
Eine neue synthetische Droge sorgt in London für zahlreiche Todesfälle.
Cychlorphine, auch Cychlorphin genannt, gilt laut Experten als rund 200-mal stärker als Heroin. Allein im Londoner Stadtteil Camden starben innerhalb eines Monats drei Menschen an einer Überdosis.
Nach Angaben der Hilfsorganisation Change Grow Live kamen im vergangenen Jahr mindestens 13 Menschen in ganz London ums Leben. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, da viele Betroffene obdachlos waren und Todesfälle nur geschätzt werden können.
Zudem ist die Substanz erst seit dem Vorjahr bekannt. Cychlorphine wird bei Obduktionen oft nicht erkannt. „Krankenhäuser und Gerichtsmediziner testen nicht routinemäßig auf synthetische Opioide und gehen dann einfach davon aus, dass es sich um Heroin handelt“, erklärt CGL-Geschäftsführerin Vicki Markiewicz.
Auch ein Abbau der Substanz nach dem Tod erschwert Nachweise. Bekannt ist, dass Cychlorphine häufig anderen Drogen beigemischt wird. Funde gab es bislang vor allem in Heroin und gefälschten Medikamenten wie Oxycodon, vereinzelt auch in Kokain.
Die Herstellung erfolgt vermutlich in Indien oder China, unter mangelhaften Sicherheitsstandards. Inzwischen ist die Droge auch in Deutschland aufgetaucht. Die Deutsche Aidshilfe und der JES Bundesverband warnten im Dezember 2025 vor Cychlorphine, das im Raum Karlsruhe als farbloses E-Liquid angeboten wurde.
Die Wirkung wird als fentanylähnlich und extrem gefährlich beschrieben. Auch medizinische Einrichtungen schlagen Alarm. Die Uniklinik Freiburg berichtet von einem Fall, bei dem Cychlorphine in falsch deklarierten Tabletten aus dem Internet entdeckt wurde.
Die Einnahme endete beinahe tödlich und verdeutlicht die wachsende Gefahr durch neue synthetische Opioide.
Quelle: ntv
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