Frank Sonic und die wunderbare Welt der Sequencer

 

Der Herbst ist zwar schon da, aber die Heizung im Studio ist immer noch aus. Ich wärme mich dafür an meinen Synthesizern. Wer braucht schon Öl oder Gas, wenn man analoge Geräte hat. Die letzten Wochen waren sehr intensiv, und ich hoffe, ihr seid alle schon auf modularem Entzug! Diese Kolumne zu schreiben, ist für mich immer wieder eine willkommene persönliche Review über das, was ich auf meiner Reise erlebe.

Im August habe ich nach sehr langer Wartezeit mein Intellijel 7U Modularcase beim Musicstore abgeholt. Ich muss dazu sagen, dass nun, wo alles im schönen Case ist, der ganze Workflow nochmal ein bisschen geiler geworden ist. Im selben Atemzug kamen auch noch einige Module dazu. Zum Beispiel das Endorphines Blck Noir – weitaus mehr als ein Roland-CR-78 Klon. Eine echte Trommelmaschine des Aero- und Space-affinen Herstellers. Triggerbare und dynamisch CV-steuerbare Sounds auf 30TE. Da ich ja beim letzten Mal schon sehr von meinem Vermona Melodicer geschwärmt habe, konnte ich es nicht sein lassen und habe jetzt auch den Vermona Random Rhythm in die Familie aufgenommen – der nun hervorragend zufallsorientiert das Blck Noir triggert.

Da ich bislang noch kein Drum-Modul hatte und das meiste Drumming mit der DRM-MK3 gemacht habe (die aber bei mir leider keine Trigger-Inputs hat) kann man mit dem Koffer nun eigenständigen Techno machen. Ein weiteres wichtiges Modul gerade für meinen geplanten Live-Einsatz findet seinen Platz in der oberen 1U-Reihe. Der Golden Master ist ein Multiband-Prozessor, mit dem man dem ganzen Modularsystem den nötigen Punch verleihen kann, um auch vor Publikum zu spielen. Inspiriert vom On-The-Fly-Mastering aus externen Studiogeräten aus den 90ern ist es das letzte Glied der Stereo-Summe im Rack. Klingt richtig gut und macht genau, was es soll!

Kommen wir aber nun zu meinem Highlight der letzten Wochen. Wie ihr ja mittlerweile wisst, bin ich ein absoluter Fan von Sequenzern. Auf der Superbooth habe ich den „One“ von OXI Instruments entdeckt, der nun auch endlich Teil meines Systems geworden ist. Wenn sich jemand Gedanken gemacht hat, wie man seine Kund*innen glücklich macht, dann ist es mit 100-prozentiger Sicherheit OXI Instruments. Hochwertiger kann ein Gerät nicht verarbeitet sein. Geliefert wurde das schicke, nur zwei Zentimeter dicke Gerät direkt im Case. Edel! 32 Spuren und ein wirklich entzückend easy verständliches Programmieren. Vier Sequenzer-Modi: Multi, Chord, Poly und Mono – dazu LFOs, Looper und Arpeggiatoren. Für mein Modularsystem natürlich besonders wichtig: Bis zu acht CVs und vollständig konfigurierbare Gates können gesendet werden. Und mit dem optional erhältlichen „Pipe“-Modul gelangt das Ganze auch mit nur einem Kabel ins Rack. Ich könnte zwölf von zehn Sternen für diesen genialen Sequenzer geben, wenn man mich fragen würde. Ein Feature, das ich besonders hervorheben möchte, ist die sogenannte „Follow“-Funktion. Eine auf Sequenzer-Track 1 erstellte Melodie und eine auf Track 2 erstellte Basslinie folgt einer auf Spur 3 oder 4 erstellten Chord-Folge. Das ist wirklich magisch und eine Waffe für Melodic-Techno-Tracks. Zumal man mit dem „Random Generator“ (solange man Scale nicht miteinbezieht) ständig neue Melodien in derselben Tonart generieren kann. Das ist der pure Wahnsinn und macht einfach ultraviel Spaß. Besonders hervorzuheben sei an dieser Stelle auch der Kundensupport. Meine aufgekommenen Fragen wurden sogar beim offiziellen Instagram-Account von Oxi innerhalb weniger Minuten beantwortet. Hier merkt man dann wirklich, dass da jemand mit Herzblut für sein Produkt arbeitet. Wie immer gibt es auch diesmal einen brandaktuellen Software-Tipp, mit dem ich sehr viel Freude habe. Von der D16 Group aus Polen gibt es nun die Phoscyon 2.

Die runderneuerte 303-Emulation. Hier wurde 303 neu gedacht. Supersexy ist die Effekt-Einheit mit Distortion – und natürlich die 800 Presets und Pattern, die gleich mitgeliefert werden. Allen, die Spaß an quietschenden Sounds mit Phoscyon2 bekommen haben, empfehle ich den Patreon-Channel von Thomas Schumacher. Lasst es blubbern und bleepen und schickt mir vor allem gerne euer modulares Feedback an music@franksonic.com oder bei Instagram @franksonic.

Bis zum nächsten Mal

Euer Frank

 

Aus dem FAZEmag 128/10.2022
www.franksonic.com/