westbam


Heute feiert Maximilian Lenz, Freunden elektronischer Musik besser bekannt als Westbam, seinen einundfünfzigsten Geburtstag.
Der in Münster in Westfalen geborene Lenz und seit vielen Jahren in Berlin beheimatete Künstler ist untrennbar mit den einstmals wichtigsten Säulen der deutschen Techno-Bewegung verbunden: MAYDAY, Low Spirit und Loveparade.

Dabei begann alles mit Punk. Damals in Münster. 1978 war das und das damalige Pseudonym, unter dem Lenz diverse Instrumente spielte, war Frank Xerox. Nach der Beteiligung an einigen Punk-Bands (Anormal Null / Kriegsschauplatz) startete er 1983 im Münsteraner Club Odeon seine DJ-Karriere. Der erste Abend im Odeon ist sehr charmant in seiner dieser Tage erscheinenden Autobiographie beschrieben.  1984 zog er zu seinem Freund und Förderer William Röttger nach West-Berlin, wo auch bald seine erste Veröffentlichung „17 – This Is Not a Boris Becker Song“ unter dem Projektnamen Cowboy Temple erschien.
Ein Jahr später gründete er unter anderem mit seinem Schulfreund Klaus Jankuhn sowie William Röttger Low Spirit Recordings, wo nun erfolgreiche WestBam-Singles wie „Disco Deutschland“ oder „Monkey Say Monkey Do“ erschienen. Neben seinen DJ-Aktivitäten versuchte sich Lenz auch früh als schreibender Künstler und veröffentlichte im selben Jahr den Text „Was ist Record-Art?“, in dem er DJ-Techniken erläuterte und den DJ in den Stand des kreativen Musikers erhob. Den kommerziellen Durchbruch erzielte Lenz mit der 1993er Single „Celebration Generation“, wobei weitere Hits wie „Wizards Of The Sonic“ oder „Bam Bam Bam“ folgten. Den größten Chart-Erfolg verzeichnete er jedoch zusammen mit Dr. Motte und den jährlich erscheinenden Loveparade-Anthems wie „Sunshine“ sowie mit den Members of Mayday. Hier erreichte „Sonic Empire“ beispielsweise Platz 1 der deutschen Media Control Charts. „Beatbox Rocker“ auf dem Low Spirit-Sublabel Electric Kingdom war ebenso ein großer Hit wie die Kollaboration mit Nena „Oldschool Baby“.

Der wohl bekanntest deutsche Rave – MAYDAY – wurde von WestBam erstmalig am 14. Dezember 1991 in Berlin-Weißensee durchgeführt, um den Jugend-Radiosender DT64 zu retten. Obwohl dies misslang, wurde die MAYDAY schnell zu dem Indoor-Großrave schlechthin und der „MAYDAY-Anthem“ zum Klassiker. Als Mitgesellschafter von Low Spirit, die die MAYDAY bis 2006 durchführte, und als Teil der Loveparade wurde WestBam aber auch zum Feindbild für sogenannte Underground-Verfechter, die Lenz und den anderen Protagonisten Ausverkauf vorwarfen. Seit 2007 wird der alljährliche Rave in den Dortmunder Westfalenhallen von I-motion bzw SFX durchgeführt. Im Frühjahr 2014 kam es zu einem medienwirksamen Streit zwischen I-motion und WestBam, der dazu führte, dass Lenz seit 2014 nicht mehr auf der MAYDAY auflegt. Alle Informationen hierzu findet ihr in diesem Interview.

WestBam war nie engstirnig. So nahm er zum Beispiel 2004 gemeinsam mit Afrika Islam beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil oder präsentierte sein 2005er Album „Do You Believe In The Westworld“ live mit Band.

Sein bislang letztes Album „Götterstraße“ feierten wir mit einer Cover-Story und einem umfangreichen FAZE TV-Interview, in dem sich Lenz wie immer als eloquenter, feingeistiger Kopf präsentierte. In diesem Jahr wird es neues Material von Max geben. Wir freuen uns. Bis dahin: Happy Maxday!

Und hier sind sechs Beispiele aus seiner langen Karriere:


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