Bereits seit 1991 zunächst nur als Produzent, dann auch DJ im Geschäft, zählt Ferry Corsten internationalen Schwergewichten in Sachen Trance made in the Netherlands. Im Verlaufe seiner Karriere hat er Landsmännern wie Tiësto oder Armin van Buuren maßgeblich in die Steigbügel geholfen, massig eigene Hits wie „Punk“ oder „We Belong“ veröffentlich und zeitlose Remixe für Moby, William Orbit, Public Enemy und U2 geschaffen. Seit 2005 verhilft der Mann aus Rotterdam mit seinem Label „Flashover“ vor allem dem heimischen Nachwuchs zum Durchbruch. Nicht zuletzt zählt sein Ministry Of Sound Mix-Album „Trance Nation“ im Rave-Mutterland Großbritannien zu den meistverkauften Dance-Compis überhaupt. Anfang Dezember ist mit der dritten Ausgabe von „Once Upon A Night“ eine weitere Mix-CD von ihm erschienen. Da fragt man sich doch: Wie macht er das nur? Mal so rein technisch gesehen. Hier die Antwort.

Wo befindet sich dein Studio derzeit?
In meiner Heimatstadt Rotterdam direkt bei unserem Dance Therapy Mangement-Office. Ich verbringt dort so viel Zeit wie möglich – immer abhängig von meinen Auslands-Gigs. Gar nicht so selten fahre ich aber vom Flughafen nach Hause, mache mich kurz frisch und gehe dann direkt ins Studio. Gleichzeitig versuche ich, bestimmte Arbeitszeiten einzuhalten und die Woche so zu strukturieren, dass ich noch Zeit für meinen Kleinen habe.

Erinnerst du dich noch an dein erstes Studio?
Ja, es befand sich im Dachgeschoss meiner Eltern. Bestehend aus einigen Roland-Klassikern wie der TB-303, TR-909, dem R8, JP-8000 und Juno 2. Zusätzlich besaß ich einen Minimoog, einen Akai S950 Sampler, einen Yamaha YS-200 FM Synthesizer sowie einige Effektgeräte, deren Namen ich vergessen habe. Angesteuert wurde das alles von einem Atari-Computer mit Cubase als Sequenzer und gemischt auf einem Soundcraft Live-Pult. Damit entstanden unter anderem die Stücke „Don’t Be Afraid“ und „Galaxia“ unter meinem Pseudonym Moonman, 1996 auf dem holländischen Trance-Label Sci-Fi erschienen.


Inwiefern hat sich dein Studio über die Jahre verändert? Besitzt du überhaupt noch etwas aus deinem alten Studio?
Mein heutiger Standort ist ein eher kleines, aber maßgeschneidertes Profistudio. Außerdem bin ich irgendwann von PC auf Mac umgestiegen. Und ja, den Roland JP-8000 habe ich behalten. Den nutze ich heute noch und werde wohl auch niemals hergeben. Bis auf einige wenige Hardware-Geschichten wie den Novation Xio Synth oder Alesis Andromeda arbeite ich fast nur noch mit Software.

Welches ist dein derzeitiges Lieblingsinstrumentund was war deine letzte Investition?
Auf jeden Fall das Nexus 2-PlugIn von ReFX. Ein sehr gut klingendes und flexibles Software-Instrument. Der ideale Ausgangspunkt für jede Produktion. Die letzte Investition war das Mercury Platinum Bundle von Waves, eine High End PlugIn Collection mit einigen Hundert Werkzeugen für die Audiobearbeitung.

FAZEmag 011/01.2013

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ferry corsten studio