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Foto: Synaptic Eclipse


Für viel Kritik und Aufsehen sorgte das Goa-Festival Synaptic Eclipse in Meppen. Das Synaptic Eclipse Festival feierte seine Premiere vier Tage und drei Nächte über das verlängerte Pfingstwochenende. Anwohner und die lokalen Politiker hatten sich massiv über das Festival beschwert. Hauptaugenmerk der Beschwerden war die Lautstärke. Die Organisatoren des Synaptic Eclipse Festival versicherten, dass alle erforderlichen Genehmigungen vorlagen und sich an die gesetzlichen Lärmschutzbestimmungen gehalten wurde.

Nun liegt ein Gutachten vor, das aussagt, dass alle Grenzwerte von den Veranstaltern eingehalten wurden. „Es ist nicht davon auszugehen, dass die Immissionsrichtwerte für seltene Ereignisse (…) im Bereich der benachbarten Wohnbebauung überschritten wurden“, heißt es in dem vorliegendem Gutachten. Die Firma Zech hat die Lautstärke während des Festivals gemessen und im Folgenden das Gutachten erstellt, welches versichert, dass die Veranstalter sich vorschriftsgemäß an die Lautstärkebestimmungen gehalten haben.

Für die Veranstalter war die Aussage des Gutachtens keine Überraschung sondern eine Bestätigung. Dank einer speziellen Software haben sie schon während des Festivals prüfen können, wie hoch die Lautstärke ist und konnten bei Überschreitung des Grenzwertes umgehend entgegenwirken.
Die Software zur Kontrolle der Lautstärke war nicht die einzige Maßnahme, die die Veranstalter ergriffen aus Rücksichtnahme auf die Anwohnerschaft. Noch bevor das Festival den ersten Beat ertönen ließ, wurden persönlich Briefe an die Anwohner verteilt, in denen unter anderem stand, dass bevor man die Polizei dazuschaltet und alarmiert, gerne auf die Veranstalter zukommen werden kann. Eine Telefonnummer stand ebenfalls mit dabei. Jedoch haben die Festival-Veranstalter nicht einen Beschwerdeanruf bekommen. Die Polizei hingegen wurde 41 Mal wegen Lärmbelästigung angerufen.

Die Politiker der Stadt Meppen wollten sich gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung zu inhaltlichen Fragen nicht äußern. Dafür sei der Landkreis als Immissionsschutzbehörde zuständig, sagte eine Sprecherin.
Bürgermeister Helmut Knurbein setzte sich sehr für die Anwohner ein und ließ auf einer Stadtratsitzung Anfang Juni verlauten: „So soll diese Veranstaltung im nächsten Jahr nicht wieder stattfinden.“ Nach Vorlage des Gutachten, will er gemeinsam mit dem Landkreis prüfen, wie man mit zukünftigen Veranstaltungen dieser Art umgegangen werden kann.
Eine Sprecherin des Landkreises äußerte sich diesbezüglich sofern, dass diese Behörde einer Wiederholung des Festivals nicht im Wege stehen werde. Sofern die zulässigen Richtwerte eingehalten würden.

Noch ist das letzte Wort, ob es eine Fortsetzung des Festivals geben wird, nicht gesprochen. Die Stadt Meppen ließ durchhorchen, dass man die Beschwerden der Anwohner weiterhin ernst nehmen werde und man noch nicht sagen könne, wie es weiter geht.
Auf Wunsch des Veranstalters wird es am 11. August zu einem Gespräch mit dem Bürgermeister Knurbein kommen.

Die beiden Veranstalter hoffen auf eine Wiederholung des Festivals und kümmern sich jetzt schon um die erforderlichen Anträge. Um die Anwohner nicht so wenig wie möglich zu stören und mit dem sogenannten Lärm (wir nennen es Musik) nicht zu stören, wurde bei Tontechnikern und anderen Unternehmen nach einer Lösung gefragt. „Mit speziellen Soundsystemen kann man die Musik für Außenstehende quasi unhörbar machen“, sagt Veranstalter Krogull, „es wäre schade, wenn es für uns nicht weiter gehen würde.“
Es ist abzuwarten, ob sich eine für beide Seiten annehmbare Lösung finden wird.
Wir stehen ganz klar hinter den Veranstaltern und wünschen den beiden viel Erfolg.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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