Maurizio Collela aka EDX gehört mit seinen Releases und seinen weltweiten DJ-Sets zur Speerspitze der aktuell gefragtesten Künstler. Egal ob Miami, Los Angeles, Las Vegas, New York, Sao Paulo, Rio de Janeiro, Seoul, Sydney oder seine wöchentliche Sommer-Residenz im Space auf Ibiza – sein Tour-Kalender führt ihn quer durch alle Kontinente.


Im Rahmen seiner „No Xcuses“-Welttournee veröffentlichte der Mann, der immer wieder mit Größen wie Swedish House Mafia, Armin Van Buuren, Axwell, Benny Benassi, Kelis, Deadmau5, Armand Van Helden, Bob Sinclar oder Kaskade arbeitet, am 22. Juni sein Album „On The Edge“ auf dem Hamburger Label Kontor. Nadia Ali, Sarah McLeod oder Tamra Keenan sind nur einige der wundervollen Stimmen, die er für dieses Werk gewinnen konnte. Wir erwischen den sympathischen Schweizer am Telefon in Miami und lassen uns Einblicke in seine ganz persönlichen Produktionsweisen geben.


„Ich arbeite mit meinem Studiopartner Christian zusammen, so sind wir beide am kreativen Part beteiligt. Am meisten inspirieren mich die vielen Länder und Kulturen, die ich bei meinen Reisen kennenlerne. Aber auch von aktuellen Geschehnissen – wie z.B. den Vorfällen um Gaddafi in Libyen – lasse ich mich beeinflussen. Aus diesem Grund befindet sich auf dem Album auch der Chillouttrack ‚Wrapped Minds‘, in den ich die Vocals einer Nachrichtensprecherin eingebaut habe, um die Atmosphäre einzufangen. Am Album haben wir etwas mehr als 18 Monate gearbeitet. Ich habe mir neben den vielen Gigs Zeit gelassen, weil ich etwas Zeitloses produzieren wollte, das nicht bereits nach wenigen Tagen eintönig klingt.

Hauptsächlich arbeite ich mit Ableton und Logic 9, und das schon seit ungefähr 20 Jahren, damals noch mit dem Logic-Vorgänger ‚Sequenzer‘. Meine Hardware habe ich im Laufe der Zeit immer mehr ins Lager geschafft und arbeite heute fast ausschließlich am Computer. Während ich mich eher dem musikalischen Bereich widme, kümmert sich Christian um das Engeneering und die Arrangements, wenn ich wieder im Flieger sitze und zu meinen nächsten Gigs reise. Einer unsere Favourite-Plug-Ins ist definitiv ‚Sylenth 1‘ – gerade weil es vier Oszillatoren besitzt, die man zeitgleich bedienen kann. Die meisten Lead-Sounds des Albums wurden mit ihm oder dem VST-Synth ‚MiniMoog‘ von Arturia bearbeitet. Ich lege meist zwei bis drei Sounds übereinander und nehme dann noch einen Synthesizer hinzu. Von Native Instruments gibt es ebenfalls einen ähnlichen Plug-In namens ‚Massive 2‘, das ich allerdings noch nicht vollends im Griff habe. Aber ich komme immer mehr auf den Geschmack, und es klappt immer besser (lacht). So gebe ich im Monat noch zwischen 500 bis 1.000 EUR für Sound-Bänke der obigen zwei Synths aus. Außerdem befinden sich auf dem Rechner noch Sachen wie die Spectrasonics Plug-Ins ‚Trilian‘, ‚Omnisphere‘ und ‚Stylus-RMX‘. Die drei Plug-Ins sind unverzichtbare kleine Waffen für uns. Mit dem ‚Trilian‘ mache ich quasi alle Bässe, mit dem ‚Omnisphere‘ die ganzen Pad- und Atmospähren-Geschichten. Der ‚Stylus-RMX‘ kommt auf dem Laptop oft zum Einsatz, weil ich dort nicht alle Sample-Loops drauf habe. Für typische EDX-Chords und -Sounds haben wir beim alten Style viel mit dem ‚Minimoog‘ von Arturia gearbeitet. Er hat uns diesen warmen, anaolgen Sound geboten, der den EDX-Sound ausmacht. Auch da habe ich oft gelayert und meistens noch einen zweiten Synth drüber gelegt, was ich mit einer einfachen Sample-Verzögerung auf einer Monoseite verbreitert habe. Mit der Kick harmonierte das in meinen Augen wunderbar. Einige kleine Kniffs bleiben aber weiterhin mein Geheimnis.“

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