
Mit der Schließung des Hotel Shanghai verschwindet eine feste Größe der Essener Clubszene, doch Teile des Inventars bleiben erhalten. Das Ruhrmuseum übernimmt mehrere Objekte aus dem Club und will damit „ein Stück der Ausgehkultur in Essen in Erinnerung behalten“.
Künftig gehören laut einem Bericht der WAZ ein Barhocker mit schwarzen Polstern und Chromdetails sowie zwei kugelförmige Lampenschirme im Asia-Look zum Bestand des Museums. Die Objekte stammen direkt von der Theke des Clubs und werden derzeit restauriert.
Das Ruhrmuseum archiviert in seinem Schaudepot rund 25.000 Exponate. Dort lagern unter anderem Fossilien, historische Möbel, Geschirr oder Werbeobjekte. Die Erinnerungsstücke aus dem Hotel Shanghai erweitern die Sammlung nun um ein Kapitel regionaler Nachtkultur.
Bereits kurz nach Bekanntwerden der Schließung nahm das Museum Kontakt zu Betreiber Kay Shanghai auf. Museumssprecherin Katharina Schmidt-Ewig erklärte: „Als im vergangenen Jahr über Social Media bekannt wurde, dass das Hotel Shanghai schließt, haben wir direkt zu Kay Shanghai Kontakt aufgenommen“.
Dem Museum gehe es darum, die Bedeutung des Clubs über seine aktive Zeit hinaus sichtbar zu machen. Mit dem Ende des Hotel Shanghai verliere das Ruhrgebiet „nicht nur seinen bekanntesten Underground-Club, sondern ein Stück gelebter Subkultur und Nachtgeschichte“.
Das Hotel Shanghai existierte seit 2003 in der Steeler Straße in Essen und galt als wichtige Adresse für Techno und House. Der Club bot Platz für rund 500 Gäste und war für seine retro-futuristische Gestaltung bekannt.
Im Laufe der Jahre traten dort unter anderem Purple Disco Machine und Boy George auf. Zudem etablierte sich die queere Partyreihe Lollywood als fester Bestandteil des Programms. Ende 2025 schloss der Club auf Wunsch von Betreiber Kay Shanghai.
Als Gründe galten sinkende Einnahmen und bauliche Probleme, aber auch persönliche und gesellschaftliche Beweggründe des Betreibers (FAZEMag berichtete). Bereits nach der letzten Party wurde der hölzerne Dancefloor in kleine Quadrate zersägt und als Erinnerungsstück verkauft. Kay Shanghai bewarb die Stücke mit den Worten:
„Schweiß, Emotionen, Erinnerungen und eine Menge Sekret auf dem Boden“. Die ersten 200 Exemplare waren schnell ausverkauft, weitere sollen folgen. Parallel entstand eine T-Shirt-Kollektion mit dem Schriftzug „hotelshanghai 2003-2026“.
Nach seinen Angaben stand zeitweise auch der hellblaue Neonschriftzug „electric“ auf der Wunschliste des Museums. Aus technischen Gründen wurde er jedoch nicht übernommen. „Das sind Röhren aus geblasenem Glas. So was könnte man sich heute gar nicht mehr leisten.“
Das Schaudepot des Ruhrmuseums befindet sich auf dem Zollverein-Gelände in einer ehemaligen Salzfabrik und ist im Rahmen öffentlicher Führungen zugänglich. Beim Sommerfest am 17. Mai sollen die Erinnerungsstücke aus dem Hotel Shanghai erstmals präsentiert werden.
Quelle: WAZ
Das könnte dich auch interessieren:
Phil Fuldners Partyreihe Phil’s Licks sagt „Goodbye Hotel Shanghai“ mit Purple Disco Machine