Nachrichtenabteilung berichtet das ABC-Sports-Team live über die 21-stündige Geiselnahme. Mit „September 5“ erzählt der mehrfach preisgekrönte Schweizer Regisseur Tim Fehlbaum die Geschichte des Olympia-Attentats von 1972 aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Nie zuvor wurde dieses historische Ereignis so packend in Szene gesetzt.

Ebenfalls packend, wenn auch aus anderen Gründen, ist The Retirement Plan(Leonine) mit Altmeister und Vieldreher Nicolas Cage. Nach einem missglückten Raubüberfall suchen Ashley und ihre Tochter Sarah Schutz bei Ashleys Vater auf den Cayman Islands. In ihrem Gepäck: eine Festplatte, die organisierte Kriminelle mit aller Gewalt zurückhaben wollen. Was Ashley nicht weiß: Ihr Vater ist ein berühmt-berüchtigter CIA-Veteran. Wenn ein Mensch ihr helfen kann, dann er. Ein besserer Cage bringt uns zu einem neuen Pacino.

In The Ritual (Leonine) geht es um zwei Priester, jeder geplagt von seinen eigenen Dämonen, die vor einer schicksalhaften Herausforderung stehen: Der eine, ein Geistlicher, kämpft verzweifelt mit seinem Glauben, während der andere von den schattenhaften Erinnerungen seiner dunklen Vergangenheit heimgesucht wird. Ihre Wege kreuzen sich, als sie sich zusammenfinden, um einer jungen Frau zu helfen, die von einer unheimlichen Macht in den Bann gezogen wurde. Viel Spannung also für die Tage zwischen den Open-Air-Events.

Bis nächsten Monat

Euer Joe D’Amato Jr.

PS: Ihr kennt das Spiel: Von jedem der vorgestellten Filme verlosen wir zwei Exemplare, entweder als DVD oder als Blu-Ray. Schickt einfach eine E-Mail an win@fazemag.de und nennt euren Lieblingsfilm. Achtung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Aus dem FAZEmag 161/07.2025