Just Luke


Wann hast du mit dem DJing angefangen und warum?
Die Leidenschaft zur Musik hat mich in meiner Jugend schon sehr geprägt. Ich bin schon damals im Bus, ganz hinten natürlich, den anderen mit meiner Musik auf die Nerven gegangen (lacht). Meine musikalischen Inspirationen habe ich auch gerne mit meinen Freunden geteilt. Es hat wirklich Spaß gemacht, die Künstler, deren Werke und Laufbahn zu verfolgen, da man immer gespannt sein konnte, wie sich alles weiterentwickelt.

Nach den ersten Clubbesuchen habe ich mich immer mehr von der HipHop-Szene abgespalten und mich mehr für elektronische Musik interessiert. Mitte 2012 habe ich mir dann mein erstes DJ Setup zugelegt und eigene Mashups überwiegend im House-Genre gebaut. Ich konnte mich nächtelang damit auseinandersetzen und mir wurde schnell klar, dass ich darauf aufbauen sollte. Ich wollte mich selber immer weiterentwickeln und bei meinen Auftritten etwas auf musikalischer Ebene mitgeben, etwas was kein anderer macht. Schließlich hab ich dann mit dem Produzieren angefangen, um einen eigenen Sound zu entwickeln, ein Sound der meine Dj Sets zu etwas besonderem macht und womit ich meine Persönlichkeit verbinden kann. Dabei musste ich feststellen dass es ein langer Weg ist, erst mal seinen eigenen Sound zu finden, darauf aufzubauen und diesen dann auch richtig zu verstehen. Ein langwidriger Prozess, der sich bis Anfang 2018 hinzogen hat. Doch jetzt kann ich ihn endlich leben.

In welchem Genre fühlst du dich Zuhause und wie kam es zu dieser Stil-Findung?
Ich war immer schon sehr housig in der Szene unterwegs, da mich Künstler wie Don Diablo, Oliver Heldens, Fedde Le Grand oder Tchami mit ihren Tracks am meisten packen konnten. Aufbauend auf der Inspiration, habe ich meinen eigenen Sound sehr in Richtung Bass/House angelehnt. Ich steh voll auf experimentelle Leadsounds und catchy Basslines, welche ich in unendlich vielen Variationen in meinen Sets unterbringen kann. Allerdings der typische Bass-House-Sound a la Jauz oder Moksi ist meiner Meinung nach bereits verbraucht, dennoch gibt es viele Subgenres wie G-House, Future House oder UK Garage mit denen sich dieser Style trotzdem weiter ausbauen lässt und zu etwas Außergewöhnlichem kombinieren lässt. Mittlerweile konnte ich die perfekte Mischung aus diesen Genres ausmachen und verbinde sie nochmal mit eigenem, individuellem Sounddesign. Darüber hinaus steht nicht nur die Vereinigung verschiedener Musikgattungen, sondern auch die Stimmung und Seinsweise im Vordergrund. Letztendlich handelt es sich bei meinen aktuellen Produktionen eher um ein qualitativ hochwertiges Produkt mit „unterirdischer“ Natur, welches Bar für Bar in meinen DJ Sets repräsentiert wird.

Was war deine erste Platte, die du gekauft hast? Was war deine letzte?
50 Cent – Get Rich Or Die Tryin (Shady Records)
Zhu – Ringos Desert (Mind Of A Genius)

Welcher Künstler war deine größte musikalische Inspiration und wer ist es heute noch?
Fedde Le Grand

Erinnerst Du Dich noch an deinen ersten Gig?
Ehrlich gesagt, nein (lacht)

Wie war es für dich, in einem der bekanntesten Clubs weltweit – dem Bootshaus – aufzulegen?
Es gibt keine DJ Booth, in der ich mich jemals so wohl gefühlt habe wie im Bootshaus. Es fängt beim Monitoring an, die wunderbare Soundqualität der PA und die direkte Verbindung zu der Crowd, welches ein unbeschreibliches Gefühl übermittelt.

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
Ehrlich gesagt, mein Ziel als Künstler und Produzent ist es, einfach nur Musik zu machen – das ist im Grunde alles. Es geht nicht so sehr darum, sich zu entwickeln, ich denke, es geht eher darum, einfach als Person zu wachsen und sich im Laufe der Zeit zu seinem Besten zu verändern, eigentlich ein ganz natürlicher Prozess. Ich persönlich höre gar nicht mehr so viel Bassmusik, einfach um neue Inspirationen zu sammeln, um diese anschließend im Studio auszuleben.

Somit werden meine Produktionen auch von Zeit zu Zeit immer etwas authentischer.
Ich denke auch, dass das Studio mit der beste Ort ist, wo man wirklich auf musikalischer Ebene selbst den Unterschied machen kann. Ich hätte es nie für möglich gehalten aber mittlerweile schreibe ich sogar eigene Toplines für eigene und Co-Produktionen.

Woher kam der ganze Support?
Nachdem bekannt gegeben wurde, dass ich es ins Finale geschafft habe, wurde ich direkt von einigen Fans aus ganz Deutschland kontaktiert. Ich würde sagen ich hatte nicht viel Unterstützung, aber die Richtige! Es kamen einzelne Leute aus Hannover, Berlin, Leipzig, Stuttgart, welche auch wirklich wegen meiner Musik am Start waren.

Es war wirklich der Wahnsinn, wie ich während meines Sets plötzlich ein Breakdance-Battle miterleben durfte.

Was glaubst du, warum gerade du beim DJ-Contest gewonnen hast?
Ich denke das Gesamtpaket hat einfach gestimmt. Man merkt schnell wenn ein Dj sich authentisch als Künstler präsentiert, dementsprechend auch Leidenschaft ausstrahlt und diese an das Publikum übermittelt. Das Ganze auf musikalischer Ebene so rüberzubringen erfordert viel Erfahrung, wo ich denke, dass ich in dem Punkt vielen Teilnehmern schon voraus war. Durch einen abwechslungsreichen, schnellen, flexiblen und sicheren Mixing-Stil und vor allem außergewöhnlichen Musikoutput durch eigene Tracks, Edits und Remixe – das hat wohl auch die Jury übeerrascht. Übrigens hab ich das Set einmal nachgebaut, welches zu meinem aktuellen Release auf Fedde Le Grand’s Label „Darklight Recordings“ zu hören ist.
www.soundcloud.com/justluke-official/sets/bootshaus-dj-contest-2019

Der Klassiker, der immer geht?
Tchami – Promesses (feat. Kaleem Taylor)

Deine aktuellen Top3 Dj’s?
Fedde Le Grand, Don Diablo, Tchami