mit freundlichen grüßen
Es ist das Thema des Tages und der Coup schlechthin. Womit niemand niemals gerechnet hätte: Ein deutscher Volksmusiker (Legende!) bedient sich am zeitgenössischen Liedgut seiner Landsmänner – allerdings nicht am erwarteten Volksmusik- & Schlagereinheitsbrei, nein, er wagt sich an Rammstein, Ärzte, Sportfreunde Stiller, Peter Fox etc. heran. Die ersten Reaktionen aus diesen Reihen sind nicht gerade freundlich, die meisten der Künstler sind „not amused“. Meine Herren, Humor sieht anders aus …


Der Clou dieser Geschichte: Heino hat das Recht auf seiner Seite, wie Medienrechtler Christian Solmecke feststellt: 
„Aus rechtlicher Sicht handelt es sich hier um Coverversionen. Diese darf Heino nur dann aufnehmen und veröffentlichen, wenn ihm die hierzu erforderlichen Nutzungsrechte eingeräumt wurden. Genau hier liegt der Knackpunkt. Die allermeisten deutschen Künstler sind nämlich Mitglieder der GEMA. Das bedeutet, dass nicht mehr sie selbst, sondern die GEMA die Einräumung der Nutzungsrechte verwaltet. Die GEMA ist aber grundsätzlich verpflichtet, jedem, der einen urheberrechtlich geschützten Song nutzen will, diese Rechte einzuräumen. Natürlich gilt das auch für Heino. Die Künstler haben dabei grundsätzlich kein Mitspracherecht.“
Heißt:  1:1 Umsetzung ist ok, obwohl das laut Solmecke evt. auch schon problematisch sein könnte: 
„Heino muss dabei jedoch jede Zeile des Songs genau so singen, wie im Original. Bearbeitungen oder leichte Abwandlungen des Liedes würden eine Urheberrechtsverletzung darstellen, für die Heino verklagt werden könnte. Das Bearbeitungsrecht kann die GEMA ihm nämlich nicht einräumen, weil sie darüber gar nicht verfügt. Man könnte hier aber darüber nachdenken, ob schon der Wechsel in ein anderes Musikgenre, also von Rock oder Punk in Schlager eine Bearbeitung darstellt. Ich halte das durchaus für möglich. Heino begibt sich mit dieser Aktion also auf ziemlich dünnes Eis.“

Und wieder mal ist die GEMA in aller Munde …

Heino auf Acid
Aber kommt diese Aktion von Heino wirklich so überraschend? Man hätte es ahnen können, dass er sich für nix zu schade ist, spätestens seit seiner, äh … Technoversion von „Enzian“, die es Ende der 80er Jahre in unsere Hitparade schaffte …

„Mit freundlichen Grüßen“ erscheint am 1. Februar.

Hier könnt ihr euch „Junge“ (Die Ärzte) anhören: www.tape.tv/vid/397751