Illegaler Mega-Rave dauert an: Tausende aus ganz Europa angereist

Ein groß angelegter illegaler Rave hält den Südosten Spaniens weiter in Atem. Nachdem es in der Nacht zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmenden und Sicherheitskräften gekommen war, ist die Veranstaltung am Cenajo-Stausee mittlerweile in den dritten Tag gegangen. Trotz erhöhter Polizeipräsenz wird vor Ort weiterhin durchgehend elektronische Musik gespielt – viele der Anwesenden haben sich offenbar auf ein mehrtägiges Verweilen bis zum 6. Januar eingestellt.

Was zunächst als lose koordinierte Zusammenkunft in geschlossenen Online-Communities begann, nahm binnen weniger Tage massive Ausmaße an. Hunderte Fahrzeuge, darunter Transporter und Wohnmobile aus mehreren europäischen Ländern, bewegten sich seit Wochenbeginn Richtung Südspanien. Erste polizeiliche Maßnahmen griffen jedoch ins Leere: Noch bevor die Behörden einschreiten konnten, änderten die Organisatoren ihre Route und wichen kurzfristig aus.

In den frühen Morgenstunden zum Jahreswechsel verlagerte sich der Tross schließlich in Richtung des abgelegenen Stauseegebiets. Bereits während dieser Verlegung kam es zu ernsthaften Zwischenfällen. Nach Angaben aus Polizeikreisen wurden Einsatzfahrzeuge mit Steinen beworfen, mehrere Beamte erlitten Verletzungen. Innerhalb der Guardia Civil wird inzwischen offen Kritik laut: Man sei auf ein Ereignis dieser Größenordnung, das sich über Wochen angekündigt habe, nicht ausreichend vorbereitet gewesen.

Aktuell sind rund 300 Einsatzkräfte im Umfeld des Areals im Einsatz. Die Maßnahmen beschränken sich bislang darauf, Zufahrtswege zu sichern und weitere Anreisen zu unterbinden. Ein aktives Einschreiten gegen die bereits versammelten Feiernden ist derzeit nicht vorgesehen. Diese zeigen sich unbeeindruckt und betonen, man sei mobil und werde notfalls an anderer Stelle weiterfeiern.

In den umliegenden Ortschaften fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Während einige Anwohner Gelassenheit zeigen, solange es zu keinen direkten Belästigungen komme, wächst andernorts die Sorge um mögliche ökologische Schäden. Besonders die sensible Natur rund um den Stausee gilt als gefährdet, sollte sich das Geschehen über mehrere weitere Tage hinziehen.

Quelle: Euronews

Foto: Sare Antifaxista via X

Auch interessant:

Nach Anwohner-Protest: Indoor-Deep-House statt Techno-Rave auf Berg