Four To The Floor: Sub Basics, Christine Benz, Luca Olivotto & Valerie Santos

Four To The Floor: Sub Basics, Christine Benz, Luca Olivotto & Valerie Santos

Eine neue Edition von „Four To The Floor“ beschert uns wieder vier spannende Acts im kurz-knackigen Porträt. Diesmal mit atmosphärischem Night-Drive-Dub von Sub Basics, dubby Minimal von Christine Benz, classy House von Luca Olivotto und perkussiver Energetik von Valerie Santos.

 

Sub Basics

Dein erster Meilenstein als DJ/Produzent?

Als ich mein erstes Radio-Play auf Rinse FM von V.I.V.E.K. bekam. Ich war ein regelmäßiger Hörer und es bedeutete mir viel, Anerkennung von jemandem zu bekommen, zu dem ich aufschaute. Mein zweiter großer Meilenstein war die Veröffentlichung meiner ersten Platte auf Visceral Vibrations (danke, Kyle!). Ich war damals 17.

Dein Sound „in a nutshell“? Was macht ihn einzigartig?

Mein Sound ist recht minimalistisch und dubby. Ich verwende oft organische und natürliche Klänge mit einem Schwerpunkt auf dem Bass; gut für nächtliche Autofahrten, den Club und das Hören über Kopfhörer. Ich versuche immer, im Studio etwas Neues zu machen, das mich reizt. Ich möchte auch der Software, die ich benutze, ein Lob aussprechen: Mixcraft.

Ein paar Worte zu deinem neuesten Release?

Das Release auf Osmura ist in zwei Teile aufgeteilt. Beide Seiten sind von nicht-4×4-Techno-Rhythmen und -Sounds inspiriert und kommen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten daher: die von Drum ’n‘ Bass inspirierte A-Side mit 174 BPM und die dunklere und langsamere B-Side mit 115 BPM.

Tracklist „Phase Drift“:
1. Colour
2. Scope 04:56
3. Splinter
4. Nt

Die wichtigsten Inspirationen und Einflüsse, die deinen Sound geprägt haben?

Die frühen Dubstep-Sounds von Leuten wie Mala, Coki und 2562. Ich liebe die meditative und innovative Qualität von einigen dieser frühen Sachen. In den letzten Jahren habe ich mich von technoideren Sounds von Leuten wie Steve O’Sullivan und Basic Chanel inspirieren lassen; ich mag es, wie diese Produzenten aus einer kleinen Anzahl von Sounds viel herausholen.

Etwas Seltsames, Ungewöhnliches oder Witziges, das während eines Gigs passiert ist?

Als ich bei einem Gig in Bristol einen Demo-Track von mir spielte und ein Teil des Tracks eine besonders tiefe Note erreichte, ging das Soundsystem kaputt. Es lief vielleicht noch mit fünf Prozent Leistung und alle verließen den Floor. Ich spielte das Set dann vor meinen Freunden zu Ende. Witzigerweise gab es einen Track, bei dem die Anlage plötzlich wieder normal lief: Alex Reece – „Pulp Fiction“.

2025 wird ein gutes Jahr werden, weil …?

… ich mehrere Veröffentlichungen geplant habe, darunter eine Doppel-LP auf Animalia (Shoutout an Kia) und eine EP auf Innamind (Shoutout an Jeremy). Außerdem habe ich viel für mein eigenes Plattenlabel Temple of Sound geplant. Im April/Mai steht meine Debüt-Tour in Australien/Neuseeland an.

Deine Top-3-Releases aus 2024?

Valentino Mora – Diatom EP (Non Series)

Truant – XPRS005 (XPRS)

Sir Hiss & Toura – Vermona Cycles (No More Mailouts)

www.soundcloud.com/sub-basics

Die EP „Phase Drift“ von Sub Basics erscheint am 22. Januar 2025 via Osmura.

 

Christine Benz

Dein erster Meilenstein als DJ/Produzentin?

Mein erster ernsthafter Gig war 2006 im legendären Club Rohstofflager in Zürich. Nach der Streetparade sollte ich ein Drei-Stunden-Warm-up spielen. Meine Hände zitterten, ich hatte noch nie auf einer so großen Anlage gespielt. Als ich eine Claro-Intelecto-Platte auflegte, kamen mir vor 2.000 Leuten fast die Tränen. Sie waren alle komplett ready. Ich wurde dann dort sofort Resident und spielte mit den größten Techno-Legenden der Welt.

Dein Sound „in a nutshell“? Was macht ihn einzigartig?

Das weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Andere sagen oft: „Oh, mein Gott, das klingt so krass nach Stine“ und ich denke mir nur „Hö, wieso?“. Ich probiere immer wieder neue Dinge aus und experimentiere mit dem Stereo-Image und verschiedensten Stilrichtungen. Ich benutze übrigens immer noch Ableton 9, lol.

Ein paar Worte zu deinem neuesten Release?

Ich mag mich gar nicht an das letzte Release erinnern … Was ich aber weiß, ist, dass ich noch ca. 478 unveröffentlichte Sachen herumliegen habe, die unbedingt mal raus müssen. Ah, doch, jetzt fällt es mir wieder ein. „Supreme“ mit Ivano Tetelepta auf ESHU Records. Die Jungs bedeuten mir sehr viel und ich liebe diese Platte.

Die wichtigsten Inspirationen und Einflüsse, die deinen Sound geprägt haben?

Der erste Einfluss überhaupt war 1999, die Mix-Techniken und Rhythmik von Ben Sims und Marco Carola. Hierzu eine kleine Anekdote: Ich musste in meiner Kindheit an der Basler Fasnacht das traditionelle Piccolo spielen. Die hohen Töne und das Rumgepfeife haben mich als Kind immer aggro gemacht. Ich wollte eigentlich viel lieber Trommel spielen. Ich liebte diese rhythmischen, treibenden Grooves ohne diese blöden Blasinstrumente. Als ich dann 1998 ohne die Erlaubnis meiner Eltern zum ersten Mal zur Streetparade ging und Detroit-Techno hörte, war ich sofort verliebt. Bässe, Rhythmik, Percussion und eine hypnotische und treibende Stimmung – es war unglaublich! Zwei Wochen später hatte ich bereits zwei Plattenspieler – inmitten von Lego und Barbie-Puppen – und habe meinen Vater mit 136-BPM-Hardgroove in den Wahnsinn getrieben. Durch Richie Hawtins „DE9 | Closer To The Edit“-Album (2004) bin ich dann mehr in Richtung Minimal und Dub abgedriftet: Wolfgang Voigt, Bluetrain, Kenneth Graham, Roger Gerressen, Alessandro Crimi …

Etwas Seltsames, Ungewöhnliches oder Witziges, das während eines Gigs passiert ist?

Ein Typ ist mal vor 3.000 Leuten auf die Bühne gekommen und fragte mich, als ich gerade mit drei Plattenspielern auflegte und vor Nervosität fast die Stage vollkotzte, ob er seinen USB-Stick reinstecken und mit mir b2b spielen könnte. Whaaaat? Ich war mit diesem Typen dort oben für ca. sechs lange Minuten und dachte „Was zur Hölle geht jetzt hier ab?“. Er hat ihn dann tatsächlich reingeschoben und ich habe ihn angeschrien, dass er den Scheiß endlich lassen soll. Irgendwann kamen dann doch die Securities und haben ihn runtergezogen. Ich meine, wie geht so etwas? Haha.

2025 wird ein gutes Jahr werden, weil …?

… ich meinen tollen Job als UX-Designerin aufgegeben habe, um mich der Musik all in widmen zu können. Es steht ein Album (inkl. Donato-Dozzy-Remix) an, das schon sehr lange geplant ist.

Deine Top-3-Releases aus 2024?

Christine Benz – GB3 (Restless Planet)

OHM Series #11 (OHM)

Christine Benz & Ivan Tetelepta – Supreme (ESHU Records)

www.soundcloud.com/christinebenz

„Supreme“ von Christine Benz & Ivan Tetelepta ist am 7. Oktober 2024 via ESHU Records erschienen.

 

Luca Olivotto

Dein erster Meilenstein als DJ/Produzent?

Mein erster Meilenstein war definitiv, als ich meinen ersten Track veröffentlicht habe und Feedback von Leuten bekam, die ich bewundere. Es war ein Moment, der mir gezeigt hat, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Dein Sound „in a nutshell“? Was macht ihn einzigartig?

Ich glaube, mein Sound ist einzigartig, weil er Groove und Melodie miteinander verbindet, oft mit einem klassischen Touch. Es ist eine Mischung aus zeitlosen Elementen und modernen Einflüssen – etwas, das die Leute spüren und sie gleichzeitig zum Tanzen bringt.

Ein paar Worte zu deinem neuesten Release?

Meine „Let’s Get Deep EP“ (SGT010) ist im Januar auf Small Great Things erschienen. Sie hat einen klassischen House-Touch und typische Melodien, die sowohl atmosphärisch als auch funktional sind. Die EP enthält vier verschiedene Tracks, die für unterschiedliche Momente geeignet sind – aber alle sind definitiv dancefloor-approved.

Tracklist „Let’s Get Deep EP“:
1. Luca Olivotto – Let´s Get Deep
2. Luca Olivotto – I’m (Not) With You
3. Luca Olivotto – Don’t Need To Know
4. Luca Olivotto – Givin‘ All My Love

Die wichtigsten Inspirationen und Einflüsse, die deinen Sound geprägt haben?

Ich komme aus einem eher klassischen Hintergrund. Die 90er-House-Szene, Funk und das Ambient-Feeling von Pink Floyd haben mich stark beeinflusst. Diese Mischung hat meinen Sound geformt – melodisch, groovy und dennoch entspannt.

Etwas Seltsames, Ungewöhnliches oder Witziges, das während eines Gigs passiert ist?

Es sind in den vergangenen Jahren so viele Sachen passiert. Eine meiner tollsten Erinnerungen ist sicherlich das Strand-Closing im Sisyphos mit Scatman. Haha, das war eine Nummer.

2025 wird ein gutes Jahr werden, weil …?

2025 wird großartig, weil wir mit unserer Veranstaltungsreihe Small Great House ab Februar jeden Monat durchstarten. Außerdem haben wir viele spannende Releases auf Small Great Things und unserem neuen Label At a Glance geplant.

Deine Top-3-Releases aus 2024?

Medlar – Pearcy (Wolf Music)

Deetron – Runnin‘ (Nu Groove Records)

Riva Starr, Harry Stone – It Feels Much Better/Fouk Remix (Snatch! Records)

www.soundcloud.com/lucaolivotto

Die „Let’s Get Deep EP“ von Luca Olivotto erscheint am 15. Januar 2025 via Small Great Things.

 

Valerie Santos

Dein erster Meilenstein als DJ/Produzentin?

Als ich 18 Jahre alt war, nahm ich ohne große Erwartungen an einem internationalen DJ-Contest teil. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich das Wettbewerbsportal öffnete und mein Name als Gewinnerin erschien. Der erste Preis war ein Auftritt in einem großen Club in Barcelona, das war eine tolle Erfahrung.

Dein Sound „in a nutshell“? Was macht ihn einzigartig?

Energetisch. Ich könnte Oldschool-Hard-Techno mit melodischem Trance mischen. Ich mag es, wenn meine Sets von Anfang bis Ende spaßig sind und voller Perkussion stecken. Um die Atmosphäre auf dem Floor zu entspannen, führe ich gefühlvolle Melodien ein, aber immer mit einem starken Bass. Das ist für mich unerlässlich.

Ein paar Worte zu deinem neuesten Release?

Sehr spaßig und voller Percussions und metallischen Sounds. Die harte Kick dazu darf nicht fehlen. Oldschool, aber gleichzeitig sehr fresh.

Die wichtigsten Inspirationen und Einflüsse, die deinen Sound geprägt haben?

Als ich ein Kind war, spielte ich mit einem Doumbek, um Rhythmen zu erzeugen. Ich schätze, dort begann meine Inspiration für Percussion-Sounds. Zu dieser Zeit hörte ich auch viel 2000er-Trance, der ja bekanntlich voller Melodien steckt.

Etwas Seltsames, Ungewöhnliches oder Witziges, das während eines Gigs passiert ist?

Ich habe mal aus Versehen den Track eines sehr bekannten spanischen DJs pausiert, der nach mir gespielt hat. Mein Herz hat wie wild gepocht, aber es ging dann zum Glück sehr schnell weiter.

2025 wird ein gutes Jahr werden, weil …?

… wir an der Professionalisierung meiner DJ-Karriere arbeiten. Ich würde sehr gerne auf der ganzen Welt für ein großes Publikum spielen und neue Connections knüpfen.

Deine Top-3-Releases aus 2024?

Triptykh – Bass Keeps Going (OUTWORLD)

Svetec – Keep it Rolling (Moontrip Records)

Angerfist, Gastón Zani – The Darl of The Night (Filth on Acid)

Die Single „Liquid Light“ von Valerie Santos ist am 21. Juli 2023 via we(R)aw erschienen.

www.soundcloud.com/valeriesantosdj

Aus dem FAZEmag 155/01.2025
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