Der Schweizer Chemiker Albert Hofmann hat am 19. April 1943 seinen Arbeitsplatz verlassen, um mit dem Fahrrad nach Hause zu radeln. Bereits auf der Fahrt und nach der Ankunft erlebte er kuriose Dinge. Der Grund dafür ist weitgehend bekannt. Er testete im Selbstversuch LSD. Seit 1985 feiern viele Leute daher den 19. April als den sogenannten Bicycle Day.

Schon im Jahre 1938 fing Hofmann an, für den Pharmakonzern Sandoz eine Kreislaufstimulanz aus dem Mutterkorn Lysergsäurediethylamid zu entwickeln. Hofmann und seine Kollegen konnten die Lysergsäure künstlich herstellen. Vorerst wurde aber keine medizinisch relevante Wirkung festgestellt.

Fünf Jahre später nahm Hofmann das Projekt wieder auf, weil er den Verdachte hatte, etwas übersehen zu haben. Am 18. April 1943 verspürte Hofmann eine halluzinogene Wirkung, als er den hergestellten Stoff an sich selbst testete. Körperliches Unwohlsein und ein Gefühl innerer Unruhe sorgten dafür, dass er die Arbeit an jenem Tag beendete und nach Hause fuhr.

Er berichtete von intensiven Visionen, die er bei geschlossenen Augen hatte. Er vermutete daher, dass er das LSD durch Kontakt mit der Haut aufnahm. Einen Tag später, also exakt heute vor 78 Jahren, entschied sich Hofmann einen Selbstversuch zu vollziehen und verabreichte sich 250 Mikrogramm LSD. Dies entsprach damals der kleinsten wirksamen Dosis von Mutterkornalkaloiden.

Damit hatte er die Wirkung des LSD stark unterschätzt und hatte einen starken Rausch, den er folgend beschrieb:

Mit Velo nach Hause. Von 18 – ca. 20 Uhr schwerste Krise, siehe Spezialbericht: Die letzten Worte konnte ich nur mit grosser Mühe niederschreiben. […] die Veränderungen und Empfindungen waren von der gleichen Art [wie gestern], nur viel tiefgreifender. Ich konnte nur noch mit grösster Anstrengung verständlich sprechen, und bat meine Laborantin, die über den Selbstversuch informiert war, mich nach Hause zu begleiten. Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad […] nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren. [Zu Hause angelangt] wurden Schwindel und Ohnmachtsgefühl zeitweise so stark, dass ich mich nicht mehr aufrecht halten konnte und mich auf ein Sofa hinlegen musste. Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. […] die vertrauten Gegenstände nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. Die Nachbarsfrau […] war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige, heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze. etc. etc.“

Albert Hofmann: Protokoll des LSD-Selbstversuchs* – *Zitiert nach Wolfgang Schmidbauer & Jürgen vom Scheidt: Handbuch der Rauschdrogen. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2004 

Der 19. April gilt also unter LSD-Fans und -Konsumenten als Bicycle Day, weil an jenem Tag die psychoaktiven Eigenschaften von LSD entdeckt wurden. Ins Leben gerufen wurde der Gedenktag von Thomas B. Roberts, einem US-amerikanischen Professor. Der erste Gedenktag geht auf das Jahr 1985 zurück.

Quelle: kuriose-feiertage.de

Das könnte dich auch interessieren:
Steve Urkle verkauft jetzt Marihuana
Bestellt euch einen Kokain-Kalender aus den 70ern
Oregon bietet bald Magic Mushrooms Service Center
Gestrecktes Gras – Woran erkennt man es? Welche Risiken gibt es?