Gefährliche Chemikalien in Kopfhörern von Top-Marken nachgewiesen

Eine aktuelle Untersuchung sorgt für Aufsehen in der Tech- und Musikszene: In mehr als 81 Kopfhörermodellen führender Hersteller wurden schädliche Chemikalien nachgewiesen. Betroffen sind unter anderem Produkte von Sony, Samsung, Apple und Sennheiser.

Die Ergebnisse stammen aus der Studie „Der Klang der Kontamination“ der tschechischen Non-Profit-Organisation Anika, die Teil der EU-Initiative ToxFree LIFE ist. Insgesamt wurden 81 Modelle analysiert, etwa 50 davon stammen von bekannten Marken.

Laut Bericht enthielten alle getesteten Proben Bisphenole, Phthalate und Flammschutzmittel. Diese Stoffe werden von der Europäischen Umweltagentur mit endokrinen Störungen in Verbindung gebracht, da sie natürliche Hormone im Körper nachahmen. Zudem stehen sie im Verdacht, Unfruchtbarkeit, Krebs und neurologische Störungen zu begünstigen.

Die Bewertung der Modelle erfolgte über ein Ampelsystem. Grün steht für die sicherste Kategorie, Gelb beschreibt Produkte, die „gesetzlich konform, aber über den strengeren freiwilligen Grenzwerten“ liegen, während Rot als „unzureichend“ und damit am gefährlichsten gilt.

Insgesamt fielen 44 Prozent der getesteten Modelle in die rote Kategorie. Allerdings wurde nur bei 11 Prozent festgestellt, dass gefährliche Chemikalien tatsächlich in direkten Hautkontakt gelangen können, was die unmittelbare Exposition relativiert, aber langfristige Risiken nicht ausschließt.

Besonders auffällig war die höchste Bisphenol-Konzentration in den „My First Care“-Ohrhörern, die gezielt an Kinder vermarktet werden. Ein weiteres, über Temu vertriebenes Modell für Kinder überschritt den in der EU erlaubten Phthalat-Grenzwert um das Fünffache.

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass mindestens 50 Prozent der an Kinder gerichteten Kopfhörer in die grüne Kategorie fallen. Als sicherste Modelle wurden die AirPods Pro 2 von Apple sowie die Tune 720BT von JBL eingestuft.

Die Veröffentlichung hat bereits konkrete Folgen. Mehrere Händler in den Niederlanden reagierten und nahmen betroffene Produkte aus dem Sortiment. Der Online-Händler Bol.com erklärte, alle als „unzureichend“ bewerteten Modelle entfernt zu haben, darunter etwa die Razer Kraken V3, die Sennheiser Momentum Wireless 4 und die Beats Solo Buds.

Auch der Technikhändler CoolBlue äußerte sich gegenüber der niederländischen Zeitung RTL und erklärte: „Wir stehen diesbezüglich in direktem Kontakt mit unseren Lieferanten. Sollten sich dabei Hinweise ergeben, die weitere Maßnahmen erfordern, werden wir entsprechend handeln.“

Quelle: Mixmag

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