Sie rappen über Frauen, jede Menge Kohle, exzessive Partys und leben den pompösen Lifestyle, der glitzert und teuer ist: Im Musikgeschäft haben Rapper ihren eigenen Status kreiert. Ihre Videos zeigen Autos und Villen, die in der Gesamtsumme mehr Kosten verschlingen als die Produktion des Clips selbst. Doch wer es sich leisten kann, kann es auch zur Schau stellen.

In den 90er Jahren war Credibility noch das Statussymbol in Sachen Rap. Man musste real sein, von der Straße kommen und modetechnisch waren Dinge in Übergröße das Nonplusultra. 30 Jahre später hat sich das Bild gewandelt: Rapper lieben es teuer, edel und luxuriös. Der Wandel setzte ein, als Rap vom Musikgeschäft zum kompletten Businessmodel wurde. Eigene Labels, Marken und Unternehmen untermauern das Bild des Rap, der den amerikanischen Traum symbolisiert wie kein anderer.

Schaut man sich im können Rapper nur schmunzeln. Musikmachen ist für die Jungs von der Straße eher zum Hobby geworden, während sie ihr Business vorantreiben. So übergab Dr. Dre sein gegründetes Unternehmen beats 2014 für drei Milliarden Dollar an den Technikkonzern Apple, der kanadische Rapper Drake sorgt mit seiner Serienproduktion Euphoria auf HBO für großes Interesse, wie Stern berichtet, und Tausendsassa Jay-Z hat sein Klamottenlabel Rocawear jüngst für 204 Millionen Dollar verkauft. Kein Wunder, dass bei diesen Einnahmen durchschnittlich 1 Million Pfund in die Musikvideos fließen, wie Betway aufzeigt. Irgendwo muss das Geld hinfließen. Im Business der Rapper findet man es wieder.

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Geölte Maschinerie

Wer denkt, dass hinter den Songs nicht mehr steckt als große Worte und fette Gesten, sollte umdenken. Rapper sind Geschäftsleute, denen die Millionen nicht geschenkt wurden. Nur zeigen sie es deutlich selbstbewusster als mancher Inhaber eines vergleichbaren Imperiums. Der Trick ist: Sie wurden durch ihre Musik bekannt, erarbeiteten sich eine Fanbase und sorgten innerhalb ihres Kosmos für das entsprechende Marketing. Subtil wurden Klamotten, Accessoires oder Logos in die Clips eingebaut, um Reichweite innerhalb der Community zu generieren. Teures Marketing spart man sich auf diese Weise! Der Rest ist Scheine zählen. Eine Methode, von der sich der Deutschrap noch eine Scheibe abschneiden kann.

Die Größen des amerikanischen Rap denken im Gegenzug einen Schritt größer: Neue Genres sollen erschlossen werden: Ice-T gründete erst kürzlich ein neues Elektro-Label. Getreu dem Motto: Wenn vor der eigenen Haustür die Kohle knapp wird, müssen unberührte Geschäftsfelder neu erschlossen werden.


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