„Größter Einsatz aller Zeiten“ gegen synthetische Drogen

Europol hat den bislang größten Einsatz seiner Geschichte gegen den Handel mit synthetischen Drogen durchgeführt.

Bei der europaweit koordinierten Aktion wurden 85 Verdächtige festgenommen, darunter die mutmaßlichen Anführer eines zentralen Händlerrings. Der jahrelang vorbereitete Einsatz richtete sich gegen einen der wichtigsten Akteure im europäischen Drogenhandel.

An der Operation waren neben Deutschland auch Belgien, Polen, Spanien und Tschechien beteiligt. Insgesamt wurden 24 Drogenlabore von industriellem Maßstab aufgelöst. Zudem beschlagnahmten die Behörden rund 1.000 Tonnen Chemikalien, die zur Herstellung von MDMA, Amphetaminen und Methamphetamin bestimmt waren.

In Deutschland deckten Ermittler sechs illegale Labore in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen auf. Nach Angaben des Zolls wurden hierzulande 45 Verdächtige festgenommen.

Sichergestellt wurden mehr als 800 Kilogramm synthetische Drogen sowie etwa 160.000 Liter hochgiftiger Chemikalienabfälle. Der Leiter des Zollkriminalamtes, Tino Igelmann, warnte vor den Folgen solcher Substanzen.

Synthetische Drogen stellten eine große Gefahr für die Gesundheit dar und seien zugleich ein massives Umweltproblem, da giftige Abfälle häufig unkontrolliert entsorgt würden. Die Produktionskapazitäten der Labore lagen im hohen einstelligen Tonnenbereich.

Bei den mutmaßlichen Anführern des Netzwerks handelt es sich um polnische Staatsbürger, denen in Polen Freiheitsstrafen von bis zu 20 Jahren drohen. Andy Kraag von Europol sprach von einem „wirklich schweren Schlag für Gruppen der organisierten Kriminalität“.

Weitere Ermittlungen zu Vermögenswerten und Strukturen dauern an.

Quellen: Zeit / tagesschau

Das könnte dich auch interessieren:

Drogen im Hintern – Zoll hebt Versteck der besonderen Art aus