
Australien, Island – und dazwischen junge Frauen aus Berlin, die in eine gefährliche Betrugsmasche geraten. An zwei weit entfernten Flughäfen wurden Berlinerinnen mit harten Drogen im Gepäck erwischt. In Sydney erwischten Zollbeamte eine 18-Jährige mit 20 Kilogramm Crystal Methamphetamin. In Island fanden die Behörden am Flughafen Keflavik rund 20.000 gefälschte Oxycodon-Tabletten – in Wahrheit handelte es sich um Nitazene, ein extrem potentes synthetisches Opioid, das schon in kleinsten Mengen tödlich wirken kann.
Beide Fälle folgen demselben perfiden Muster: Über soziale Medien oder direkt vor Ort werden junge Menschen gelockt, oft mit dem Versprechen eines „Urlaubs umsonst“. Flugticket und Hotel zahlen die Täter, die Gepäckstücke sollen angeblich Designerklamotten oder Bargeld enthalten. Tatsächlich transportieren die Opfer illegale Drogen – häufig ohne davon zu wissen. Das Landeskriminalamt Berlin (LKA) geht davon aus, dass die Frauen in Sydney und Island nichts vom Inhalt der Taschen ahnten, wie aus den Ermittlungen und Chatprotokollen hervorgeht. „Aber Unwissenheit schützt nicht vor Strafe“, betont Carsten Pfohl, Leiter des Rauschgiftdezernats.
Hohe Haftstrafen im Ausland
Die Folgen im Ausland können gravierend sein. Australien verhängt für den Besitz von 20 Kilogramm Crystal Methamphetamin oft mehr als zehn Jahre Haft. In manchen asiatischen Ländern droht sogar die Todesstrafe. In Island sind die Risiken zwar niedriger, doch die gefundenen Nitazene-Tabletten stellen ein erhebliches gesundheitliches Risiko dar.
Die Polizei Berlin versucht, die Öffentlichkeit zu warnen. Über Instagram informiert das LKA über die Masche und die Tricks der Täter. „Der Perfidität von Kriminellen sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Pfohl. Die Täter nutzen mittlerweile auch soziale Medien, um ihre Reichweite zu erhöhen, und bauen teilweise sogar Liebesbeziehungen auf, um junge Menschen zur Mitnahme der Drogen zu überreden.
Für die betroffenen jungen Frauen bleibt ungewiss, wie ihr weiteres Schicksal aussieht. Das LKA steht in Kontakt mit den ausländischen Behörden, den Konsulaten und den Familien. Klar ist nur: Im Zeitalter des Internets wächst die Gefahr, dass noch mehr junge Menschen auf diese perfide Masche hereinfallen.
Quelle: rbb24.de
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