Man mag es kaum glauben, aber die letzte FSOJ Ausgabe liegt schon fünf Jahre zurück. Nach Orientierung ins Disco und Deep House Fach, besinnt sich Labelmacher Michael Reinboth jetzt wieder auf seine ursprünglichen Skillz und präsentiert fantastische 160 Minuten Tanzmusik mit 24 Künstlern zwischen Jazz, Soul und House. Bereits das erste Stück des Dritten Raums (früher im Hardtrancebereich bei Harthouse unterwegs!) lässt sehr viel Positives vermuten. Ruhig gehaltene jazzige Bläser und Pianos begleiten einen Slo-Mo House Rhythm, wie er bedächtiger kaum sein könnte. Großartig! Breakige Beats (Crimshire, Anchorsong) und Downbeats (Ensemble Du Verre) vervollständigen die erste CD. Bestes Stück neben dem Dritten Raum ist das breakigejazzige “Jazz“ von Holmby Hills. Doch das war erst die Hälfte der Wahrheit. Denn die nächsten 11 Stücke des zweiten Silberlings erfreuen mindestens genau so, wie die bislang beschriebenen. Die Funkyness des “Jazz Shaman“ von Wareika, das discoide “Midnight Cruising“ von Hypnolove oder das Jaydee-like, transzendental wirkende, mega-groovende “La Mediana“ von Santos kreieren einen sensationellen Mix, wie ich ihn bei Compost selten gehört habe. Den absoluten Höhepunkt stellt das perkussive Feuer von Dave Aju mit dem Sol Percussion Ensemble dar. “Vibra“ ist eines der schönsten Tanzstücke die ich in den letzten 10 Jahren Compost und in der Musikbranche zu hören bekommen habe. Mit FSOJ Nummer 12 übertrifft sich Michael Reinboth selbst und zeigt, dass sich ein ausdauerndes Zuwarten auf die richtigen Tracks auszahlen kann. Danke für diese gekonnte, geschmackvolle und pulsierende Zusammenstellung.
10 Punkte Carsten Becker