
Tony Marnach, besser bekannt als Fat Tony, gilt als absolute Koryphäe im Londoner und New Yorker Nachtleben, wo er in den 80er- und 90er-Jahren maßgeblich die lokalen Underground- und LGBTQ+-Szenen förderte. Mittlerweile zählt der rote Teppich zwar ebenso zu seinen heimischen Gefilden wie die DJ-Booth, seine Passion für elektronische Musik hat der Brite aber nie verloren. Mit uns reist er in die 80er zurück.
Dein Lieblingsjahrzehnt: Die 80er aufgrund der Musik und der Kreativität. Es war eine unübertroffene Zeit. Wir hatten kein Social Media, mussten unsere eigenen Plattformen kreieren und jeder musste extrahart an sich arbeiten.
Dein Lieblingstrack: Chaka Khan – Aint Nobody
Der schlimmste Track: Frankie Goes to Hollywood – Relax
Dein Lieblingsinstrument/-software-/-tool? Die allmächtigen Technics-1200-Plattenspieler.
Der schönste Moment: Als ich das erste Mal im Lyceum Theatre in London aufgelegt habe.
Der peinlichste Moment: Da gibt es viel zu viele. Alle, die mein Buch gelesen haben, wissen Bescheid.
Dein Lieblingsoutfit: Ganz einfach – mein Gaultier-Männerkleid und meine Stahlkappenstiefel. In den 80er-Jahren war ich ganz im Zeichen von Gaultier unterwegs.

Deine Modesünde: Wahrscheinlich mein fluoreszierender rosa Mantel, den ich immer trug. Er war ein Schandfleck.
Deine (Jugend-)Sünde? Ich klaute den Leuten auf dem Great Gear Market das Geld aus der Tasche, um mir Designerkleidung kaufen zu können. Ich habe es immer als Diebstahl von den Reichen angesehen, um die Armen einzukleiden.
Dein Guilty Pleasure: Männer. Zu viele von ihnen.
Das war damals besser als heute: Der Fakt, dass wir kein Social Media hatten.
Das war damals schlechter als heute: Der Fakt, dass dich außerhalb deines Kreises niemand kannte.
Eine Sache aus den 80er-Jahren, die du heute vermisst? Meine gesamte Kleidung, die ich nach und nach beim Ausgehen verlor. Wie oft ich mit einem einzigen Schuh nach Hause kam …
Dein Lieblingsfilm: „The Great Rock ’n’ Roll Swindle“
Deine Lieblings-TV-Show: „Eastenders“
Dein persönlicher Held: Michael McLaren
Aus dem FAZEmag 157/03.2025
Foto: Afshin Feiz Photography