Dr. Motte, fotografiert von Yves Borgwardt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was wäre Techno-Deutschland ohne Dr. Motte?

Eine Frage, die man sich mitunter stellt, wenn man wieder mal in den Malstrom der Roeingh’schen Aktivitäten gezogen wird.

Es wäre auf jeden Fall langweiliger und weniger interessant. Es wäre auch ruhiger und mitunter subtiler. Aber man muss dem 1960 in Spandau geborenen Motte lassen, dass er weiß, auf der medialen Klaviatur zu spielen. Das zeigte zuletzt sein Auftritt auf dem DJ-Meeting, als er die Vertreter der GEMA sprachlos werden ließ. Auch früher war er für Skandale gut: So beschimpfte er Juden und bat sie, sie mögen doch mal eine ‚andere Platte auflegen und nicht immer rumheulen‘ und hielt auf der Fuckparade eine Rede, in der er die Berliner Regierung dazu aufrief, ‚die schwule Politik zu stoppen‘.

Aber kommen wir zu seiner musikalischen Karriere: Der frühere Betonbauer und Punk-Musiker ist seit 1987 professioneller DJ und prägte das Berlin vor der Wende in Clubs wie dem ‚Ufo‘ und dem ‚Planet‘.

Am 1. Juli 1989 rief er die Loveparade ins Leben, die er als Demonstration für ‚Friede, Freude, Eierkuchen‘ anmeldete. Im ersten Jahr nahmen 150 Personen an der ersten Loveparade auf dem Berliner Kurfürstendamm teil, später wurden es mehr als eine Million Besucher.

Berühmt-berüchtigt gerieten seine Ansprachen bei den Abschlusskundgebungen der Loveparade an der ‚Goldelse‘, der Berliner Siegessäule auf dem Großen Stern. Seine verquasten, pseudo-philosophischen Reden spalteten die Besucher.

Durch das Unglück auf der Loveparade 2010 erlangte Dr. Motte wieder Aufmerksamkeit, indem er den Veranstalter, die Lopavent GmbH und ihren Geschäftsführer Rainer Schaller,  auch Geschäftsführer des Hauptsponsors McFit ist, an der Pranger stellte.

Heutzutage läuft sein Label Praxxiz recht gut und für immer im Gedächtnis aller Techno-Fans bleibt er durch seinen Klassiker „Der Klang der Familie“, den er zusammen mit Sven Röhrig aka 3Phase produziert. Alles Gute zum Geburtstag Herr Doktor.